Kritik gegenüber Verwaltungskontrolle
Bundesrat will mehr Transparenz bei externen Mitarbeitenden
publiziert: Freitag, 30. Jan 2015 / 12:43 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Jan 2015 / 14:13 Uhr
Der Bundesrat will nicht auf den Einsatz externer Fachkräfte in der Bundesverwaltung verzichten.
Der Bundesrat will nicht auf den Einsatz externer Fachkräfte in der Bundesverwaltung verzichten.

Bern - Der Bundesrat will nicht auf den Einsatz externer Fachkräfte in der Bundesverwaltung verzichten. Er ist aber bereit, Kriterien und Grundsätze für deren Beizug zu formulieren. Auch sollen künftig die Kosten ausgewiesen werden.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der Bundesrat reagiert damit auf Kritik der parlamentarischen Verwaltungskontrolle. Diese hatte neun Verwaltungseinheiten beleuchtet und war zum Schluss gekommen, dass der Beizug von Mitarbeitenden ohne öffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrag mit dem Bund undurchsichtig und in vielen Fällen unangemessen sei.

Die ständerätliche Geschäftsprüfungskommission (GPK) richtete in der Folge Empfehlungen an den Bundesrat. Unter anderem empfahl sie, eine Strategie für den Beizug externer Mitarbeitender zu definieren, die Rechtsgrundlagen zu überprüfen und die Transparenz zu erhöhen.

Ausweichmanöver unterbinden

Am Freitag hat der Bundesrat nun seine Stellungnahme veröffentlicht. «Auf den Einsatz externer Fachkräfte kann und soll nicht verzichtet werden», schreibt er. Diese seien nötig, um Arbeitsspitzen kurzfristig zu brechen oder spezifisches Expertenwissen einzuholen.

Aus Sicht des Bundesrates genügen auch die vorhandenen rechtlichen Grundlagen. Die Regierung räumt aber indirekt ein, dass die Verwaltung zuweilen auf externe Fachkräfte ausweicht, weil so Vorgaben umgangen werden können. Solche Ausweichmanöver gelte es zu unterbinden - insbesondere, wenn eine interne Lösung wirtschaftlicher wäre, heisst es in der Stellungnahme.

Mehr Transparenz

Konkret will der Bundesrat bis Mitte 2015 Kriterien und Grundsätze für den Einsatz externer Fachkräfte festlegen. Weiter will er dafür sorgen, dass die Kosten der externen Fachkräfte im Personalaufwand erfasst werden.

Damit die Transparenz erhöht werden könne, seien der Kontenplan und die Kontierungsrichtlinien zu ändern, schreibt der Bundesrat. Die Änderungen könnten allerdings erst 2017 mit der Einführung des neuen Führungsmodells für die Bundesverwaltung in Kraft treten. Das Modell stellt sicher, dass Verwaltungseinheiten innerhalb ihrer Globalbudgets Mittel zwischen dem Personal- und dem Sachaufwand verschieben können.

Nicht alles voraussehbar

Diese Flexibilität sei nötig, weil zum Zeitpunkt der Budgetierung in der Regel noch nicht feststehe, ob geplante Vorhaben mit eigenem Personal wahrgenommen werden könnten oder ob externe Fachkräfte beigezogen werden müssten, argumentiert der Bundesrat.

Die Kosten dürften also im Budget auch künftig nicht detailliert erfasst werden. Der Bundesrat verspricht jedoch, Erfahrungswerte zu berücksichtigen. Nicht nachkommen will er dagegen der Empfehlung, die Anzahl der externen Mitarbeitenden aufzuführen. Dies sei kaum möglich, da diese Mitarbeitenden teilweise für Tätigkeiten eingesetzt würden, die zum Zeitpunkt der Budgetierung unvorhersehbar seien, macht er geltend.

Kritik an Kostenschätzungen

Einen Teil der Kritik weist der Bundesrat zurück: Das Bild, wonach der Bund flächendeckend gravierende Probleme beim Einsatz externer Mitarbeitender habe, müsse relativiert werden, schreibt er. Auch die im Bericht der Verwaltungskontrolle genannten Zahlen zieht der Bundesrat in Zweifel.

Laut dem Bericht sind die Kosten für externe Mitarbeitende in der Regel 40 bis 50 Prozent höher als für interne. Der Bundesrat erwidert, bisherige Erfahrungen mit der Eingliederung von externen Leistungen bestätigten diesen Wert nicht. Im Rahmen des Budgets 2015 waren bei zwölf Verwaltungseinheiten Leistungen im Umfang von 24 Millionen Franken eingegliedert worden. Die durchschnittliche Entlastung für den Haushalt betrug laut dem Bundesrat 18,5 Prozent.

Wie hoch das Sparpotenzial sei, hänge von verschiedenen Faktoren ab und müsse im Einzelfall eruiert werden, schreibt der Bundesrat. Über die eingeleiteten und abgeschlossenen Massnahmen will er die GPK im Rahmen des Reportings zum Personalmanagement im Frühjahr 2016 informieren.

 

(nir/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Beizug von externen Mitarbeitern in der Bundesverwaltung ist ... mehr lesen
Die Bundesverwaltung soll beim Beizug externer Mitarbeiter Korrekturmassnahmen befolgen.
GPK-Präsident Ruedi Lustenberger.
Bern - Bei der Wahl von ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Lockerungsschritt sind an einem Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt.
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter ...
Publinews Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen  Bern - Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschieden, die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter zu lockern. Ab Montag, 11. Mai 2020, können Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken wieder öffnen, in den Primar- und Sekundarschulen darf der Unterricht wieder vor Ort stattfinden und im Breiten- und Spitzensport sind wieder Trainings möglich. Das Fahrplanangebot im öffentlichen Verkehr wird deutlich erhöht. Für die Maturitätsprüfungen können dieses Jahr die Erfahrungsnoten im Zeugnis stehen, über schriftliche Prüfungen für die gymnasiale Maturität entscheiden die Kantone. Die Lockerungen werden durch Schutzkonzepte begleitet. Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden. Parallel zu diesen Öffnungsschritten werden die Einreisebeschränkungen gelockert. Ab dem 11. Mai soll zudem in allen Kantonen die flächendeckende Rückverfolgung ... mehr lesen  
Auch die Online Medien sollen profitieren  Bern - Die Medien sind für unsere direkte Demokratie von zentraler Bedeutung. Sie informieren die Bevölkerung und ermöglichen dadurch wichtige Debatten. Sinkende Erträge machen ... mehr lesen
Um die Medienbranche bei der digitalen Transformation zu unterstützen, sollen neu auch Online-Medien gefördert werden.
Publinews Bern - Die sukzessive Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erfordert Anpassungen bei ... mehr lesen  
Selbständigerwerbende können trotz allfälliger Öffnung am 11. Mai 2020 bis am 16. Mai weiterhin Kurzarbeitsvergütungen bekommen, wenn das Geschäft wegen hygienischen oder anderen Einschränkungen nicht so schnell an Fahrt aufnimmt.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 7°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 10°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten