Bund zieht Plakate mit Behinderten-Sprüchen zurück
publiziert: Samstag, 28. Nov 2009 / 12:40 Uhr / aktualisiert: Samstag, 28. Nov 2009 / 14:59 Uhr

Bern - Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) stoppt die umstrittene Plakatkampagne mit Sprüchen wie «Behinderte sind dauernd krank». Bundesrat Didier Burkhalter hat beschlossen, auf die geplante Weiterführung im Frühling 2010 zu verzichten.

Gestoppt: Plakat-Kampagne der IV.
Gestoppt: Plakat-Kampagne der IV.
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Ende November wird die Kampagne beendet. Burkhalters Departementssprecher Jean-Marc Crevoisier bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen Bericht des «Blick».

Seit Beginn sei geplant gewesen, dass die erste Aktion der Kampagne Ende November zu Ende gehe. Nach den heftigen Reaktionen habe das BSV dem Bundesrat empfohlen, auf die zweite Aktion zu verzichten. Ob die Plakate und TV-Spots der ersten Aktion auch in der zweiten wieder aufgetaucht wären, konnte Crevoisier nicht sagen.

Diskussion um Reintegration von Behinderten

Mit der Kampagne sollte eine Diskussion um die Reintegration von Behinderten angeregt werden. «Dieses Ziel wurde leider nicht erreicht» sagte Crevoisier. Die Kosten der Kampagne beliefen sich laut Crevoisier auf rund 800'000 Franken.

Die Behindertenorganisation Pro Infirmis zeigte sich erfreut über den Entscheid Burkhalters. Zusammen mit anderen Behindertenorganisationen habe Pro Infirmis die Einstellung bereits vor zwei Wochen gefordert, erinnerte die Organisation in einer Mitteilung.

Die umstrittene Kampagne ist die dritte Phase einer vierjährigen Medienkampagne, mit der die Invalidenversicherung (IV) die berufliche Integration von Behinderten fördern will. Pro Jahr gibt die IV dafür 1,5 Millionen Franken aus.

(tri/sda)

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