Schwarzgeld
Bundesanwaltschaft zieht 6,4 Mio. Franken an Mafiageldern ein
publiziert: Donnerstag, 3. Jul 2014 / 13:50 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jul 2014 / 14:59 Uhr
Das Verfahren gegen Massismo Ciancimino wurde eingestellt. (Archivbild)
Das Verfahren gegen Massismo Ciancimino wurde eingestellt. (Archivbild)

Bern - Die Bundesanwaltschaft hat 6,4 Millionen Franken einzogen, die der mittlerweile verstorbene Mafioso und ehemalige Bürgermeister von Palermo, Vito Ciancimino, auf Schweizer Banken hinterlegt hatte. Das Verfahren gegen seinen Sohn Massimo Ciancimino wurde eingestellt.

4 Meldungen im Zusammenhang
Gestützt auf Anzeigen bei der Geldwäscherei-Meldestelle des Bundes, hatte die Bundesanwaltschaft 2005 ein Verfahren wegen Geldwäscherei und Urkundenfälschung gegen Massimo Ciancimino und zwei ehemalige Berater seines 2002 verstorbenen Vaters eröffnet. Die Schweizer Banken waren hellhörig geworden, als sie von Geldwäscherei-Ermittlungen gegen diese Personen in Italien erfuhren.

Im April 2011 wurde Massimo Ciancimino in Italien verhaftet. Die Staatsanwälte beschuldigten ihn, falsche Dokumente vorgelegt zu haben, die Verstrickungen zwischen der Mafia und dem Ex-Polizeichef Gianni De Gennaro bezeugen würden. Das Oberste Kassationsgericht in Rom verurteilte Ciancimino im Oktober 2011 zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten.

Knapp drei Jahre später hat die Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen ihn und Mitbeschuldigte eingestellt - «in Anwendung des Opportunitätsprinzips», wie Mediensprecherin Jeannette Balmer am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung».

Verteilung der Gelder unklar

Massimo Ciancimino war bereits 2006 verhaftet worden. Danach hatte er sich zur Zusammenarbeit der mit der sizilianischen Justiz entschlossen. Er soll in der Schweiz die Schwarzgelder seines einflussreichen Vaters gewaschen haben.

Diese Gelder in Höhe von 6,4 Millionen Franken, die seit 2005 eingefroren auf Schweizer Konten liegen, zieht die Bundesanwaltschaft nun ein. Beschwerden der Kontoinhaber gegen diesen Entscheid wies das Bundesstrafgericht in Bellinzona Anfang Mai ab. Weil die Kontoinhaber auf den Weiterzug ans Bundesgericht in Lausanne verzichteten, ist die Einziehung rechtskräftig.

Noch offen ist zurzeit die Frage, wie das Geld verteilt wird. Italien hat sich auf dem Rechtshilfeweg für den Schweizer «Ciancimino-Schatz» interessiert, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Gestützt auf das Bundesgesetz über die Teilung eingezogener Vermögenswerte, dürfte das Bundesamt für Justiz mit Italien nun eine Teilungsvereinbarung aushandeln. In der Regel wird das Geld zu gleichen Quoten auf die beteiligten Staaten verteilt.

(ww/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Neapel - Die süditalienische Stadt Neapel sucht nach Wegen, um den Kampf gegen ... mehr lesen
Die Mafia nutzt die Krise aus, um immer tiefer in das Wirtschaftssystem in Nord- und Mittelitalien einzudringen. (Symbolbild)
Waffen aus der Schweiz für das kriminelle Geschäft in Italien.
Bern - 20 Mitglieder der kalabrischen Mafia-Organisation N'drangheta sind verhaftet worden. Dies teilten die italienischen Behörden am Dienstag mit. Der Clan soll sich in der ... mehr lesen
Rom - Massimo Ciancimino, Sohn des verstorbenen Bürgermeisters von ... mehr lesen
Massimi Ciancimino wurde bereits wegen Geldwäscherei verurteilt.
Die Vergangenheit holt Berlusconi ein.
Rom - Die 1993 vom damaligen Medienunternehmer Silvio Berlusconi gegründete Mitte-Rechts-Partei Forza Italia ist laut den Aussagen eines Zeugen in einem Mafia-Prozess in Palermo mit der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 16°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 16°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 16°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 18°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 19°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 23°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten