Brutaler Bemba in Brüssel festgenommen
publiziert: Sonntag, 25. Mai 2008 / 12:18 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 25. Mai 2008 / 14:08 Uhr

Den Haag - Kongos ehemaliger Rebellenführer Jean-Pierre Bemba soll sich wegen Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) verantworten. Er wurde am Samstag in Brüssel festgenommen, wie das Gericht mitteilte.

Politisch einflussreich und menschenverachtend: Jean-Pierre Bemba.
Politisch einflussreich und menschenverachtend: Jean-Pierre Bemba.
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Grundlage war ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag gegen den früheren Rebellenführer und Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo von 2003 bis 2006.

Bemba werden vier Fälle von Kriegsverbrechen und zwei Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Die Anschuldigungen beziehen sich auf Übergriffe, die sich zwischen Oktober 2002 und März 2003 in dem kongolesischen Nachbarland Zentralafrikanische Republik ereigneten.

Hinrichtungen und Massenvergewaltigungen

Nach Ansicht des Strafgerichtshofs hat Bemba in dem Konflikt zahlreiche Hinrichtungen und Massenvergewaltigungen an Zivilisten angeordnet.

Bembas Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC) habe Taten «von unbeschreiblicher Brutalität» begangen, erklärte ICC-Chefankläger Luis Moreno-Ocampo.

Bemba werde in den kommenden Tagen einem belgischen Richter vorgeführt, der Internationale Strafgerichtshof erwarte eine Überstellung nach Den Haag «in den kommenden Wochen», teilte eine Sprecherin von ICC-Chefankläger mit.

Haftbefehl nicht publik gemacht

Bemba, der frühere Chef der Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC), war seit dem 16. Mai mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden. Dies wurde jedoch nicht publik gemacht, um die Festnahme zu erleichtern.

Als kongolesischer Oppositionsführer hatte Bemba bei der Präsidentenwahl in der Demokratischen Republik vor zwei Jahren gegen Joseph Kabila verloren. Danach verliess er das Land mit der Begründung, er fürchte um sein Leben.

Er ging nach Portugal ins Exil. In seinem Heimatland wird er wegen Hochverrats gesucht, gilt aber als politisch weiterhin sehr einflussreich.

(dl/sda)

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