Bruno Kernen: 'Ob ich mir das weiterhin antue?'
publiziert: Donnerstag, 10. Feb 2005 / 21:11 Uhr

Bruno Kernen, Sie waren als Abfahrer der beste Schweizer im 10. Rang -- persönlich eine gute Leistung...

Zuweilen habe ich das Gefühl, die Bedürfnisse der halben Schweiz befriedigen zu müssen.
Zuweilen habe ich das Gefühl, die Bedürfnisse der halben Schweiz befriedigen zu müssen.
Bruno Kernen: Ich möchte meine Leistung nicht beurteilen. Sonst heisst es wieder: Der Kernen ist zu genügsam.

Aus dieser Antwort ist ein gewisser Frust spürbar.

Kernen: Der Eindruck trifft zu. Wir sind die Leidtragenden für Fehler, die vor 20 Jahren begangen worden sind. Jeder von uns, der heute an der Spitze mitfährt, ist ein Ausnahme-Athlet, der es dank gutem persönlichem Umfeld trotzdem geschafft hat.

Aber die Bilanz dieser WM ist ernüchternd.

Kernen: Es ist das gute Recht der Journalisten zu schreiben, dass wir noch keine Medaille haben. Das ist schliesslich die Realität. Doch bin ich, das als Einordnung, nach dieser WM immer noch die Nummer 6 der Welt.

Ich will den Journalisten keinen Vorwurf machen, aber Respekt uns gegenüber darf man erwarten. Nach 14 Jahren Weltcup erlaube ich mir eine solche Bemerkung. Ich empfinde einen gewissen Frust, vielleicht sind es auch Abnützungserscheinungen. Ich weiss nicht, ob ich mir das künftig noch antue.

Was stört Sie an der Berichterstattung?

Kernen: Ich habe einen wunderbaren Job und am Skifahren nach wie vor Freude. Doch Mühe bereitet mir das Drumherum, wie ich abqualifiziert werde. Fahre ich 16 Hundertstel schneller, bin ich ein Halbgott, sonst der Depp der Nation. Die Differenzierung fehlt. Wir Athleten sind sehr selbstkritisch. Ich würde es schätzen, wenn auch die Analysen der Medien tiefer gehen.

Ähnlich reagierten Sie seinerzeit am Lauberhorn, als sie auf der Strasse öffentlich angepöbelt wurden.

Kernen: Dort hat auch der Respekt gefehlt. Damals bin ich aber selbst an mir verzweifelt. Diese Saison waren meine Leistungen aber nicht so schlecht. Ich machte in den Rennen Fehler und kam meist trotzdem noch auf ansprechende Resultate.

Zuweilen habe ich das Gefühl, die Bedürfnisse der halben Schweiz befriedigen zu müssen. Ich betrachte mich als Kämpfer. Sonst wäre ich nicht sechs Jahre lang ohne einen einzigen Podestplatz herumgegurkt und trotzdem weitergefahrfen.

Sie werden doch nicht ein Jahr vor den Olympia-Rennen in Sestriere, wo sie Weltmeister geworden sind, den Bettel hinschmeissen?

Kernen: Das ist keine Rücktrittsdrohung. Es handelt sich einfach um Gedanken, es ist meine ehrliche Meinung. Im Moment tue ich mich schwer. Anderseits würde es mich extrem reizen, all jene, die sagen, der Kernen solle endlich aufhören, noch ein paar Jahre zu ärgern...

(Interview: Richard Hegglin/Si)

 
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