Bundesrat vergibt Palais de l´Equilibre an CERN
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2003 / 18:03 Uhr

Bern - Zu seinem 50-jährigen Geburtstag erhält das Europäische Labor für Teilchenphysik CERN in Genf vom Bund den Expo.02-Pavillon Palais de l´Equilibre. Der einzige Mitbewerber für den Kauf des Objekts, die Paleq Holzindustrie AG in Oensingen, geht leer aus.

Der Palais de l'Equilibre.
Der Palais de l'Equilibre.
Bei seinem Entscheid zu Gunsten des CERN stützte sich der Bundesrat vor allem auf die Empfehlung der Aufsicht über die Bundesprojekte Expo.02. Diese sei deutlich zu Gunsten der Bewerbung des internationalen Forschungslabors ausgefallen, hiess es.

Die Holzkonstruktion des sehr populären Expo-Pavillons, der in Neuenburg stand, wird dem CERN in zerlegtem Zustand übergeben. Es zahlt eine Rückbau- und Transportentschädigung von 900 000 Franken.

Die 27 Meter hohe und fast 40 Meter Durchmesser aufweisende Kugel wird auf dem CERN-Gelände als Besucherzentrum dienen. Neu heisst sie Globe de l´innovation.

Sie soll eine ständige, der Nuklearforschung gewidmete Ausstellung sowie temporäre Ausstellungen beherbergen. Durch Glasfenster werden die Besuchenden einen Blick in den Kontrollraum der Teilchenbeschleuniger werfen können.

Für die Instandstellung und die Anpassung an die neue Nutzung sprach der Bundesrat dem CERN überdies einen Investitionsbeitrag von vier Millionen Franken. Zudem werden Einheiten der Schweizer Armee den Palais auf dem Grund des CERN neu aufbauen, was den Bund zusätzlich eine Million Franken kostet.

Beim CERN reagierte man extrem glücklich auf den Entscheid. Dank der kugelförmigen Holzkonstruktion hofft das Europäische Labor, künftig mehr als die bislang rund 30 000 Besucherinnen und Besucher im Jahr empfangen zu können.

Mit Enttäuschung hat die Gemeinde Oensingen und die dortige Trägerschaft vom Entscheid des Bundesrates Kenntnis genommen. Erstaunen weckte die finanzielle Grosszügigkeit gegenüber dem Standort CERN in Genf.

(bert/sda)

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