Mehr Medizin-Ausbildungsplätze beschlossen
Bund und Kantone wollen Ärztemangel vorbeugen
publiziert: Donnerstag, 23. Aug 2012 / 19:17 Uhr
Die Zahl der Ausbildungsplätze soll in den kommenden Jahren erhöht werden.
Die Zahl der Ausbildungsplätze soll in den kommenden Jahren erhöht werden.

Bern - In der Schweiz sollen mehr Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden. Bund und Kantone haben sich auf das Ziel geeinigt, ab 2018/2019 jährlich zusätzlich rund 300 Ärztinnen und Ärzte auszubilden.

Privatschule (Mittelstufe, Sek-Vorbereitung, Oberstufe, Handelsschule, Zwischenjahre, Nachhilfe)
8 Meldungen im Zusammenhang
Die Zahl der Ausbildungsplätze soll in den kommenden Jahren sukzessive erhöht werden. Bund und Kantone seien sich einig, dass sonst in einigen Jahren ein Ärztemangel drohe, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstagabend vor den Medien.

Unmittelbar drohe zwar kein Mangel, sagte Carlo Conti, der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). Bereits in 15 Jahren könnte es aber grosse Schwierigkeiten geben, und die Medizin-Ausbildung dauere lange.

Kostenfrage nicht geklärt

Die Kosten für die zusätzlichen Studienplätze belaufen sich auf mindestens 56 Millionen Franken jährlich. Wer sie trägt, ist noch offen. Eine Arbeitsgruppe soll sich nun mit dieser Frage befassen, wie Berset sagte. Möglich wäre, dass der Bund einen zusätzlichen Teil seiner Grundbeiträge an die Universitäten einsetzt.

Es handle sich um Bildungsausgaben, nicht um Gesundheitsausgaben, betonte Conti. Die Gelder könnten im Rahmen der Kredite für Bildung, Forschung und Innovation eingeplant werden. «Es ist aber klar, dass auch die Kantone gefordert sind.»

Um Klarheit zu gewinnen, wollen Bund und Kantone die Kosten für Lehre und Forschung in der Humanmedizin genauer aufschlüsseln. Wegen des oft fliessenden Übergangs zwischen Lehre, Forschung und Patientenversorgung sei dies schwierig, halten sie fest.

Keine Spezialisten

Offen ist auch noch, an welchen Universitäten die zusätzlichen Plätze geschaffen werden sollen. Die Arbeitsgruppe wird prüfen, ob nebst den bestehenden fünf medizinischen Fakultäten weitere aufgebaut werden sollen. Ausserdem stellt sich die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass die «richtigen» Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden.

Fest steht, dass es vor allem Hausärztinnen und Hausärzte braucht. Es komme nicht in Frage, 300 zusätzliche Spezialärzte auszubilden, sagte Berset. Dass sich mehr Studentinnen und Studenten für die Hausarztmedizin entscheiden, will der Gesundheitsminister mit dem «Masterplan Hausarztmedizin» erreichen, den er im Juni vorgestellt hatte.

Bereits in der medizinischen Grundausbildung soll der Hausarztberuf mehr Gewicht erhalten. Berset will aber auch finanzielle Anreize schaffen, um den Beruf attraktiver zu machen. So soll das Tarifsystem TARMED revidiert werden, damit die Hausärzte nicht mehr so viel weniger verdienen als Spezialisten. Bereits angepasst hat Berset die Labortarife.

Hausärzte gehen in Pension

Zu den Zielen und Plänen verabschiedete der «Dialog Nationale Gesundheitspolitik» von Bund und Kantonen am Donnerstag einen Bericht. Dass zu wenig Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, ist schon lange bekannt. Bis in zehn Jahren sind drei Viertel der heute praktizierenden Hausärzte pensioniert.

