Bundesrat Couchepin spricht über «Zeit und Politik»
publiziert: Donnerstag, 30. Aug 2007 / 10:03 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Aug 2007 / 10:20 Uhr

Erlach - Für sein traditionelles Medientreffen auf der St. Petersinsel hat Bundesrat Pascal Couchepin das übergreifende Thema «Zeit und Politik» gewählt. Er wollte damit eine Diskussion darüber auslösen, wie die Politik mit dem «Rohstoff Zeit» umgeht.

Die Voraussetzungen für ein solches Zeitgutschriftensystem seien gut, erklärte Couchepin.
Die Voraussetzungen für ein solches Zeitgutschriftensystem seien gut, erklärte Couchepin.
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Die Politik kümmere sich seit jeher um den Raum, stellte Couchepin fest. Als Beispiele nannte er die Raumplanungs- und Verkehrspolitik. Eine Zeitpolitik gebe es nicht, die sich mit Zeitnot, Zeitsouveränität, dem Wandel des beruflichen und privaten Zeithorizonts mit verschiedenen Lebensabschnitten befasse.

Es werde für einen Teil der Menschen immer schwieriger, «mit der Zeit mitzuhalten,» sagte Couchepin. Die Politik müsse dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht der temporalen Entwicklungen hinterliefen und von der sich beschleunigten Zeit abgehängt würden. Der Staat müsse «Stabilisator» sein und Sicherheit garantieren.

Die Politik habe die Konsequenzen daraus zu ziehen, dass sich heute ein unreguliertes, ethisch und politisch wenig diskutiertes «Zeitregime» installiert habe, das für die Menschen normative Kraft habe. Das Zeitregime sei heute die «unsichtbare Hand, die das konkrete Leben regiert».

Eine Beschleunigungsgeschichte

Konkret steht die Politik laut Couchepin vor Fragen, wie Familie und Arbeit zeitlich zu verbinden sind, wie starre Zeitgrenzen (Schulzeiten, Krippenzeiten, Öffnungszeiten, Sprechzeiten von Behörden, Dienstleistungsangebote der Verwaltung) flexibilisiert werden können. Ziel sei eine möglichst grosse Autonomie der Menschen.

Bundesrat Couchepin liess sich vom Soziologen Hartmut Rosa von der Universität Jena begleiten, der in das Thema einführte. Für Rosa ist die Geschichte der Moderne eine Beschleunigungsgeschichte, «auch wenn sie an ihrem Ende in einen Zustand münden mag, in dem der rasende Wandel von einem totalen Stillstand nicht mehr zu unterscheiden sein wird».

(smw/sda)

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