Bücherwurm und Computerfreak
publiziert: Montag, 18. Jul 2005 / 08:22 Uhr

Washington - Wie so manche Erfolgsstory des Internet-Booms begann auch die vom Internetbuchhändler Amazon in einer Garage.

Amazon-Gründer und CEO Jeffrey Bezos macht heute 7 Mrd. Dollar Umsatz.
Amazon-Gründer und CEO Jeffrey Bezos macht heute 7 Mrd. Dollar Umsatz.
Amazon-Gründer Jeffrey Bezos verpackte nach der Lancierung seiner Website zunächst in seinem eigenen Haus in Seattle unter wachsendem Stress Bücher.

"In den ersten 30 Tagen verschickten wir Pakete in alle US-Staaten und in 45 verschiedene Länder", erinnerte er sich später in einem Interview. Zehn Jahre nach seiner Gründung ist Amazon heute mit rund 45 Mio. Kunden und einem Umsatz von 7 Mrd. Dollar eines der bekanntesten Internet-Unternehmen der Welt.

Zwei Leidenschaften

Bei Bezos kamen zwei Leidenschaften zusammen, aus denen seine Erfolgsidee entstand: Der Sohn eines Ingenieurs aus Albuquerque im Südwesten der USA war nicht nur von früh an ein Bücherwurm, sondern auch ein Computerfreak.

Nach dem Informatik- und Eletronikstudium an der berühmten Princeton-Universität an der Ostküste arbeitete er zunächst an der Wall Street. Dort erfuhr Bezos, dass die Internetbranche ein Schwindel erregendes Wachstum erlebte.

Als er herausfand, dass die Buch-Grosshändler ihre Kataloge digitalisiert hatten, passte für ihn alles zusammen. Mit Startkapital, das grösstenteils von seinen Eltern stammte, gründete der 31-Jährige den ersten Buchladen im Internet.

Überraschende Nachfrage

Die enorme Nachfrage schon in den ersten Tagen überraschte Bezos. "Wir hatten keine Ahnung, ob die Leute online einkaufen würden oder nicht. Aber sie überraschten uns - sie taten es", sagt er. Und die Kunden wollten bald auch andere Ware. 1998 kamen CDs, Videos und DVDs hinzu, und heute bietet Amazon auf seiner US-Website neue und gebrauchte Produkte in 31 Kategorien an - von Hummer und Kaviar über Rasenmäher und Staubsauger bis zu Kondomen und Babywindeln.

Das Erfolgsrezept, mit dem sich Amazon auch gegen die wachsende Konkurrenz durch andere Online-Warenhäuser behaupten konnte, waren stets die übersichtliche Website, die niedrigen Preise und die schnelle und grösstenteils kostenlose Auslieferung. Das Platzen der Internet-Blase überstand Amazon denn auch relativ unbeschadet.

2003 konnte das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte einen Reingewinn verzeichnen. Von den damals noch eher bescheidenen 35 Mio. Dollar wurde die Gewinnsumme dann ein Jahr später bereits auf 588 Mio. Dollar gesteigert.

An Grenzen gestossen

Damit stiess das Wachstum des einstigen Garagenbetriebs aber auch vorerst an seine Grenzen, denn für dieses Jahr sagt Amazon einen niedrigeren Gewinn voraus. Der Aktienkurs sank im ersten Quartal um 20 Prozent.

Unter den Anlegern und Analysten wird das Grummeln deshalb immer vernehmlicher. Der Gewinn werde durch die Niedrigpreise und den kostenlosen Versand geschmälert, monieren sie.

Amazon müsse unrentable Produkte loswerden und sein Wachstum zu Gunsten des Gewinns zügeln, sagt Aram Rubinson von der Bank of America. Bezos aber lässt sich so schnell nicht beindrucken: "Dieselben Leute, die unsere Performance an der Wall Street kritisieren, sind oft unsere besten Kunden", sagte er gegenüber der Zeitung "USA Today".

(Matthieu Demeestere und Daniel Jahn/afp)

 
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