Schädliche Nachteile
Britische Industrie und Banken fürchten «Brexit»
publiziert: Montag, 21. Mrz 2016 / 08:15 Uhr
Auf Banken und Investmentfirmen kommen infolge neuer Beschränkungen für grenzüberschreitende Geschäfte wahrscheinlich deutliche nachteilige Folgen zu.
Auf Banken und Investmentfirmen kommen infolge neuer Beschränkungen für grenzüberschreitende Geschäfte wahrscheinlich deutliche nachteilige Folgen zu.

London - Gleich zwei Studien, die am Montag veröffentlicht wurden, wollen aufzeigen, dass ein Austritt Grossbritanniens aus der EU dem Land schadet. Der Industrieverband befürchtet Kosten von umgerechnet 140 Milliarden Franken. Die Banken in London fürchten Nachteile für sich.

6 Meldungen im Zusammenhang
Bei einem Austritt aus der EU drohen Grossbritanniens Wirtschaft massive finanzielle Schäden und Arbeitsplatzverluste, ergab eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Auftrag des Industrieverbandes CBI. Bis zum Jahr 2020 könnten sich die Kosten auf 100 Milliarden Pfund (140 Milliarden Franken) summieren und 950'000 Jobs verloren gehen.

Die Einsparungen durch einen sogenannten Brexit würden von den negativen Folgen für Handel und Investitionen bei weitem zunichtegemacht, erklärte CBI-Geschäftsführerin Carolyn Fairbairn am Montag.

Dies lasse sich nicht vermeiden, selbst wenn Grossbritannien neue Handelsabkommen mit den früheren EU-Partnern aushandelt. «Selbst im besten Falle käme es zu einem gravierenden Schock für die britische Wirtschaft», resümiert Fairbairn.

Unklare Beziehungen schaden

Ein Austritt Grossbritanniens aus der EU würde einer weiteren Studie zufolge besonders die Banken in London hart treffen. Den Finanzinstituten drohe eine lange Periode der Unsicherheit, ergab eine am Montag vorgelegte Untersuchung der Anwaltskanzlei Clifford Chance im Auftrag des europäischen Finanzmarktverbandes AFME.

Zunächst seien die wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu den früheren EU-Partnern unklar. Das werde die Geschäftsplanungen der Marktteilnehmer beeinflussen. «Auf Banken und Investmentfirmen kommen infolge neuer Beschränkungen für grenzüberschreitende Geschäfte wahrscheinlich deutliche nachteilige Folgen zu», konstatieren die Autoren.

Viele internationale Grossbanken wie JPMorgan, Morgan Stanley und Goldman Sachs haben ihre Europa-Zentrale in London. Im Falle eines «Brexits» würden sie ihre über EU-Gesetze geregelten Geschäftsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern verlieren. Die Frage ist, wie schnell sich dieses Problem durch neue Handelsvereinbarungen Grossbritanniens beheben lässt.

Die Briten stimmen am 23. Juni über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. Umfragen zufolge sind die Ansichten gespalten. Der Anteil der EU-Befürworter liegt wie der der Gegner bei etwa 40 Prozent, der Rest ist unentschlossen.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bangalore - Rund zwei Monate vor dem Referendum über Grossbritanniens Zukunft in der Europäischen Union will einer ... mehr lesen
51 Prozent der Befragten möchten in der EU bleiben.
Laut einer Umfrage liegen die EU-Kritiker in Grossbritannien vor dem Referendum über einen möglichen Austritt aus der EU vorne.
London - Die EU-Kritiker in Grossbritannien haben einer Umfrage zufolge vor dem Referendum über einen möglichen ... mehr lesen
London - Eine Reihe von Hedgefonds will einer Zeitung zufolge mit eigenen Nachwahlbefragungen bei der Abstimmung über einen EU-Austritt Grossbritanniens Kasse machen. Dabei soll eine Gesetzeslücke ausgenutzt werden. mehr lesen 
London - Zahlreiche Chefs führender britischer Unternehmen haben vor den Folgen eines EU-Austritts für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft gewarnt. Rund 200 Spitzenmanager warben in einem offenen Brief am Dienstag in der Zeitung «Times» für einen Verbleib der Briten in der EU. mehr lesen 
London - In einer energisch und teils lautstark geführten Debatte hat das britische Parlament über Vor- und Nachteile der britischen EU-Mitgliedschaft diskutiert. Premierminister David Cameron versuchte die Abgeordneten von einem Verbleib in der EU zu überzeugen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Brüssel - Nach stundenlangen Beratungen haben sich der britische Premier David Cameron und die übrigen EU-Staats- und ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in ...
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen 
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die Flüchtlingskrise als «globale ... mehr lesen   1
Keine Zusagen in Flüchtlingskrise  Ise-Shima - Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -4°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Basel -2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 5°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern -6°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern -4°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Genf -1°C 4°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Lugano 2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten