Britischer Tourist getötet
publiziert: Montag, 4. Sep 2006 / 15:42 Uhr

Amman - Ein jordanischer Extremist hat in Amman einen britischen Touristen erschossen und sieben weitere Menschen verletzt.

Nach den Anschlägen vom 9. November 2005 gab es keine Terroranschläge mehr.
Nach den Anschlägen vom 9. November 2005 gab es keine Terroranschläge mehr.
Nach Angaben des Innenministeriums wurde der Schütze festgenommen.

Die jordanische Regierung sprach von einem «terroristischen» Angriff. Einem Augenzeugen zufolge hatte der aus Jordanien stammende Täter «Allahu Akbar» (Allah ist der grösste) geschrieen, bevor er am Eingang zum römischen Amphitheater mit einer Maschinenpistole das Feuer auf die Ausländer eröffnete.

Die britische Botschaft in Amman bestätigte den Tod eines Landmanns. Bei den fünf Verletzten handelt es sich um zwei Britinnen, einen Niederländer, eine Australierin und eine Neuseeländerin.

Einzeltat

Der jordanische Innenminister Eid Fajes sagte, der Täter habe offensichtlich alleine gehandelt: «Das war keine Tat, die eine Organisation geplant hat.» Es handle sich um eine «terroristische» Attacke.

Der Angreifer werde so lange als «Terrorist» gesehen, bis das Gegenteil bewiesen sei. Noch werde aber geprüft, ob der Mann zurechnungsfähig war.

Fajes sagte, er hoffe, dass es sich um einen «isolierten Zwischenfall handelt, der keine Auswirkungen auf Sicherheit und Tourismus» haben werde.

El-Kaida-Anschläge im November 2005

Am 9. November 2005 hatten sich Selbstmordattentäter in drei Hotels in Amman in die Luft gesprengt und mehr als 60 Menschen mit in den Todgerissen. Zu dem Anschlag bekannte sich damals die El-Kaida- Terrorgruppe im Irak unter ihrem inzwischen von US-Truppen getöteten Anführer Abu Mussad al-Sarkawi.

Die Anschläge trafen Jordanien hart, das bis dahin als eines der stabilsten Länder im Nahen Osten galt. Seither hatte es in dem Königreich keine Terroranschläge mehr gegeben. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verstärkt.

Das Amphitheater ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Amman. Das aus dem 1. Jahrhundert stammende Bauwerk zeugt von der Blütezeit der Stadt unter den Römern.

(rr/sda)

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