Brutaler Häuserkampf in Aleppo befürchtet
publiziert: Samstag, 28. Jul 2012 / 22:58 Uhr
Die syrische Armee startete grosse Offensive zur Rückeroberung Aleppos.
Die syrische Armee startete grosse Offensive zur Rückeroberung Aleppos.

Damaskus - Mit Panzern und Kampfhelikoptern hat die syrische Armee am Samstag ihre Offensive zur Rückeroberung der Stadt Aleppo begonnen. Regierungssoldaten umzingelten von Aufständischen gehaltene Stadtteile und attackierten diese mit schwerer Artillerie.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die Regierungstruppen begannen um 8 Uhr morgens (7 Uhr MESZ), Salaheddin und andere von den Rebellen gehaltene Stadtteile anzugreifen. Bereits seit 4 Uhr morgens war die Stadt beschossen worden.

Ein erster Angriff auf Salaheddin sei abgewehrt worden, sagte Abdel Dschabbar al-Okaidi, ein Oberst der Freien Syrischen Armee (FSA). Auch einen Angriff auf das Hamdanijeh-Quartier konnten die Aufständischen nach eigenen Angaben zunächst abwehren.

Dschihadisten unterstützen FSA

An der Seite der Rebellen kämpfen auch ausländische Dschihadisten. Die islamistischen Kämpfer berichteten der Nachrichtenagentur AFP, sie kämen aus Algerien, Frankreich, Schweden und Tschetschenien.

Gemäss der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben am Samstag bei Kämpfen in ganz Syrien 91 Menschen, die meisten in Aleppo. Aber auch aus anderen Teilen Syriens, aus Homs, Hama, Daraa und Damaskus-Land wurden am Samstag Kämpfe gemeldet.

Tausende auf der Flucht

In der Weltkulturerbe-Stadt Aleppo droht ein Häuserkampf. «Die Rebellen haben sich in den engen Gassen positioniert, was die Kämpfe erschwert», sagte ein Vertreter der syrischen Führung gegenüber der AFP.

«Tausende Menschen fliehen vor dem Bombardement. Sie werden von Helikoptern terrorisiert», berichtete ein Aktivist namens Amer. Die verbliebenen Zivilisten suchten Schutz in Kellerräumen. Lebensmittel würden knapp; Strom- und Wasserversorgung seien unterbrochen.

Entscheidungsschlacht?

Der Kampf um das Wirtschaftszentrum des Landes mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern könnte zur Entscheidungsschlacht im Konflikt werden. Regierungsmedien sprachen von der «Mutter aller Schlachten».

Militärexperten räumen Assads Truppen zwar die grösseren Chancen in grossen Städten ein. Dennoch gewännen die Rebellen an Stärke, während das Militär schwächer werde, da es die Kontrolle in den ländlichen Gebieten verlöre, sagte Ayham Kamel von der Eurasia Group.

Der frühere Leiter der UNO-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, erklärte, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das Regime stürze, nämlich dann, wenn sich mehr Angehörige der Streitkräfte lossagten und der Opposition anschlössen.

Weltweite Besorgnis

Weltweit forderten Politiker ein Ende der Offensive in Aleppo, so auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Die USA und Grossbritannien warnten vor einem Massaker. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan forderte die Weltgemeinschaft auf, nicht länger «Zuschauer oder Beobachter» zu bleiben und der französische Präsident François Hollande forderte ein rasches Eingreifen des UNO-Sicherheitsrats.

Russland, das sich dort Sanktionen gegen das Regime von Baschar al-Assad verweigert, warnte vor einer «Tragödie». Aussenminister Sergej Lawrow sagte, seine Regierung versuche, die syrische Führung davon zu überzeugen, den Aufständischen ein Entgegenkommen zu signalisieren.

Wenn aber die Aufständischen Städte wie Aleppo besetzten, sei es nicht realistisch, dass Damaskus dies hinnehme. Lawrow warf dem Westen und «einigen syrischen Nachbarn» vor, den Kampf gegen Damaskus «zu unterstützen und zu lenken».

