Übergangslösung
Bundesrat macht Xenotransplantation bewilligungspflichtig
publiziert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 09:38 Uhr

Bern - Wer tierische Organe, Gewebe oder Zellen auf den Menschen transplantieren will, braucht künftig eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Der Bundesrat hat die Regelung der Xenotransplantation auf den 1. Juli in Kraft gesetzt.

Das vom Parlament beschlossene Bewilligungsregime gilt so lange, bis das Transplantationsgesetz in Kraft tritt, voraussichtlich im Jahr 2004. Sie ist auf die Richtlinien abgestimmt, die in den USA, Grossbritannien und im Rahmen des Europarates ausgearbeitet werden.

Eine Xenotransplantation ist nur erlaubt, wenn die Empfängerin oder der Empfänger aus freiem Willen und mit Unterschrift die Zustimmung erteilt hat. Die Verwendung von Primaten als Spendertiere wird wegen der nahen Verwandtschaft mit dem Menschen und dem dadurch erhöhten Infektionsrisiko verboten.

In der Schweiz sind bislang keine Xenotransplantationen vorgenommen worden. Allerdings wurden bereits klinische Studien mit tierischen Zellen durchgeführt. Weitere Versuche, insbesondere im Bereich der Gentherapie, sind jedoch in Vorbereitung.

Das BAG rechnet daher in naher Zukunft mit Gesuchen um Erteilung einer Bewilligung, insbesondere weil menschliche Zellen, die zusammen mit tierischen gezüchtet werden, aufgrund des gleichen Risikopotenzials künftig wie Xenotransplantate behandelt werden.

(la/sda)

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