Bundeskanzlei erklärt Steuerabkommen-Referenden für gescheitert
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 12:42 Uhr
Über den Entscheid der Bundeskanzlei zeigt sich die AUNS enttäuscht.
Über den Entscheid der Bundeskanzlei zeigt sich die AUNS enttäuscht.

Bern - Nun ist der Entscheid der Bundeskanzlei definitiv: Die Referenden gegen die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich sind nicht zustande gekommen. Dies hält die Bundeskanzlei in einer Verfügung fest. Das letzte Wort hat das Bundesgericht.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die Referendumskomitees haben ab morgen Freitag 30 Tage Zeit, beim Bundesgericht Beschwerde einzureichen. Stützt es den Entscheid der Bundeskanzlei, sind die Referenden endgültig nicht zustande gekommen.

Die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) hat bereits beschlossen, vor Bundesgericht zu gehen. Die direkte Demokratie dürfe nicht durch verfassungswidrige Hürden behindert werden, schreibt sie in einer Stellungnahme vom Donnerstag.

Über den Entscheid der Bundeskanzlei zeigt sich die AUNS enttäuscht. Offenbar werde der gesetzlich begründete Formalismus höher gewichtet als verfassungsmässig garantierte politische Rechte, kritisiert die Organisation.

Nachkontrolle bringt keine Überraschung

Gemäss der Verfügung der Bundeskanzlei, welche die AUNS am Donnerstagmorgen veröffentlichte, ergab auch die Nachkontrolle, dass das Ziel von 50'000 gültigen Unterschriften verfehlt wurde. Gegen das Abkommen mit Deutschland wurden demnach total 48'604 Unterschriften eingereicht, wovon 47'895 gültig waren.

Die AUNS hatte gefordert, dass die Bundeskanzlei jene Unterschriften mitzählen müsse, die nach Ablauf der Frist nachgereicht wurden. Sie macht die Gemeinden für das Scheitern der Referenden verantwortlich: Die mangelhafte Arbeit vieler Gemeinden habe dazu geführt, dass die rechtzeitig beglaubigten Unterschriften bei der Bundeskanzlei zu spät eingetroffen seien.

Zu spät eingetroffen

In der Verfügung der Bundeskanzlei heisst es dazu, Unterschriften müssten laut Gesetz für ungültig erklärt werden, wenn sie ohne Stimmrechtsbescheinigung eingereicht würden oder auf Listen figurierten, die nach Ablauf der Referendumsfrist eingereicht worden seien.

Das Gesetz halte ausdrücklich fest, dass die nötige Anzahl Unterschriften samt Stimmrechtsbescheinigung innerhalb der Referendumsfrist bei der Bundeskanzlei eintreffen müsse. Die Urheber des Referendums müssten die Unterschriftslisten rechtzeitig vor Ablauf der Referendumsfrist der Amtsstelle zustellen, die für die Stimmrechtsbescheinigung zuständig sei.

Fehler nicht nur bei den Gemeinden

Die Bundeskanzlei weist auch darauf hin, dass die Referendumsfrist von 90 auf 100 Tage verlängert wurde, um den Referendumskomitees den Spielraum verschaffen, die Stimmrechtsbescheinigungen rechtzeitig vor Ablauf der Frist einzuholen.

«Es stellt sich nicht allein die Frage nach Fehlern bei der Rücksendung bescheinigter Unterschriften, sondern ebenso die Frage nach der rechtzeitigen Einholung der Stimmrechtsbescheinigungen», heisst es in der Verfügung.

Entscheid im November

Das Referendum ergriffen hatte neben der AUNS auch die JUSO. Im Parlament hatten sich die SVP sowie ein Teil der SP gegen die Steuerabkommen gestellt. Die SVP möchte nicht, dass die Schweiz für andere Staaten Steuern eintreibt. Die Kritiker aus den Reihen der Linken befürchten dagegen, die Abkommen könnten den automatischen Informationsaustausch verzögern oder verhindern.

In Deutschland bekämpfen die Sozialdemokraten das Abkommen. Dieses droht im Bundesrat (Länderkammer) zu scheitern. Der Entscheid soll in diesem November fallen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lausanne - Über das Steuerabkommen mit Österreich wird definitiv nicht abgestimmt. Das Bundesgericht hat die Beschwerde ... mehr lesen
Definitiv keine Abstimmung über Steuerabkommen mit Österreich
Das Bundesgericht lehnte das Gesuch der Privatperson ab.
Lausanne - Die Steuerabkommen ... mehr lesen
Bern - Bei Volksinitiativen und Referenden sollen die Gemeinden künftig die Stimmrechtsbescheinigung innerhalb ... mehr lesen
Eine eigene Frist für die Überprüfung der Unterschriften.
59,3 Millionen Euro nimmt Österreich durch die Anzeigen ein.
Wien/Bern - Für Österreich trägt das Steuerabkommen mit der Schweiz schon vor seinem Inkrafttreten Anfang 2013 ... mehr lesen
Bern - Die AUNS geht vor das Bundesgericht - wenn die Bundeskanzlei (BK) die nachgereichten Unterschriften zu den Steuerabkommen-Referenden mit Deutschland und Grossbritannien nicht doch noch akzeptiert. Die Verantwortlichen der Referenden wollen einen Grundsatzentscheid. mehr lesen  7
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Bundeskanzlei sieht die Referenden gegen die drei Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und ... mehr lesen
Bundeskanzlei beantragt Nichtzustandekommen der Referenden
Die Post widerspricht der Genfer Staatskanzlei.
Bern - Die Schweizerische Post weist im Zusammenhang mit den gescheiterten Referenden gegen die ... mehr lesen
Bern - Das Schweizer Stimmvolk wird am 25. November nicht über die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und ... mehr lesen
Die Steuerdeals kommen nicht vors Volk.
Swisscom-Chef Carsten Schloter
Swisscom-Chef Carsten Schloter
Grosse Bedenken vor Juso-Initiative  Bern - Beim Telekomkonzern Swisscom wären 5000 Löhne von der 1:12-Initiative der JUSO betroffen. Dies sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». 
Firmentafel mit Aussenansicht der Zuger Rohstoffhandelsfirma Glencore am Hauptsitz in der Baarermatte.
Glencore-Chef droht Schweiz wegen 1:12-Initiative mit Abzug Baar ZG - Glencore-Chef Ivan Glasenberg stellt sich klar gegen die 1:12-Initiative der Juso. Sollte das ... 50
Volksrechte  Basel - Die kantonale Vermummungsverbots-Initiative der Jungen SVP ist rechtlich unzulässig, wie der baselstädtische Grosse Rat am ...
Die Initiative sieht ein allgemeines Vermummungsverbot vor.
Der TCS will keine Verteuerung der Autobahnvignette.
Ja zum Referendum  Bern - Der Touring Club Schweiz (TCS) wehrt sich gegen die Verteuerung der Autobahnvignette von 40 auf 100 Franken. Er unterstützt das ...  
Titel Forum Teaser
  • thomy aus Bern 3811
    1 zu 12-Intiative heisst ..., Nur, damit ich mir das zu Gemüte führen kann. Am Beispiel eines, einer ... heute 22:20
  • keinschaf aus Henau 1519
    Das nächste Mal... ...bitte etwas auf die Rechtschreibung schauen, JB;-) Wenn schon der ... heute 19:14
  • Kassandra aus Frauenfeld 738
    Sehr kurze "gute Zeit"! Gerade einmal 12 Minuten! heute 16:15
  • Kassandra aus Frauenfeld 738
    Und weswegen? Weil man dieses komische Ding als Sonnen- oder Windrad bezweichen ... heute 16:08
  • frusti aus Kirchdorf 17
    Angriff auf Geldbeutel ist einfacher als sparen War schon immer so und wird auch so bleiben. Mehr Steuern eintreiben ... gestern 16:49
  • KangiLuta aus Wila 102
    Raubzüge des Staates Schon vor ca. 10/15 Jahren wurde vor diesen Raubzügen durch den Staat ... Mo, 20.05.13 21:40
  • KangiLuta aus Wila 102
    Swastika Die Sioux-Indianer haben die Swastika ganz offiziel in ihren Gebrauchs- ... Mo, 20.05.13 21:22
  • keinschaf aus Henau 1519
    Plagiatsvorwurf Der Satz, mit dem Sie offenbar einig gehen, ist ein Plagiat, wie der ... Mo, 20.05.13 19:44
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 6°C 6°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 6°C 8°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 8°C 9°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 9°C 12°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 9°C 10°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 10°C 14°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 7°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten