Bund soll Naturpark-Projekte mitfinanzieren
publiziert: Dienstag, 3. Okt 2006 / 01:31 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 15:41 Uhr

Flims - In der Schweiz können neue Natur- und Landschaftspärke mit nationalem Label entstehen. Der Nationalrat hat stillschweigend die letzte Differenz bei der Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) ausgeräumt.

Nationalpark in Graubünden und Engadin.
Nationalpark in Graubünden und Engadin.
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Unbestritten war in beiden Räten, dass die Bevölkerung bei der Schaffung von Pärken ein Mitspracherecht haben soll. Auf Betreiben des Ständerates verlangte nun auch der Nationalrat, dass die Kantone für die geeignete Form der Mitwirkung sorgen müssen.

Bei der wichtigsten Differenz hatte zuvor der Ständerat eingelenkt: Der Bund soll die Kantone bei der Schaffung neuer Natur- und Landschaftspärke finanziell unterstützen müssen - und nicht nur unterstützen können. Die Änderung des NHG ist jetzt bereit für die Schlussabstimmung am Freitag.

Unter der Annahme, dass zwei neue Nationalpärke, zehn regionale Naturpärke und drei Naturerlebnispärke entstehen, wird mit jährlichen Kosten von 10 Millionen für den Bund ab 2011 gerechnet. Diese Ausgaben sollen innerhalb des 52-Millionen-Budgets für Natur- und Landschaftsschutz kompensiert werden.

«Parks von nationaler Bedeutung»

Erfüllt ein Park die gesetzlichen Anforderungen, wird er vom Bund anerkannt und erhält das Label «Park von nationaler Bedeutung». Das Label soll das Parkgebiet vor allem touristisch aufwerten. Die Parkträgerschaft darf Qualitätsprodukte aus dem Park auszuzeichnen.

Damit er anerkannt wird, muss ein Park hohe Natur- und Landschaftwerte aufweisen. Der Bund anerkennt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit nur Pärke, die auf regionalen Initiativen beruhen, von der lokalen Bevölkerung getragen werden und in ein kantonales Programm eingebunden sein. Es gibt bereits über dreissig Projekte.

Im Februar 2004 hatte der Bundesrat die Pärke von nationaler Bedeutung aus finanzpolitischen Gründen aus der Legislaturplanung gestrichen. Nach heftigen Protesten und unter Druck des Parlaments kam er mit der nun beschlossenen Gesetzesänderung darauf zurück, wobei er eine finanzielle Unterstützung durch den Bund zunächst ausschloss.

(bert/sda)

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