Budgetkürzungen machen der Bildung zu schaffen
publiziert: Dienstag, 10. Aug 2004 / 09:54 Uhr

Bern - Während für die Schülerinnnen und Schüler der Unterricht wieder beginnt, muss der Kanton Zürich auf Grund Budgetkürzungen bis 2007 dreihundertfünfzig Stellen von Lehrkräften streichen. Auch rückläufige Schülerzahlen führen zu Stellanabbau.

Immer weniger Schüler sitzen in den Klassen. Folge: Stellenabbau.
Immer weniger Schüler sitzen in den Klassen. Folge: Stellenabbau.
Nicht weniger als 81 Lehrkräfte werden als Folge von Entlassungen nicht mehr in die Schule zurückkehren. Dies hatte die Erziehungsdirektorin des Kantons Zürich, Regine Aeppli, im Juli bekannt gegeben. In der Regel steigen jährlich etwa tausend Lehrkräfte aus dem Beruf aus, rund sechshundert steigen ein.

Eine Umfrage der Nachrichtenagentur sda zeigt, dass Kürzungen auch in anderen Kantonen Tatsache sind. So werden im Kanton Aargau voraussichtlich 40 Vollzeitstellen im Handarbeitsunterricht der Primarschulen gestrichen: davon betroffen sind 143 Personen. Auch der Griechisch- und Lateinunterrricht in den Kantonsschulen sowie der Musikunterricht auf der Sekundarstufe sind betroffen.

Die Sparpakete von Zürich und Aargau sehen zudem vor, Pensen von Lehrkräften zu kürzen. Im Aargau dürften die Verkürzungen bei den Primarlehrkräften bereits nach den Sommerferien des nächsten Jahres vorgenommen werden. Die Lehrkräfte erhalten in der Folge weniger Lohn.

Unterschiedliche Auswirkungen

Anderorts, wie in der Waadt, steht Stellenabbau beim Lehrpersonal nicht auf der Tagesordnung - trotz bedeutender Budgetkürzungen. Jede Schule verfüge über ein eigenes Budget, sagte Jean-Paul Rubin, Generalsekretär des Departements für Bildung und Jugend gegenüber der sda. Die Kürzungen würden somit an den Schulen separat vorgenommen.

Im Jura sieht der Finanzplan 2004-2007 Einsparungen von 13 Millionen Franken im Bildungsbereich vor. Die Inkraftsetzung der Massnahmen für 2004, Einsparungen in der Höhe von 950 000 Franken, ist allerdings auf Grund juristischer Probleme aufgeschoben worden. Im Kanton Baselland ist zwar der Spardruck auf die Schulen gross, bisher ist jedoch noch kein Stellenabbau beschlossen worden. Basel-Stadt muss auf den Schulbeginn 2005 sechs Millionen einsparen, was der Streichung von 50 Vollzeitstellen entspricht. Entlassungen werden jedoch nicht nötig, da nicht alle Pensionierungen kompensiert werden.

Demografische Entwicklung

Keine Streichungen sind derzeit im Graubünden geplant, wo die Primarschulen den Gemeinden und nicht dem Kanton unterstellt sind. Längerfristig werden jedoch auf Grund rückläufiger Schülerzahlen weniger Lehrkräfte benötigt werden. Gewisse Gemeinden werden daher bei der Bildung zusammenarbeiten müssen.

Die Situation der Lehrkräfte hängt also auch wesentlich von der demografischen Entwicklung ab. Im Kanton Neuenburg beispielsweise gab es in den Primarschulen dieses Jahr 13 Klassen weniger als im Vorjahr. Auf der Sekundarstufe haben die Klassengrössen zugenommen, so dass lediglich zwei neue Klassen gebildet werden mussten. Auch die Kantone Solothurn, Thurgau und Schaffhausen sind mit einem Rückgang der Schülerzahlen in den Primarschulen konfrontiert.

In den kommenden Jahren wird Thurgau rund zwanzig Stellen streichen müssen, weil 400 bis 500 Schüler weniger eingeschult werden. Solothurn und Schaffhausen werden ebenfalls Stellen bei den Primarschulen streichen müssen.

Die aktuelle Situation ist paradox, mussten doch viele Deutschschweizer Kantone in den letzten Jahren mit Unterbeständen im Lehrkörper kämpfen und Lehrkräfte aus Deutschland oder solche mit ungenügender Qualifikation einstellen.

(fest/sda)

 
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