Neue Strategien
Bundesrat verbannt Fussballfans in Extrazüge
publiziert: Freitag, 15. Jun 2012 / 14:23 Uhr / aktualisiert: Freitag, 15. Jun 2012 / 18:47 Uhr
Weniger Risiken für unbeteiligte Passagiere. (Symbolbild)
Weniger Risiken für unbeteiligte Passagiere. (Symbolbild)

Bern - Die SBB und andere Bahnunternehmen sollen sich künftig weigern können, Fussballfans zu transportieren, wenn diese nicht im Extrazug reisen wollen. Der Bundesrat hat am Freitag eine entsprechende Änderung des Personenbeförderungsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt.

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Mit der Revision des Personenbeförderungsgesetzes reagiert der Bundesrat unter anderem auf Basler Fans, die mehrmals darauf bestanden, mit Extrazügen bis zum Berner Hauptbahnhof zu fahren, um von dort in einem Fanumzug durch die Stadt zum Stadion zu ziehen. Die Fans drohten damit, andernfalls die normalen Züge zu benützen.

Aufgrund solcher Ereignisse hatte der Bundesrat letzten März angekündigt, dass er eine Lockerung der Transportpflicht der Bahnen befürwortet und eine entsprechende Vorlage ausarbeiten will.

Vermehrt Kombi-Tickets

Die nun vorgelegte Regelung sieht vor, dass Fangruppen keinen Anspruch mehr auf eine Beförderung in fahrplanmässigen Zügen haben, wenn ihnen ein Extrazug zur Verfügung steht. Die Bahn- und Busbetriebe können damit von sich aus einen Extrazug anbieten und die Fans verpflichten, diesen für die Reise zu benutzen.

Das soll dazu führen, dass vermehrt Kombi-Tickets für Transport und Eintritt zum Einsatz kommen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 11. Oktober 2012. Mit den Massnahmen soll der öffentliche Verkehr sicher bleiben; unbeteiligte Passagiere sollen möglichst geringen Risiken ausgesetzt werden, teilte das Bundesamt für Verkehr mit.

Richtige Richtung

Bei der SBB stösst die vorgeschlagene Lockerung der Transportpflicht auf Zustimmung. Die Massnahme gehe für die SBB in die richtige Richtung, sagte SBB-Sprecher Reto Kormann am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Clubs und Fanorganisationen würden stärker in die Pflicht genommen und müssten mehr Verantwortung übernehmen, sagte er. Das sei zu begrüssen.

Die SBB erhofft sich, mit Hilfe solcher Massnahmen die Kosten mit Fanzügen zu senken oder ganz zu tilgen. Nach SBB-Angaben belaufen sich die Kosten auf 3 Millionen Franken pro Jahr, einige hunderttausend Franken werden durch Schäden verursacht.

Als vorbildlich gilt für die Zusammenarbeit zwischen Bahn und Club ein Modell, das die SBB und die Berner Young Boys (YB) seit einiger Zeit anwenden. In Bern wurden Mitglieder der Fanorganisationen zu Betreuern ausgebildet, die in den Fanzügen für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Sie sollen deeskalierend wirken und Sachbeschädigungen verhindern.

(bg/sda)

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