Immer mehr Mediziner aus dem Ausland zu holen, ist für Berset keine Option. Die Fachleute in den Nachbarländern ausbilden zu lassen, könne nicht das Ziel sein, sagte der Gesundheitsminister. «Das ist keine Politik.» Auch das Parlament hatte darauf gedrängt, mehr Ausbildungsplätze in der Schweiz zu schaffen. Diverse Vorstösse dazu fanden Mehrheiten in den Räten.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Numerus clausus für das Medizinstudium bleibt bestehen. Der Ständerat hat am Montag eine Motion aus dem ... mehr lesen 1
Es besteht Handlungsbedarf, dem Ärztemangel entgegen zu wirken.
Ein Kollaps im Gesundheitswesen habe bisher durch den Import ausländischer Ärzte abgewendet werden können.
Bern - An Schweizer Universitäten ... mehr lesen
Bern - Der Ständerat ist dagegen, den Vertragszwang zwischen Spezialärzten und Krankenkassen im ambulanten ... mehr lesen
Der Ständerat unterstützt den Masterplan zur Hausarztmedizin.
Die Uni Zürich stärkt die Ausbildung von Ärzten.
Zürich - Für die Medizinische Fakultät der Universität Zürich hat der ... mehr lesen
Bern - Die Schweiz soll mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden. Nach dem Ständerat hat auch der Nationalrat einer Motion von Urs ... mehr lesen
Massnahmen gegen Ärztemangel in der Schweiz.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Schweiz soll mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden. Nach dem Nationalrat hat auch die Ständeratskommission einer Motion der CVP-Fraktion zugestimmt. Folgt der Ständerat seiner Kommission, muss der Bund zusammen mit den Kantonen eine Mindestzahl von Plätzen fürs Medizinstudium festlegen. mehr lesen 
Bern - Die Zahl der Ärzte in der Schweiz hat sich in den letzten 50 Jahren fast vervierfacht - auf über 30'000. Trotz steigender Arztzahlen gibt es aber einen Ärztemangel. Das hängt mit dem steigenden Frauenanteil zusammen, wie die «Schweizerische Ärztezeitung» (SÄZ) schreibt. mehr lesen 
Bericht: Kein Mangel an Ärzten, dafür an Ausbildungsstellen.
Bern - In der Schweiz gibt es derzeit keinen Ärztemangel. Dies ist das Fazit eines ... mehr lesen
Kompetente Sprachschule im Herzen von Zürich!
Privatschule (Mittelstufe, Sek-Vorbereitung, Oberstufe, Handelsschule, Zwischenjahre, Nachhilfe)
Fast 50 Prozent der Ausgaben entfielen 2012 auf die obligatorische Schule vom Kindergarten bis zur 9. Klasse.
Fast 50 Prozent der Ausgaben entfielen 2012 auf die ...
Um 0,3 Prozent erhöht  Neuenburg - Bund, Kantone und Gemeinden haben 2012 etwas mehr in die Bildung investiert, insgesamt fast 35 Milliarden Franken. Der Anteil der Bildungsausgaben an den gesamten öffentlichen Ausgaben erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 17,1 auf 17,4 Prozent. 
Ein Ungeziefer für die Universität St.Gallen  St. Gallen - Die Universität St. Gallen bekommt ein Ungeziefer. Die Stubenfliege namens Erika, die 2012 mit einem offiziellen Flugticket ...  
Die Erika Fliege verkörpert die Symbiose zwischen Kunst und Wirtschaft.
Eine Order aus der Zeit des faschistischen Diktators Benito Mussolini wurde aktiviert.
Lehrer in Italien bekommt Tadel wegen Entfernung von Christus-Kreuz  Rom - Weil er ein Kruzifix aus einem Klassenzimmer entfernt hat, hat ein Philosophielehrer in Italien einen offiziellen Tadel bekommen - gemäss einer aus Mussolinis Zeiten geltenden Vorschrift.  
JUSO plant Kampagne  Schaffhausen - Die JUSO Schweiz plant für das Wahljahr 2015 eine Kampagne für die Rechte der Stifte und Stiftinnen. Das haben die Delegierten ...  
Lehrlinge sollen mehr Rechte erhalten.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1534
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 5°C 5°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 2°C 4°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 6°C 6°C bedeckt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 7°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 7°C 9°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 7°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 4°C 12°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten