Weniger Auflagen für künstliche Befruchtung
Bundesrat will Vorschriften zur künstlichen Befruchtung lockern
publiziert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 09:54 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 13:34 Uhr
Die Embryonen sollen mehr untersucht werden dürfen.
Die Embryonen sollen mehr untersucht werden dürfen.

Bern - Künftig soll es bei der künstlichen Befruchtung erlaubt sein, Embryonen vor der Einpflanzung auf schwere Erbkrankheiten zu untersuchen. Der Bundesrat will die heute verbotene Präimplantationsdiagnostik unter strengen Auflagen zulassen.

7 Meldungen im Zusammenhang
Das Thema sei äusserst sensibel, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag vor den Medien in Bern. Die Frage nach den Grenzen sei unumgänglich, sie müsse politisch und gesellschaftlich diskutiert werden.

Nach dem Willen des Bundesrates sollen Embryonen künftig auf schwere Erbkrankheiten wie die Mukoviszidose und die spinale Muskelatrophie untersucht werden dürfen. Paare, bei welchen wegen ihrer genetischen Veranlagung die Gefahr besteht, dass ihr Kind von einer solchen Erbkrankheit betroffen sein könnte, dürften den Embryo also vor der Einpflanzung untersuchen lassen.

Nicht für Down-Syndrom

Alle anderen Anwendungsmöglichkeiten sollen verboten bleiben. So soll es auch künftig nicht erlaubt sein, Embryonen auf Trisomie 21 (Down-Syndrom) zu testen. In der Pränataldiagnostik - der Untersuchung des Embryos im Mutterleib - ist dies erlaubt, die Diagnose führt mitunter zu einer Abtreibung.

Berset räumte ein, dass dies nicht unproblematisch sei. Er rief aber in Erinnerung, dass die heutige Situation mit dem gänzlichen Verbot der Präimplantationsdiagnostik noch grössere Widersprüche berge, da auch schwere Erbkrankheiten erst im Mutterleib diagnostiziert werden dürften.

Nicht für Spender-Geschwister

Verboten bleiben soll die Präimplantationsdiagnostik auch für die Auswahl so genannter Retter-Babys. Es darf also nicht abgeklärt werden, ob ein Embryo geeignet wäre, später für ein krankes Geschwister Organe oder Gewebe zu spenden. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet damit, dass mit den neuen Regeln jährlich zwischen 50 und 100 Untersuchungen an Embryonen ausserhalb des Mutterleibs durchgeführt würden.

Der Bundesrat sei sich bewusst, dass in der Fortpflanzungsmedizin stets das Risiko der Eugenik bestehe, also der Auswahl gewünschter Eigenschaften, beteuerte Berset. Aus diesem Grund wolle er strenge Rahmenbedingungen. Ein Screenig - eine breit angelegte Suche nach genetischen Risiken - komme für ihn nicht in Frage.

Neu acht Embryonen

Zulassen will der Bundesrat aber, dass Eltern, die auf die künstliche Befruchtung zurückgreifen, pro Behandlungszyklus neu acht Embryonen in vitro entwickeln lassen dürfen. Derzeit ist die Zahl auf drei beschränkt («Dreier-Regel»).

Damit will der Bundesrat ermöglichen, dass erblich vorbelastete Paare im Rahmen der Fortpflanzungsmedizin die gleichen Chancen auf einen übertragbaren Embryo erhalten wie unbelastete Paare. Generell aufheben will der Bundesrat das Verbot, Embryonen aufzubewahren, um sie allenfalls später einzupflanzen. Dadurch werde auch die Zahl von Mehrlingsschwangerschaften gesenkt, die mit Risiken für Mutter und Kinder verbunden seien, sagte Berset.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dschungelbuch Gestern hat der Ständerat entschieden, dass im Reagenzglas künstlich hergestellte Embryos vor der Einpflanzung in den Mutterleib ... mehr lesen
Eizelle bei der künstlichen Befruchtung: In Zukunft darf geprüft werden - beschlossene Beschränkungen sind schon jetzt Makulatur.
Embryo. (Symbolbild)
Bern - Der Bundesrat will die Präimplantationsdiagnostik in engen ... mehr lesen
Bern - Die Zahl der Paare, die ihren Kinderwunsch mit Hilfe der Fortpflanzungsmedizin erfüllen wollen, ... mehr lesen
2006 Neugeborene kamen 2011 mit Hilfe der Fortpflanzungsmedizin zur Welt. (Symbolbild)
Bern - Der umstrittene Bluttest zur Erkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen ist seit Montag in der Schweiz auf dem Markt. ... mehr lesen
Nun kann in der Schweiz ein Bluttest durchgeführt werden, um das Down-Syndrom bei Ungeborenen zu erkennen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Rom - Der Ausfall einer Kühlanlage in einer römischen Klinik hat 94 menschliche Embryonen vernichtet. In der Anlage des Filippo-Neri-Zentrums für künstliche Befruchtung stieg die Temperatur aus ungeklärten Gründen von minus 196 auf plus 20 Grad. mehr lesen 
Guy Parmelin sorgt sich um die Gewalt im Nahen Osten. (Archivbild)
Guy Parmelin sorgt sich um die Gewalt im Nahen Osten. (Archivbild)
Yaalon zu Besuch  Bern - Die Verteidigungsminister der Schweiz und Israels sind am Donnerstag im Landgut Lohn zu Gesprächen zusammengekommen. Bundesrat Guy Parmelin sprach von einem offenen und aufrichtigen Dialog mit Mosche Yaalon, auch über «delikate Punkte» wie die Palästinenserfrage. 
Israels Verteidigungsminister mit militärischen Ehren empfangen Bern - Verteidigungsminister Guy Parmelin hat am Landgut Lohn seinen israelischen ...
Guy Parmelin hat am Landgut Lohn seinen israelischen Amtskollegen empfangen.
Green Investment Bundesrätin in Grossbritannien  London/Bern - Auf ihrem Arbeitsbesuch in Grossbritannien hat sich Bundesrätin Doris Leuthard für den Ausbau der ...  
Doris Leuthard macht sich für erneuerbare Energien stark.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
Zuwanderung  Bern - Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich nicht über die ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3729
    Sicherheit "3000 Asylbewerber "verschwunden" Absolut verantwortungslos wie hier ... Fr, 12.02.16 12:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3729
    Diese... Meldung dürfte besonders bei den CH-Polizeikorps zu einem erheblichen ... Mi, 10.02.16 12:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3729
    Bei... der bisherigen Political Corectness kann man der Polizei in solchen ... Mo, 08.02.16 21:50
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3729
    Es... gilt weiterhin: für die afrikanischen Staaten ist es besser, wenn die ... So, 07.02.16 19:31
  • Midas aus Dubai 3761
    Ja Dreck! Ich kann als Dreck bezeichnen, wen ich will. Mörder, Vergewaltiger, ... Do, 04.02.16 23:23
  • Midas aus Dubai 3761
    Redaktionelles Wunder Ich frage mich schon warum Sie Wulle-Bascht-Tante alle auf's gröbste ... Do, 04.02.16 23:21
  • Kassandra aus Frauenfeld 1664
    Ein Mensch ist niemals Dreck! Vor gut 50 Jahren wurde der Kongo selbstständig. Bis dahin mussten ... Mi, 03.02.16 17:40
  • Pacino aus Brittnau 710
    Unsere Richter haben das Vertrauen verspielt . . . . . . das ist der eigentliche Skandal und alle Künstler, ... Di, 02.02.16 17:01
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 2°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Basel 1°C 2°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 3°C 5°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 4°C 5°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 4°C 7°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 4°C 6°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 4°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten