Britischer Innenminister tritt zurück
publiziert: Mittwoch, 15. Dez 2004 / 22:35 Uhr

London - Unter dem Druck einer Affäre um die Verquickung von Amt und Privatleben ist der britische Innenminister David Blunkett zurückgetreten. Nachfolger wird der derzeitige Bildungsminister Charles Clark. Dies gab die Regierung bekannt.

Blunkett soll die Trennung von seiner Geliebten nur schlecht verkraftet haben.
Blunkett soll die Trennung von seiner Geliebten nur schlecht verkraftet haben.
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In einer Mitteilung erklärte der enge Vertraute von Premierminister Tony Blair den Verzicht auf sein Amt. Dem Minister war vorgeworfen worden, sich für die schnellere Vergabe eines Visums für die ausländische Tagesmutter seiner früheren Geliebten eingesetzt zu haben.

Einflussreiche Persönlichkeit

Blunkett galt lange als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten und grössten Stützen des Premiers. Mit dem Law-and-Order-Mann gelang es der Labour-Regierung, sich bei früheren Paradethemen der Konservativen wie Innerer Sicherheit und dem Anti-Terror-Kampf als durchsetzungsfähig zu präsentieren.

Du verlässt die Regierung mit intakter Integrität und deine Leistungen werden von allen akzeptiert, teilte Blair mit. Wegen kritischer Äusserungen über seine Ministerkollegen in einer kürzlich erschienenen Biografie verlor er zuletzt auch an Rückhalt in der Regierung.

Im August legte ein Boulevardblatt seine Liaison mit der verheirateten Verlegerin der Politik-Zeitschrift Spectator, Kimberley Fortier-Quinn bloss, die nach drei Jahren zu Ende gegangen war.

Trennung schlecht verkraftet

Medienberichten zufolge soll der Politiker die Trennung nur schlecht verkraftet haben. So wollte Blunkett nach Medienberichten per Gentest beweisen, dass ihr erstes Kind nicht von ihrem Mann, sondern von ihm sei. Wegen des Streits soll Fortier-Quinn ihrem Ex-Geliebten gedroht haben, seiner Karriere zu schaden.

Die Daily Mail veröffentlichte Anfang Dezember zwei Briefe des Innenministeriums an die von den Philippinen stammende Tagesmutter. In dem ersten Schreiben erklärten Ministeriumsmitarbeiter, das Verfahren um eine Aufenthaltsgenehmigung könne bis zu einem Jahr dauern; in einem zweiten Schreiben nur 19 Tage später hiess es, der Antrag sei genehmigt worden.

Untersuchungsausschuss

Zur Klärung der Vorwürfe wurde ein Untersuchungsausschuss gebildet. Sir Alan Budd, der Vorsitzende, habe ihm mitgeteilt, es gebe tatsächlich ein Fax und den Austausch von E-mails zwischen meinem Büro und der Einwanderungsbehörde in dieser Sache, räumte Blunkett nach seinem Rücktritt ein. Aber ich erinnere mich nicht, damit irgendetwas zu tun gehabt zu haben, sagte er weiter.

Blunkett kam 1947 in Sheffield blind auf die Welt. Trotz der mit seiner Behinderung verbundenen Bürden schlug er eine erfolgreiche politische Karriere ein, die erst in den vergangenen Wochen einen Knick erlitt.

(bert/sda)

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