Bundesamt für Verkehr protestiert bei SF
publiziert: Sonntag, 3. Jun 2007 / 13:28 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Jun 2007 / 13:56 Uhr

Bern - Das Bundesamt für Verkehr (BAV) protestiert beim Schweizer Fernsehen mit einem Brief wegen des «Dok»-Films über die NEAT. Im Film seien mehrere inhaltliche und sachliche Ungenauigkeiten, sagte BAV-Sprecher Gregor Saladin.

Gregor Saladin, der Sprecher des BAV.
Gregor Saladin, der Sprecher des BAV.
So sei es nicht korrekt, dass sich die Gesamtkosten der NEAT auf 32 Milliarden Franken belaufen würden, wie in dem Dokumentarfilm erwähnt. Saladin bestätigte damit einen Bericht der «NZZ am Sonntag».

Unkorrekt sei weiter die Behauptung, ein Wasserschaden in Sedrun habe zu einer Verzögerung des NEAT-Baus geführt. Tatsache sei, dass ein Vorsprung von einem Vierteljahr bestehe.

Das BAV kritisiert weiter, dass Italiens Bahnchef Mauro Moretti als «Kronzeuge» des Südanschlusses präsentiert wurde. Moretti sei weder Verkehrs- noch Infrastrukturminister. Es seien aber die Ministerien, die Entscheidungen träfen und Projekte finanzierten, sagte Saladin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Moretti macht in dem Film Aussagen, die darauf schliessen lassen, dass er die Lötschbergachse der Gotthardachse für den Güterverkehr vorzieht.

Ausgeblendete Tatsachen

Selbstverständlich könne man kritisch sein gegenüber dem NEAT-Projekt, sagte Saladin weiter. Das BAV habe jedoch den Eindruck, dass in dem «Dok»-Beitrag Tatsachen ausgeblendet wurden, wenn sie nicht in die Thesen passten, die im Film ausgebreitet werden sollten.

Verkehrsminister Moritz Leuenberger hat inzwischen wegen der Kritik Morettis bei der italienischen Regierung interveniert. Die italienischen Staatsbahnen sprachen von einem Missverständnis.

Moretti habe sich nie für die Bevorzugung der Lötschbergachse ausgesprochen. Seine Äusserungen in dem «Dok»-Film seien einem längeren Interview entnommen und so zusammengeschnitten worden, dass ein falscher Eindruck entstanden sei.

(dl/sda)

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