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Ein Konvoi des neuen Chefs der UNO-Beobachter in Syrien ist von Bewaffneten angegriffen worden. Der Angriff auf den Konvoi des senegalesischen Generals Babacar Gaye hat am Wochenende stattgefunden. Die Beobachtermission ist «zweimal ins Visier genommen worden». mehr lesen 
Paris/Damaskus/New York - Im Kampf um die nordsyrische Millionenmetropole Aleppo haben Rebellen nach eigenen Angaben ... mehr lesen
Aleppo ist weiterhin stark umkämpft.
Aleppo/Genf - Wenige Kilometer von der syrischen Grenze entfernt hat Jordanien am Sonntag ein erstes Zelt-Camp für ... mehr lesen
Die Regierungstruppen hatten mit ihrer Offensive in Aleppo begonnen. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Damaskus - Die syrische Armee hat nach Angaben von Aktivisten am Samstagmorgen eine Gegenoffensive begonnen, um die ... mehr lesen
Der Kampf um Aleppo gilt als möglicher Wendepunkt des seit 16 Monaten andauernden Konflikts.
Navi Pillay.
Washington - Die UNO-Kommissarin für Menschenrechte Navi Pillay wirft den Konfliktparteien Verbrechen gegen ... mehr lesen
Washington - Die USA bereiten sich auf ein baldiges Ende der Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad in Syrien vor. ... mehr lesen
Baschar al-Assad verliert zunehmend die Kontrolle in Syrien.
Russland hebt den Mahnfinger.
Russland hebt den Mahnfinger.
Naryschkin schiesst scharf  Moskau - Russland hat den Westen vor Lieferungen von Waffen und Militärtechnik in die Ukraine gewarnt. Es drohe eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, sagte der russische Parlamentschef Sergej Naryschkin am Dienstag in der Staatsduma. 
Präsident Petro Poroschenko.
Kiew und EU ratifizieren Partnerschaftsabkommen Moskau - Zeitgleich haben das ukrainische Parlament und das EU-Parlament am Dienstag das umstrittene Partnerschaftsabkommen ... 1
IS-Terror  Washington - US-Generalstabschef Martin Dempsey schliesst anders als Präsident Barack Obama einen Einsatz von Bodentruppen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer IS Staat nicht grundsätzlich aus. Das gab Dempsey in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss am Dienstag bekannt.  
Frankreich unter François Hollande, erwägt eine Beteiligung an den Luftangriffen gegen IS im Irak.
Hollande ruft zu dringender Hilfe in Kampf gegen IS auf Paris - Im Kampf gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung von Frankreichs ... 1
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Die... Ostukraine ist definitiv verloren. Mit militärischen Aktionen werden ... gestern 12:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Möge... der Afghanistan-Einsatz der letzte seiner Art gewesen sein. Ein Konzept ... gestern 10:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Verantwortung "Was der IS tut, verkörpert genau das, was wir in der Schule gelernt ... Mo, 15.09.14 13:19
  • Kassandra aus Frauenfeld 996
    Keine Sorgen, aber endlich Diskussionen. Wenn über Europa, und dies ist das Solo- und ... Mo, 15.09.14 11:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Die... EU will wieder Feuer machen und ist sauer, weil der grösste Teil des ... Mo, 15.09.14 10:40
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Angriffe... auf Synagogen und Rabbiner, hämische Hassparolen auf Gaza-Kundgebungen, ... Mo, 15.09.14 09:46
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    Das... Theater um die AfD wird sich bald legen, weil man in den Parlamenten ... Mo, 15.09.14 09:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2435
    V. Putin... ist gerade dabei, den Absturz der russischen Wirtschaft zu ... So, 14.09.14 13:00
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 12°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 9°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
St.Gallen 11°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 11°C 22°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 11°C 23°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 13°C 23°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 16°C 20°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten