
Bern - Nur erholte und gesunde Arbeitnehmende können laut Bundesrätin Simonetta Sommaruga gute Leistungen erbringen. Dennoch hat sie am Dienstag im Namen des Bundesrats für ein Nein zur Initiative «6 Wochen Ferien für alle» geworben. Die Initiative führe nicht unbedingt zu einer Entlastung der Arbeitnehmer.
Die vom Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse getragene und von den linken Parteien unterstützte Initiative verlangt, dass alle Arbeitnehmenden jährlich mindestens sechs Wochen bezahlte Ferien erhalten. Die Arbeitnehmer sollen so an den Produktivitätsgewinnen der letzten Jahre beteiligt werden.
Zu grosse Belastung für KMU
Mehr Ferien bringt laut Sommeruga aber nur etwas, wenn anschliessend die Arbeit auf mehr Hände und mehr Köpfe verteilt wird. Andernfalls drohe die Arbeit für den Einzelnen sogar zu einer noch grösseren Belastung zu werden, sagte sie vor den Medien in Bern. Denn so müsste die anfallende Arbeit in weniger Zeit verrichtet werden.
Der Bundesrat hält es für wahrscheinlich, dass viele Arbeitgeber - insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - nach Annahme der Initiative den Personalbestand nicht erhöhen.
Denn jede zusätzliche Ferienwoche erhöhe die Lohnkosten: Bei einem Arbeitspensum von 240 Arbeitstagen pro Jahr und einer Fünf-Tage-Woche würden sich die Lohnkosten pro zusätzliche Ferienwoche um rund 2 Prozent erhöhen. Gerade KMU würden sich unabhängig von der Wirtschaftslage schwer damit tun, höhere Lohnkosten zu verkraften, sagte Sommaruga.
Massgeschneiderte Firmen- und Branchenlösungen
Diesen Standpunkt vertrat auch der Waadtländer Volkswirtschaftsdirektor Philippe Leuba (FDP). Die Schweiz habe bereits heute Lohnkosten, die im weltweiten Vergleich zu den höchsten zählen würden. Eine weitere Erhöhung sei deshalb nicht angezeigt.
Zudem würden besonders kleine KMU durch einen höheren Ferienanspruch organisatorisch vor grosse Herausforderungen gestellt. Es sei deshalb besser, an der bisherigen Ferienregelung des Obligationenrechts festzuhalten, die den unter 20-jährigen Arbeitnehmenden fünf Wochen Ferien garantiert und allen anderen vier Wochen.
Darüber hinausgehende Lösungen sollten wie heute von den Sozialpartnern ausgehandelt werden. Es gelte Lösungen zu finden, die auf die Realität in einem Betrieb abgestimmt seien. Diese könnten beispielsweise auch Lohnerhöhungen vorsehen. Zweifellos hätten heute viele Arbeitnehmer lieber eine Lohnerhöhung als zusätzliche Ferien, sagte Leuba.
Als Beispiel für die Notwendigkeit von firmenspezifischen Lösungen nannte er zudem den Konflikt um den Novartis-Produktionsstandort in Nyon. Um die Schliessung zu verhindern, ruft die Gewerkschaft Unia gemäss Leuba die Novartis-Angestellten auf, einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden zuzustimmen.
(bg/sda)
Wie schaut es mit den KMU's aus?
Es gibt Betriebe mit einem Chef und 2 Angestellten. Dann kommt halt ein Temporärer zum Zug soweit so gut. Nur wird dieser Betrieb die Mehrkosten auf den Endverbraucher abwälzen. Das wären dann Sie und ich.
Am Ende schimpfen wir alle über die hohen Preise in der CH und gehen noch mehr ins Ausland einkaufen.
Mehr Ferien - weniger Jobs. So die Kernaussage.
Also die gleich ewige Leier wie immer wenn es um etwas geht dass den Arbeitgebern mehr kosten könnte, es wird die Angstkeule des Jobverlustes geschwungen.
Das hat bisher meistens gut funktioniert egal bei was für Abstimmungen. Besonders aggressiv geht Economiesuisse mit dieser Angstkeule seit Jahr und Tag um.
Allerdings wird diese Wirkung irgendwann mal nicht mehr greifen. Vielleicht schon bei dieser Initiative?
Auf der anderen Seite muss man sagen, dass mit der Initiative wieder mal am Ziel vorbeigeschossen wurde.
4 Wochen sind zu wenig, das sollte klar sein. Also warum fordert man nicht 5 Wochen? Das wäre doch logisch, ausserdem gewähren viele Betriebe bereits 5 Wochen Ferien und somit wäre diese Veränderung für die Wirtschaft durchaus zu bewältigen.
Aber nein, man musste gleich 6 Wochen reinbuttern. Toll, daran wird die Initiative dann wahrscheinlich auch scheitern.
Die sozial denkenden und agierenden Kräfte in der Schweiz müssen lernen mit Mass zu handeln.
Auch die Initiative 1:12 ist so ein Beispiel. Warum nicht 1:20, das wäre besser zu verkaufen gewesen und hätte sicher Aussicht auf Erfolg. Aber 1:12, das wird eine Mehrheit als Übertrieben einstufen obwohl der Zorn auf die "Abzocker" gross ist.
- zombie1969 aus Frauenfeld 1021
"Sans Papiers sind nicht krankenversichert" Nicht nur! Eine KK hat man als CH-Bürger und Opfer schwer krimineller ... heute 20:23 - zombie1969 aus Frauenfeld 1021
Glücklicherweise... ist der Erwerb und Besitz von Schusswaffen in der CH liberal gestaltet, ... heute 20:12 - zombie1969 aus Frauenfeld 1021
Wer sich... an die hiesigen Gesetze hält dürfte weiterhin unbehelligt seine Leben ... heute 16:14 - zombie1969 aus Frauenfeld 1021
Was das... den Steuerzahler wieder zusätzlich zur bereits im Asylunwesen jährlich ... heute 15:55 - Pacino aus Brittnau 625
Prohibition . . . . . . treibt den Preis hoch und belohnt die Dealer. Bravo Holland, ... heute 11:54 - Vitalis aus Hallau 8
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