Bund will Asylverfahren für serbische Roma beschleunigen
publiziert: Sonntag, 5. Aug 2012 / 12:27 Uhr
Aus Serbien bemühen sich wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage vor allem Roma um Asyl in der Schweiz. (Symbolbild)
Aus Serbien bemühen sich wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage vor allem Roma um Asyl in der Schweiz. (Symbolbild)

Bern - Die zahlreichen Asylgesuche aus Serbien bereiten dem Chef des Bundesamtes für Migration (BFM), Mario Gattiker, Sorgen. Weil die Chancen auf Aufnahme für die Asylbewerber aus dem Balkan praktisch inexistent sind, sollen die Gesuche so schnell wie möglich behandelt werden.

6 Meldungen im Zusammenhang
Aus Serbien bemühen sich wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage vor allem Roma um Asyl in der Schweiz, wie der jüngsten Asylstatistik zu entnehmen ist. 965 Personen aus Serbien reichten zwischen Januar und Ende Juni ein Asylgesuch ein. Das sind dreimal so viele wie im Vorjahr.

Für die vielen Asylgesuche aus dem Balkan zeigt BFM-Chef Gattiker wenig Verständnis: «Es kann doch nicht sein, dass Personen aus Ländern, die ohne Visum in die EU reisen können, in der Schweiz Asyl suchen», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Serbien werde sogar bald der EU beitreten können.

«Die Chance, dass jemand von dort Asyl erhält, ist gleich null.» Deshalb will das BFM diese Gesuche noch schneller behandeln. In einem Pilotprojekt brachte das BFM die Gesuchsteller in einer Zivilschutzanlage in Pratteln unter und führte das Verfahren gleich an Ort und Stelle durch - Rückkehrgespräche folgten sogleich.

Als weitere Abschreckungsmassnahme sieht Gattiker systematische Einreisesperren für einen klar definierten Personenkreis. Nicht mehr einreisen dürfen sollen demnach Personen, die visumsfrei in die Schweiz einreisen konnten, ein Asylgesuch gestellt haben, das sich als missbräuchlich erwiesen hat und Sozialhilfe bezogen haben. Die Sperre würde gleichzeitig auch für andere Schengenstaaten gelten.

Fortschritte mit Gesuchen aus Nordafrika

Auf schnellere Verfahren setzt das BFM auch, um den zahlreicheren Gesuchen aus dem Nordafrikanischen Raum Herr zu werden. «Seit diesem Jahr verzeichnen wir erhebliche Fortschritte», sagte Gattiker. Im Jahresvergleich sind laut Gattiker im vergangenen Quartal mehr Gesuche erledigt (35 Prozent), mehr Menschen ausgewiesen (43 Prozent) und die Verfahren von 225 auf 172 Tage verkürzt worden.

Mit Priorität behandelt das BFM zudem Gesuche von «renitenten und straffälligen Aslybewerbern», wie Gattiker weiter sagte. Für negative Schlagzeilen sorgen immer wieder einzelne Nordafrikaner, die nach dem «Arabischen Frühling» in die Schweiz flüchteten.

