Krankenversicherung:
Bundesrat verbietet Rabatte auf Krankenkassen-Franchise
publiziert: Mittwoch, 23. Feb 2000 / 12:30 Uhr

Bern - Die Wahl einer höheren Franchise in der Krankenversicherung darf für die Versicherten nicht länger ein sicheres Geschäft sein. Ab 2001 dürfen die Kassen keine Rabatte mehr gewähren, welche das zusätzliche Kostenrisiko übersteigen.

Statt der Grundfranchise von 230 Franken können die Versicherten eine Franchise von 400 bis 1500 Franken wählen und erhalten dafür einen prozentualen Prämienrabatt. Oft ist der Rabatt so hoch, dass die Versicherten auch dann von einer Einsparung profitieren, wenn sie Leistungen in Anspruch nehmen und die ganze Franchise berappen müssen.

Dieser Spareffekt ist nach Ansicht des Bundesrates systemwidrig und ungerecht. Der Krankenkasse entgehen dadurch Prämien, die sie durch überhöhte Basisprämien wieder wettmachen müssen. Gegen den Solidaritätsgedanken werden zudem jene beanchteiligt, die sich das Risiko einer höheren Franchise nicht leisten können.
Neu dürfen die Kassen bei der Wahl einer höheren Franchise keine Rabatte mehr gewähren, die grösser sind als das von den Versicherten zusätzlich übernommene Kostenrisiko. Vor allem in Regionen mit hohem Prämienniveau - das heisst insbesondere in der Westschweiz - werden Versicherte auf einen Teil der bisherigen Rabatte verzichten müssen.

Gleichzeitig sollen die Krankenkassen die Prämienrabatte regional abstufen können. Heute müssen sie in ihrem gesamten geografischen Tätigkeitsgebiet die gleichen Sätze anwenden. Dies verleitet sie dazu, beinahe durchgehend den höchstzulässigen und teilweise versicherungstechnisch überhöhten Rabatt zu gewähren.

(ba/sda)

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