Brunner wirft Couchepin «Taschenspielertricks» vor
publiziert: Donnerstag, 28. Jun 2007 / 22:50 Uhr

Bern - Der ehemalige Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Hans Heinrich Brunner, greift Gesundheitsminister Pascal Couchepin scharf an. Dieser halte mit «Taschenspielertricks» die Krankenkassenprämien tief.

Gesundheitsminister Pascal Couchepin sieht sich mit scharfer Kritik konfrontiert.
Gesundheitsminister Pascal Couchepin sieht sich mit scharfer Kritik konfrontiert.
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Couchepin lulle die Prämienzahler ein, wenn er verkünde, dass die Prämien in den nächsten Jahren nur wenig steigen würden, sagte Brunner in einem online veröffentlichten Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Mit dem Senken der Reserven der Krankenkassen verscherble er das Familiensilber.

«Doch das Volk erkennt, wenn es angelogen wird.» Spätestens wenn es der Wirtschaft wieder schlecht gehe, würden die Probleme mit aller Wucht zurückkehren.

Brunner wirft Couchepin vor, aus Angst vor einer Wahlschlappe im Herbst, auf Massnahmen zu verzichten, mit denen die Gesundheitskosten deutlich gesenkt werden könnten. Als BAG-Vizechef habe er die Laboranalyse-Kosten senken wollen. Damit hätte ein dreistelliger Millionenbetrag gespart werden können.

Schweizer Labortarife zu hoch

Die Schweizer Labortarife seien dreimal höher als die europäischen, sagte Brunner. Es werde nämlich nicht berücksichtigt, dass moderne Laborautomaten viel leistungsfähiger seien und weniger Personal bräuchten als früher.

Doch das BAG und Couchepin hätten ihn «ausgebremst». «Das fertige Projekt verrottet nun irgendwo in einer Schublade.» Allerdings habe Couchepin gewollt, dass er das Projekt nach seinem Abgang gratis weiter betreue - «vielleicht für eine Couchepin-Medaille, die es noch nicht gibt».

Brunner verteidigt auch den Schritt, die Komplementärmedizin nicht mehr aus der Grundversicherung zu bezahlen. Die Komplementärmedizin erfülle die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht.

Nun allerdings bereite der Bund die Rückkehr der Komplementärmedizin in die Grundversicherung vor - «denn der Druck ist gross». Doch mit diesem Schritt würden laut Brunner alle Dämme brechen und die Kosten stark ansteigen.

(smw/sda)

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