Bündner Wildhut erlegt Braunbär «JJ3»
publiziert: Dienstag, 15. Apr 2008 / 10:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Apr 2008 / 10:03 Uhr

Chur - Der Bündner Braunbär «JJ3» ist tot. Das zwei Jahre alte Männchen wurde am Montagabend in der Region Thusis von der Wildhut erlegt. Weil es sich aus besiedeltem Gebiet nicht vertreiben liess, sahen die Behörden keine andere Lösung.

Das zwei Jahre alte Männchen wurde am Montagabend im Raum Mittelbünden von der Wildhut erlegt.
Das zwei Jahre alte Männchen wurde am Montagabend im Raum Mittelbünden von der Wildhut erlegt.
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Der Bündner Regierunsgrat Stefan Engler sagte, «JJ3» habe in den letzten Wochen beinahe täglich aus Dörfern in Mittelbünden vertrieben werden müssen. Das Raubtier sei trotz der vielen Vergrämungsaktionen mit Gummischrot und Knallpetarden nicht scheuer, sondern immer unverfrorener geworden.

Der Entscheid, den Bären vom Problem- zum Risikobären umzuklassieren und ihn abzuschiessen, wurde am Freitag in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) getroffen.

Als das «Ende einer Unausweichlichkeit, die wir kommen sahen», bezeichnete Reinhard Schnidrig von der Sektion Wald und Wildtiere des BAFU den Abschuss. Den in Freiheit geborenen Braunbären in einem Gehege einzusperren, sei verworfen worden.

Dies könne nur in Gefangenschaft geboren Tieren zugemutet werden. Alle beteiligten Experten seien dieser Meinung, unterstrich Schnidrig.

Mutter schon angefüttert

Dass das Verhalten des Raubtiers nicht geändert werden konnte, liegt an seiner Herkunft. Mutter «Jurka», die aus Slowenien zur Vergrösserung der Bärenpopulation im Trentino nach Italien gebracht wurde, sei schon in ihrer Heimat von Menschen «angefüttert worden», erklärte Schnidrig.

«JJ3» hatte «eine hervorragende Nase», schilderte Georg Brosi, Vorsteher des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei. Das Tier beschränkte sich nicht auf Schafe oder Bienenstöcke. Es nahm auch mit Katzen- oder Tierfutter Vorlieb und leerte Abfalleimer, um seinen Hunger zu stillen.

Halbbruder «MJ4» unbehelligt

Im Gegensatz zum Risikobären «JJ3» geht es seinem Halbbruder «MJ4» nicht an den Kragen. Er lebt unbehelligt im Engadin und im Müstertal.

Bei Umweltorganisationen stiess das Vorgehen auf Protest: Der Abschuss sei keine Lösung, kritisierte der WWF. Er will abklären, ob ein Rekurs erfolgsversprechend wäre.

(smw/sda)

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Ich werde keine Ferien mehr machen im Bündnerland, in allen andern Länder ist es möglich mit Bären und Wölfen zu leben nur in der Schweiz nicht. Arme Schweiz wir haben es weit gebracht sehr weit.
Braunbär JJ3
hallo zusammen. ich wohne im wunderschönen albulatal und muss mich leider über den abschuss vom braunbär JJ3 schämen und ärgern. ich finde den abschuss als total übertriebene reaktion. ich denke, dass hier nur ein 'schiessgeiler' jäger auf seine kosten kommen wollte. aus sicherer quelle weiss ich, dass es in der region lenzerheide, alvaneu, schmitten, wiesen und tiefencastel immer wieder personen gegeben hat, welche dem JJ3 futter zum fressen bereitgelegt haben. diese personen sollten genau gleich bestraft werden, wie auch diejenigen, welche in den diversen maiensässen den abfall gut erreichbar für den bären gelagert haben. man kann dem bär doch keinen vorwurf machen, dass er den geringsten weg vom widerstand geht. die menschen in einem gebiet, in welchem ein bär lebt, müssen sich auch gewisse verhaltensregeln halten. was mich noch weiters geärgert hat, ist die aussage vom jagdvorsteher vom kanton graubünden, der gesagt hat, dass eine umsiedlung in den tierpark die grösste strafe für den bären sein soll. wenn dies so ist, können wir ja von nun an wieder die totesstrafe für all diejenigen verbrecher einführen, welche lebenslag ins zuchthaus gehen müssen. was nimmt sich der mensch für ein recht heraus, über ein lebewesen so zu bestimmen. sicher ist der bär in besiedeltes gebiet eingedrungen und hat die abfalleimer durchwühlt. der nächste bär, welcher in diese region kommen wird, wird sich sicherlich nicht anders verhalten, da die bewohner ihm dies auch sehr einfach machen. wenn ich mit meinen hunden in diesem gebiet unterwegs war, hatte ich nie angst, dass er mir begenen könnte. denn der bär ist und bleibt ein fluchttier, solange man ihn nicht in die enge treibt. dazu kommt noch, dass ich weiss, dass sehr viele jäger immer etwas gegen den bären hatten. der grund liegt darin, dass zu den tageszeiten, wenn die jäger auf der pirsch sind, auch der bär seine aktive zeit hat.

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