Als Problem anerkennt Gattiker, dass Asylbewerber bei geringfügigen Vergehen rasch wieder auf freien Fuss gelangen und wieder kriminell werden. Längere Haft sei zwar möglich, doch dazu fehlten «mindestens 300 bis 400» Haftplätze in den Kantonen. Der Bund kündigte im Februar an, er wolle den Kantonen bei der Finanzierung unter die Arme greifen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Schwyz - Die Schwyzer Behörden starten einen Pilotversuch mit Express-Verfahren für straffällig gewordene Asylsuchende. Statt wie ... mehr lesen 1
Zur Anwendung gelangt das beschleunigte Verfahren z.B. bei Diebstählen. (Symbolbild)
Bern - Die SVP möchte straffällige Asylbewerber in einem nationalen Internierungslager einschliessen. Rund zwei Wochen ... mehr lesen 38
Toni Brunner: Im Internierungslager sollten Asylbewerber landen, die sich nicht an die Gesetze hielten.
Bern - Für das Bundesamt für Migration (BFM) wäre es rechtlich vertretbar, Asylsuchenden generell nur noch Not- und keine ... mehr lesen
Heute müssen sich nur abgewiesene Asylsuchende und solche mit einem Nichteintretensentscheid mit der Nothilfe begnügen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Künftig werden kein neuen Verfahren eröffnet. (Symbolbild)
Bern - Am Freitag tritt eine Anfang ... mehr lesen 1
"und Sozialhilfe bezogen haben"
Wer bezieht denn hier Sozialhilfe? Ich habe 25 Jahre ununterbrochen in der gleichen Firma gearbeitet (hätte nochmals 20 Jahre dort arbeiten können) und dann den Job verloren wegen übelsten nachgewiesenen Verleumdungen, Drohungen, Dokumentefälschung und Beschimpfungen seitens der Behörden BfM/BVG und Migrationsamt TG. Hatte nie Betreibungen, Steuerschulden etc. was durch Dokumente belegt ist. Ich erhalte folgendes Arbeitslosengeld nach 25 Jahren lückenlosem Einzahlen und nach 24 Monaten unverschuldeter Arbeitslosigkeit: 0 Fr. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe 0 Fr.
Für die AHV spricht unter anderem die starke Solidarität zwischen hohen und tiefen Einkommen.
Für die AHV spricht unter anderem die starke Solidarität ...
Besser als dritte Säule  Bern - Die AHV verfügt über ein viel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als private Vorsorgelösungen. Für eine gleich hohe Rente muss teilweise mehr als doppelt so viel Geld in eine dritte Säule einbezahlt werden als in die AHV. 
150 Milliarden Franken für die soziale Sicherheit Neuenburg - Die Kosten der sozialen Sicherheit in der Schweiz sind 2012 real um 4,1 Prozent auf knapp ...
Die Ausgaben für Krankheit und Alter wuchsen am stärksten. (Symbolbild)
Wahlen 2015  Bern - Die SVP wird nach Aussagen ihres Parteipräsidenten Toni Brunner nach den Wahlen 2015 zwei Kandidaturen für die Bundesratswahlen ...  
Die Wahlen 2015 seien «ohne Zweifel die wichtigsten seit langem.« (Archivbild)
Die ordentlichen Ergebnisse von Bund, Kantonen und Gemeinde dürfen dieses Jahr negativ ausfallen.
Öffentliche Finanzen  Bern - Im Jahr 2014 dürften erstmals seit ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2468
    Sehr gut! "Das Bundesgericht hatte im Juli 2013 zu einer Beschwerde gegen die ... gestern 10:00
  • kubra aus Port Arthur 3168
    Mais oui casandrine. être enceinte un peux. Entweder man fragt die ganze ... Mo, 29.09.14 17:46
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Mot pour rire Jorian verstehen seulement Gare! Isse nichts important, comment avaient ... Mo, 29.09.14 13:27
  • tigerkralle aus Winznau 97
    Leuthard Ja Leuthard soll Schutzpatronin werden , Leuthard will 100 Millionen ... Mo, 29.09.14 11:25
  • jorian aus Dulliken 1508
    Witz komm raus! Da will jemand die 75% Klausel einführen, um ein Gesetz zu ändern oder ... Mo, 29.09.14 06:41
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Welsche Schweizer wieder düpiert Vier Welsche Kantone wurden wieder einmal durch die Deutschschweiz ... So, 28.09.14 20:12
  • Jack01 aus Oxford 1
    Gewonnen nach "Major Pfister Prinzip" Jacqueline Fehr hat die SP Vorwahl nach typischem "Major Pfister ... Sa, 27.09.14 20:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1015
    Im Neoliberalismus gefangen! Wir sind immer für ein freies Unternehmertum, aber das alles hat aber ... Sa, 27.09.14 15:50
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 12°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 11°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 13°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 14°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 14°C 19°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 13°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 15°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten