Bundesrat will zweite Gotthard-Röhre
publiziert: Mittwoch, 27. Jun 2012 / 15:39 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Jun 2012 / 19:27 Uhr
Der Verkehr soll durch eine zweite Gotthard-Röhre geleitet werden.
Der Verkehr soll durch eine zweite Gotthard-Röhre geleitet werden.

Bern - Der Bundesrat will für die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels eine zweite Röhre bauen. Dies habe er nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung aller Aspekte entschieden, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard. Ein Referendum aus dem links-grünen Lager ist gewiss.

10 Meldungen im Zusammenhang
Zwischen 2020 und 2025 muss am Gotthard der 16,9 Kilometer lange Strassentunnel umfassend saniert werden, insbesondere die Zwischendecke muss ersetzt werden. Dazu muss der Tunnel während 900 Tagen vollständig gesperrt werden.

Die Regierung sei zum Schluss gekommen, dass der Bau einer zweiten Tunnelröhre ohne Kapazitätsausbau und die anschliessende Sanierung des bestehenden Tunnels die sinnvollste Lösung sei, sagte Bundesrätin Leuthard am Mittwoch vor den Medien. Dieses Modell kostet 2,8 Milliarden Franken.

Der Bund trägt mit diesem Entscheid laut Leuthard insbesondere dem Anliegen des Tessins Rechnung, auch während der Sanierung über eine gute Strassenverbindung an den Norden angeschlossen zu sein. «Das ist für den Zusammenhalt von Bedeutung.»

Um den Alpenschutzartikel zu respektieren, der vorschreibt, dass die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet nicht erhöht werden darf, will der Bundesrat im Gesetz verankern, dass in beiden Röhren nur eine Fahrspur benützt werden darf. Die andere dient als Pannenstreifen oder bei Unterhaltsarbeiten als Gegenfahrbahn.

Dieses Gesetz, zu dem nun bis Ende 2012 ein Vernehmlassungsentwurf ausgearbeitet wird, untersteht dem fakultativen Referendum. Der Entscheid der Räte zu diesen Vorschlägen dürfte 2015 fallen. Ohne langwierige Rechtsverfahren könnte die zweite Röhre 2027 in Betrieb gehen, drei Jahre später die sanierte erste Röhre.

«Röhrenturbos auf den Leim gekrochen»

Ein Referendum gegen die Bundesratspläne ist gewiss. SP und Grüne haben ein solches bereits am Mittwoch angekündigt. Für die Alpeninitiative ist der Bundesrat unter dem Druck der Strassenlobby «der Propaganda-Kampagne der Röhrenturbos auf den Leim gekrochen».

«Sehr zufrieden» ist hingegen die Tessiner Regierung. Der Widerstand gegen eine sanierungsbedingte Tunnelsperrung habe Früchte getragen, sagte Regierungspräsident Marco Borradori in Bellinzona vor den Medien. Der nationale Zusammenhalt hätte gelitten, wenn das Tessin während drei Jahren oder länger von der Schweiz abgeschnitten gewesen wäre.

Für die Urner Regierung hingegen setzt der Bundesrat ein falsches Zeichen. Es bestehe die Gefahr, dass in Europa nun nicht mehr auf die NEAT gesetzt werde, sagte Baudirektor Markus Züst gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
2
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Das prominent besetzte Komitee «Ja zum Sanierungstunnel am Gotthard» bringt sich in Stellung für die Diskussionen rund ... mehr lesen
Die Diskussion um den Gotthardtunnel sorgt für Zündstoff. (Archivbild)
Lugano - Nach siebenjähriger Bauzeit ist am Donnerstag der neue Luganeser Umfahrungstunnel Vedeggio-Cassarate ... mehr lesen
Verkehrsministerin Doris Leuthard war Gast an der Eröffnungsfeier der Umfahrung. (Archivbild)
Der bestehende Tunnel muss saniert werden.
Bern - Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) unterstützt ... mehr lesen
Altdorf - Die Urner Regierung will keinen zweiten Strassentunnel durch den Gotthard. Autos und Lastwagen sollen während der ... mehr lesen
Die Urner Regierung ist gegen eine zweite Gotthardröhre.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die SP Schweiz will den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre mit einem Referendum verhindern. Der Entscheid des Bundesrats sei «höchst fragwürdig» und untergrabe den Willen des Volkes, welches sich für eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene ausgesprochen habe. mehr lesen  1
Bern - Alpen-Initiative, WWF, Greenpeace, VCS, Pro Natura und Dutzende andere Organisationen reagieren auf die jüngsten Forderungen nach einer zweiten Tunnelröhre am Gotthard. Sie verlangen, dass die Sanierungszeit mit einem Ersatzangebot auf der Schiene überbrückt wird. mehr lesen 
Bern - Der Bau eines zweiten Autobahntunnels am Gotthard hat in einer repräsentativen Umfrage eine Zweidrittelsmehrheit ... mehr lesen
Selbst bei der SP sprach sich laut Umfrage eine Mehrheit für einen zweiten Autobahntunnel am Gotthard aus.
Bern - Verkehrsministerin Doris Leuthard hat am Freitag Vertreter der Kantone Tessin, Uri, Graubünden und Wallis zu einem Gespräch über die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels getroffen. Die Meinungen bleiben geteilt. mehr lesen 
Tatsächlich . . .
. . . diese frische, kluge Frau hat tatsächlich die Fähigkeit wieder Vertrauen zu schaffen in die Politik, was sowohl im Verkehrs- als auch im Energiebereich auch dringend nötig ist. Auf diesen beiden Säulen basiert nämlich jede gesunde Wirtschaft. Ich bin überrascht von den intelligenten Tönen aus Bern. Nach meiner meinung hat man sich in diesen wichtigen Bereichen zu lange von fundamentalistischen Fantasten beeinflussen lassen, die letztlich die Welt nur noch auf ihre ökologische Seite reduzieren wollen. Es gibt auch eine Schweiz die Güter transportieren muss und es gibt eine Schweiz, die Arbeitsplätze erhalten will. Ich denke die Chancen, dass die faulen Referenden diesmal abschmettert werden stehen besser denn je.
Leuthard die Visionärin
Leuthard scheint die Einzige zu sein, die noch alle Tassen im Schrank hat (um es mal auf Maurer'sche Art auszudrücken).

Der Atomausstieg und die 2. Röhre.
Leuthard kann jenseits der politischen Ideologien Entscheide beeinflussen und treffen.

Offenbar ist sie auch so ziemlich die Einzige, die den Weitblick hat.

Hoffentlich wird sie noch sehr lange BR bleiben.
Alles in allem entsprach der Geschäftsgang jenem der Monate davor.
Alles in allem entsprach der Geschäftsgang jenem der Monate davor.
141 Millionen Franken  Zürich - Die Fluggesellschaft Swiss hat im dritten Quartal bei stabilem Umsatz den Gewinn etwas steigern können. Angesichts des hohen Wettbewerbsdruck schlug sich die Airline vergleichsweise gut. Innerhalb des Lufthansa-Konzerns ist sie jedenfalls eine Perle. 
Swiss fliegt mehr Gewinn ein Zürich - Die Fluggesellschaft Swiss ist trotz härterer Konkurrenz erfolgreich unterwegs. Die ...
Flugzeugabsturz  Washington - Beim Absturz eines Kleinflugzeugs im US-Bundesstaat Kansas sind am Donnerstag vier Menschen getötet worden. Die zweimotorige Maschine geriet kurz nach dem Start auf dem Airport Wichita ausser Kontrolle und stürzte in ein Flughafengebäude.  
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 8°C 10°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Basel 5°C 12°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 6°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 8°C 14°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 9°C 13°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Genf 6°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten