Syrer wehren sich gegen Bewaffnung
Bürgerinitiative fordert Stopp von Bewaffnung in Damaskus
publiziert: Donnerstag, 23. Aug 2012 / 17:48 Uhr
«Die derzeit laufende Bewaffnung der Bewohner des Viertels soll gestoppt werden.»
«Die derzeit laufende Bewaffnung der Bewohner des Viertels soll gestoppt werden.»

Damaskus - Die Bewohner eines Vorortes von Damaskus stemmen sich mit aller Macht gegen ein Übergreifen des Bürgerkrieges auf ihr Stadtviertel. Ziel sei ein friedliches Zusammenleben in guter Nachbarschaft.

7 Meldungen im Zusammenhang
In einer Erklärung, die in dem rund 300'000 Einwohner zählenden Stadtteil Dscharamana in der Nacht zum Donnerstag verbreitet wurde, heisst es weiter: «Alle mit Bewaffneten besetzten Strassensperren der sogenannten Volkskomitees im Viertel und an den Ausfallstrassen sollen verschwinden. Die derzeit laufende Bewaffnung der Bewohner des Viertels soll gestoppt werden.»

Anders als in anderen Vierteln der syrischen Hauptstadt, in denen entweder vorwiegend Sunniten, Alawiten oder Christen leben, wohnen in Dscharamana Angehörige verschiedener Konfessionen. Die grösste Gruppe bilden die Drusen. Doch es gibt auch Angehörige der verschiedenen Ostkirchen, ausserdem einige irakische Flüchtlinge, Palästinenser, Ismailiten, Alawiten und Armenier.

Das Rückgrat des Aufstandes gegen das Regime des alawitischen Präsidenten Baschar al-Assad bildet die Bevölkerungsmehrheit der sunnitischen Araber. Das Regime stützt sich bei der Unterdrückung des Aufstandes vor allem auf alawitische Offiziere. Einige wenige Alawiten stehen jedoch aufseiten der Revolutionäre.

Über 50 Tote bei Kämpfen in Syrien

Die Kämpfe zwischen der syrischen Armee und den Revolutionsbrigaden haben sich am Donnerstag auf die Grossstädte Damaskus und Aleppo konzentriert. Bis zum Mittag zählten die Regimegegner 55 Tote, darunter zehn Männer, deren Leichen im Damaszener Stadtteil Kafr Susa gefunden wurden.

Die Männer seien nicht im Kampf gefallen, sondern in Gefangenschaft getötet worden, hiess es. Die Gegner von Präsident Assad veröffentlichten zudem ein Video aus der Provinz Idlib. Es zeigt ihren Angaben zufolge mehrere Soldaten, die wie Assad der Minderheit der alawitischen Muslime angehören. Sie sollen von den Aufständischen an einer Strassensperre nahe der Ortschaft Kafr Nabl überwältigt worden sein.

Die Kämpfe fielen mit dem Rückzug der letzten UNO-Beobachter zusammen, deren Mandat wegen der Eskalation der Gewalt nicht erneuert worden war. Deren Chef und weitere Mitglieder wollten Damaskus am Donnerstag verlassen.

In Ankara kamen Experten der Türkei und der USA zu Beratungen über Syrien. Die Bildung der türkisch-amerikanischen Arbeitsgruppe war beim Besuch von US-Aussenministerium Hillary Clinton vor knapp zwei Wochen in der Türkei vereinbart worden war.

Das türkische Aussenministerium erklärte am Donnerstag, über die Themen werde öffentlich nicht gesprochen. Nach Angaben von Diplomaten ging es bei dem Treffen unter anderem um mögliche Reaktionen für den Fall, dass das syrische Regime die Chemiewaffen des Landes aus den Depots holt oder gar gegen die Opposition einsetzt.

Die Türkei hatte zuletzt erneut Vorbereitungen für die Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze gefordert, um dort Vertriebene Syrer in ihrem eigenen Land zu versorgen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf/Damaskus/Istanbul - Der neue Syrien-Sondervermittler Lakhdar Brahimi ... mehr lesen
Der 78-jährige Lakhdar Brahimi war von der UNO und der Arabischen Liga zum Sondergesandten ausgewählt worden.
Merkel und Hollande drängen den UNO-Sicherheitsrat zu einem Beschluss zur humanitären Unterstützung.
Berlin - Deutschland unterstützt im Syrien-Konflikt eine Initiative Frankreichs im UNO-Sicherheitsrat für mehr humanitäre Hilfe für die Bevölkerung. Das verlautete in Berlin ... mehr lesen
Beirut - Die syrische Regierung ist ... mehr lesen
Lakhdar Brahimi
Die Armee
Damaskus - Die syrische Armee ... mehr lesen
Damaskus/New York - Die syrische ... mehr lesen
Die Kämpfe in Damaskus finden kein Ende.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Offenbar 40 Tote Zivilisten nach Angriff der syrischen Luftwaffe.
Damaskus - Bei einem Luftangriff auf ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 3°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen freundlich
Basel 5°C 9°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
St. Gallen 0°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen recht sonnig
Bern 2°C 6°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen freundlich
Luzern 5°C 7°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Genf 2°C 7°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen freundlich
Lugano 4°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten