Büffelmozzarella: Premiumprodukt fordert immenses Tierleid
publiziert: Donnerstag, 21. Aug 2014 / 09:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Aug 2014 / 15:08 Uhr

«Vier Pfoten» fordert höhere Haltungsstandards und ein Ende des brutalen Kälbertötens.

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Zur Petition
Die internationale Tierschutzorganisation hat auch eine Petition gestartet, um mehr Bewusstsein bei Konsumenten zu schaffen. Die Verbraucher sollen damit von den Supermarktketten die Durchsetzung besserer Tierschutzstandards bei den Farmen fordern.
www.four-paws.org/buffalo

Aktuelle Recherchen der internationalen Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» decken brutale und illegale Tötungsmethoden der männlichen Büffelkälber und furchtbare Haltungsbedingungen der ausgewachsenen Büffel in italienischen Farmen auf. «Wir haben mit unseren Nachforschungen in der italienischen Region Kampanien begonnen, wo sich die meisten Büffelfarmen befinden. Bis vor einer Woche suchten wir über ein Dutzend grössere und kleinere Farmen auf. Die tierquälerischen Methoden, die sich hinter diesem 'Premiumprodukt' verstecken, sind dort bedauerlicherweise Alltag», berichtet Julie Stillhart, Country Manager bei «Vier Pfoten» Schweiz. Die Recherche dauerte über zwei Jahre und ergab, dass die Tierquälerei für die Kälber bereits kurz nach ihrer Geburt beginnt. Die Mehrheit der Büffel in Europa wird heute ausschliesslich für die Milchproduktion verwendet.

Die männlichen Kälber werden als überflüssig gesehen

Die Tatsache, dass Büffelfleisch kaum konsumiert wird, macht die männlichen Kälber zu einem «überflüssigen Nebenprodukt»: Sie werden gleich vor Ort mit brutalen und illegalen Methoden umgebracht - mit einem Hammer erschlagen, in einem Gülle-Tümpel ertränkt oder man lässt sie einfach vor den Augen ihrer Mütter verhungern. «Die Mozzarella-Industrie muss diese illegalen barbarischen Tötungsmethoden für männliche Kälber beenden», fordert Stillhart.

Die Büffelhaltung für Milchproduktion und Zucht wirft weitere Herausforderungen für den Tierschutz auf. Büffel haben spezielle Bedürfnisse, auf die aber selten Rücksicht genommen wird. Sie haben eine dickere Haut und weniger Schweissdrüsen als Kühe. Es fällt ihnen daher schwer, ihre Körpertemperatur in heissen und feuchten Regionen wie Kampanien zu regulieren. Sie bräuchten zudem auch ein Schlammbad oder Wasserspritzanlagen, die es jedoch in den meisten Büffelfarmen nicht gibt.

Die Haltung ist katastrophal

Oft sind die Farmen extrem überfüllt und bieten keinen Zugang zu Grünflächen. Die Tiere müssen sich auf einer dicken Schicht aus ihren eigenen Exkrementen bewegen. Einige Tiere haben offene, unbehandelte Wunden und viele können nicht richtig gehen, weil ihre Klauen viel zu lang und ungepflegt sind. Die Tiere haben keinen permanenten Zugang zu Trinkwasser und das Wasser ist fast immer verschmutzt. Stirbt eines der Tiere, müssen die anderen den Anblick und Geruch des toten Artgenossen oft für eine Woche lang ertragen, bevor der Kadaver schliesslich entfernt wird. Solche Praktiken fördern natürlich auch das Ausbrechen von Krankheiten. Stillhart: «Die derzeitige Lage ist indiskutabel. Die Büffelfarmen und ihr Management müssen grundsätzlich verändert werden. Nur dann kann eine tiergerechtere Haltung und ausreichende Hygiene garantiert werden. Und nur so kann den Büffeln ihre Würde zurückgegeben werden.»

Premium heisst nicht gute Haltung

Büffelmozzarella findet sich in den meisten europäischen Supermarktketten in der Premium-Produktkategorie zu meist doppelt so hohen Preisen wie Kuhmilch-Mozzarella. «Diese Enthüllung wird Tierfreunde wie auch Feinschmecker gleichermassen erschüttern. Das Premium-Image des Produkts und der hohe Preis erwecken den Eindruck, dass hier auch hohe Tierschutzstandards gelten. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall», so Stillhart.

Mindestanforderungen, welche gegeben sein müssen

«Vier Pfoten» hat Mindestforderungen für Büffelfarmen erarbeitet, die nicht nur der EU-Gesetzgebung entsprechen sondern auch darüber hinaus gehen, und fordert die Supermarktketten auf, diese bei der Sortiment-Auswahl für Büffelmozzarella zu berücksichtigen. Die Mindestforderungen beinhalten verschiedene Kriterien, darunter ein Stopp des brutalen Kälbertötens, regelmässige Kontrolle, Pflege und medizinische Versorgung der Tiere, hygienische Haltungsbedingungen, Zugang zu Schlammbädern oder Wasserspritzanlagen sowie permanenten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Unterzeichnen Sie die Petition

Die internationale Tierschutzorganisation hat auch eine Petition gestartet, um mehr Bewusstsein bei Konsumenten zu schaffen. Die Verbraucher sollen damit von den Supermarktketten die Durchsetzung besserer Tierschutzstandards bei den Farmen fordern. Den Link finden Sie in der rechten Spalte.

(Vier Pfoten)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bari - Das zum Nationalen ... mehr lesen
Nach Meinung der italienischen Wissenschaftler können die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Produktions- und Konservierungstechnik dieser weltbekannten Käsesorte leisten.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schon nächstes Jahr werden die ersten Bären ins neue Bärenschutzzentrum einziehen.
Schon nächstes Jahr werden die ersten Bären ins neue ...
Zürich - Mit der offiziellen Grundsteinlegung wurde es am vergangenen Donnerstag besiegelt: In der Westukraine entsteht ein neues «Vier Pfoten» Bärenschutzzentrum. Bis zu 20 misshandelte Kampfbären werden dort ein neues Zuhause erhalten. mehr lesen 
Checkliste  Zürich - Kommt ein Hund in sein neues ... mehr lesen
Ein gutes Hundetraining hilft Hund und Halter, eine gemeinsame Basis zu finden.
Das Bärenmädchen Puchatka wird im Zoo Poznan schon bald ein grosses Gehege zum Spielen zur Verfügung haben.
Braunbärenhaltung in Polen  Zürich - Anfangs April wurde in den ... mehr lesen  

Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -3°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel -2°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen -3°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer Schneeregenschauer
Bern -3°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer Schneeregenschauer
Luzern -2°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 1°C 5°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Lugano -4°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten