Brown kündigt bei Irak-Besuch Abzug ohne Zeitrahmen an
publiziert: Samstag, 19. Jul 2008 / 22:15 Uhr

Bagdad - Bei seinem unangekündigten Irak-Besuch hat der britische Premierminister Gordon Brown eine weitere Reduzierung der britischen Truppen in Aussicht gestellt. Einen «künstlichen Zeitplan» kündigte er in Bagdad aber nicht an.

Premier Gordon Brown steht unter anderem wegen der britischen Präsenz im Irak in seiner Heimat stark unter Druck.
Premier Gordon Brown steht unter anderem wegen der britischen Präsenz im Irak in seiner Heimat stark unter Druck.
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Der Abzug hänge von der Verwirklichung der gesteckten Ziele und den Fortschritten dabei ab, sagte er nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsident Nuri al-Maliki.

Nach Armee-Angaben wird ein weiterer Abzug von Soldaten erst für das kommende Jahr erwartet.

Brown traf überraschend in der Hauptstadt Bagdad ein. In den Gesprächen mit Regierungsvertretern dürfte es auch um die Frage gegangen sein, wie die Iraker die verbesserte Sicherheitslage weiter nutzen könnten.

Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen kam er auch mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte, General David Petraeus, und US-Botschafter Ryan Crocker zusammen.

Hintergrund des Besuchs ist der Versuch Browns, Investitionen in dem Golfstaat weiter voranzutreiben, vor allem in der ölreichen südlichen Provinz Basra. Dort hatten britische Truppen im vergangenen Dezember die Kontrolle an irakische Sicherheitskräfte übergeben. In der Region sind die restlichen knapp 4000 der ehemals 45'000 Soldaten stationiert.

Brown steht unter anderem wegen der britischen Präsenz im Irak in seiner Heimat stark unter Druck. Eine im vergangenen Oktober für dieses Jahr angekündigte Reduzierung der Truppe auf 2500 Soldaten hatte der Regierungschef angesichts der Unruhen in Basra vom März verschoben.

Für kommenden Dienstag wird eine Rede Browns zur künftigen Irak-Politik im Parlament erwartet.

(li/sda)

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