Bush geht als «schlechtester Präsident» der US-Geschichte
publiziert: Dienstag, 30. Dez 2008 / 08:19 Uhr

Washington - George W. Bush zeigt Gefühle. «Jeder möchte geliebt werden», gestand der scheidende US-Präsident jüngst. Er weiss, dass eine Mehrheit der Amerikaner ihn als einen der «schlechtesten Präsidenten der US-Geschichte» ansieht.

George W. Bush hat das Ansehen der USA weltweit schwer beschädigt.
George W. Bush hat das Ansehen der USA weltweit schwer beschädigt.
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Der 62-jährige Texaner hofft, dass die Geschichtsbücher sein ruiniertes Ansehen korrigieren werden. Denn auch die meisten US-Historiker, so eine Umfrage unter 109 führenden Geschichtswissenschaftlern, fällen heute ein vernichtendes Urteil.

Verstörende Bilder bleiben von der Bush-Zeit: Die Aufnahmen der erniedrigten Iraker in Abu Ghraib. Die stumm kauernden Gefangenen in Guantánamo. Massen verzweifelter Menschen, meistens Schwarze, die sich nach dem Hurrikan Katrina im «Superdome» von New Orleans drängen.

Die Amerikaner verübeln dem 62-jährigen Texaner vor allem, dass er das Ansehen des Landes weltweit schwer beschädigt hat. Präventiv-Kriege, Menschenrechtsverletzungen und Folter, Arroganz, Ignoranz und Selbstüberschätzung sind die Begriffe, mit denen sich für viele das Amerika der Bush-Zeit verbindet.

Der Republikaner, wie seine Landsleute geschockt von den Terroranschlägen des 11. September 2001 und geleitet von neokonservativen Analysen, hatte mit harter Hand die Weichen der US-Politik ins 21. Jahrhundert gestellt.

Bush erklärte dem internationalen Terrorismus und dem «Islamo-Faschismus», der «Achse des Bösen» (Irak, Iran, Nordkorea) und allen Feinden der westlichen Werte den Krieg. Er entwarf die Vision eines demokratisierten Nahen Ostens. Freiheit und Demokratie sollten Garanten für den Frieden werden.

El Kaida so stark wie 2001

Mit den Ergebnissen kann Bush nach acht Jahren kaum zufrieden sein. Vor allem im Iran machen die Nuklearpläne rasante Fortschritte - und die Hass-Tiraden der Mullahs gegen den «kleinen Satan» Israel und den «grossen Satan» USA sind kaum gemässigter geworden. Vor allem aber ist das Terrornetz El Kaida laut den US-Geheimdiensten so stark wie 2001.

Mehr als alles andere verbindet sich der Irakkrieg mit der Bush-Ära. In den USA wächst zwar der Optimismus auf eine friedliche Zukunft des Landes. Aber welch ein bitterer Weg liegt dahinter.

Trotz aller Warnungen erzwang Bush 2003 den Regimewechsel in Bagdad. Dann stellte sich heraus, dass Saddam Hussein gar keine Massenvernichtungswaffen gehabt hatte. Nichts bedaure er mehr als die falschen Geheimdienstinformationen über den Irak, sagt Bush heute.

Bilanz des Schreckens

Zwar fegten die US-Truppen binnen Wochen das irakische Regime hinweg. Doch dann begann eine schier endlose Zeit von Chaos, Terror und Blutvergiessen. Die vorläufige Bilanz: Wohl an die 100 000 irakische Opfer, über 4200 tote US-Soldaten, Hunderte Milliarden Dollar an US-Steuergeldern. Der Irakkrieg war auch wesentlich verantwortlich für die massive US-Staatsverschuldung unter Bush.

Bush war ein «Kriegspräsident», er selbst hat das immer wieder betont. Er sei bei sei seinem Amtsantritt nicht darauf vorbereitet gewesen, Kriege führen zu müssen, gestand Bush jüngst ein.

Heute sieht er es als einen Erfolg seiner Politik an, dass es seit «9/11» keinen Terrorangriff mehr auf amerikanischen Boden gab. Zu Bushs magerer Erfolgsbilanz gehört sicher auch der massive und einmalige US-Beitrag im Kampf gegen Aids in Afrika.

Absturz der Wirtschaft

Bis 2008 glaubte Bush, zumindest auch eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik betrieben zu haben. Mit der Immobilienkrise verflüchtigte sich auch dieser Glaube. Der marktliberale Bush musste die Finanzbranche mit gigantischen Summen (700 Milliarden Dollar) vor dem Kollaps retten.

Der oft unbeholfen wirkende Bush war nie ein Liebling der Intellektuellen. Selbst ihm wohlgesonnene Biografen und Autoren beklagen einen Mangel an «intellektueller Neugier». Die grosse Mehrheit der Amerikaner wird erleichtert aufatmen, wenn Bush am 20. Januar Platz macht für Obama.

(Laszlo Trankovits, /dpa)

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Meines Wissens
war Al Gore der Gegenkandidat zu von Bush. Der soll nun ein Kommunist gewesen sein? Das wusste ich ja gar nicht!
An den PowerFan
Sie kriegen ja wieder einen geistigen Orgasmus nach anderen! Was ist nur mit Ihnen los? Wer hat denn den Kommunismus gegen Bush tauschen wollen. So viel mir bekannt ist, hat die USA sich Obama gewählt. Könnte es sein, dass Sie Ihren eigen linken Socken für einen Kommunisten halten?
Da hat wieder einer ein Problem mit ...
... links und rechts ... Vor allem, wenn's nach links geht, so gerät der ganze gepowerte Organismus ins Schleudern und es kommen aggressiv-angstvolle Stammellaute zum Vorschein, die eigentlich normalerweise als Parolenreziation bezeichnet werden können ...! Schade, da verliert so ein Mensch sehr rasch an eigenem Profil ...

Vor allem, da redet einer von Kommunismus, der schon lange tot wäre und hat es nicht einmal bemerkt, dass da kürzlich eine Bürgerhorde liberaler Mannen und Frauen plötzlich laut schreiend sich an den Staat Schweiz erinnert hat, als es darum ging die UBS (resp. ihre Manager ...) finanziell zu retten!

Nicht wahr, PowerMan ..., so haben Sie es gemeint: Sozialismus anstatt
Kommunismus? Ha-ha-ha-ha .... bla-bla-bla-bla ...
genau
und wir wären natürlich viiiiiel besser dran, wenn wir den Lehren des Sozialismus und der Planwirtschaft gefolgt wären. Los, Kommunismus, los... ah nein... moment, der ist ja schon um einiges länger tot.
Tabula rasa
durch die Redaktion! Na, so lebensnotwendig sind unsere Beiträge ja nicht, aber dass die Rechten nichts können, als alles besser wissen, das will ich dann schon gesagt haben! Der Bush ist ja wohl da ein zu ordnen.
Kann sein, dass Ihr Beitrag ...
... mit der Gaskammer gelöscht wurde - meine Antwort fehlt ja auch. Also wird vermutlich jeweils der ganze zusammenhängende Dialog mit gelöscht ...
Löschung??
Es scheint mir, dass sowohl mein Kommentar zum Thema Gaskammer und der von Thomy gleich kommentarlos gelöscht wurde.. zugegebenermassen waren die nicht gerade ohne, aber wenn man bedenkt, was Bush gemacht hat, dann ist das wohl das kleinere Uebel.. meiner freien Meinung nach gehören solche Leute einfach bestraft (wie ist ja nicht so relevant)
wie denn auch?
er gehört halt zu denen Leuten die das, was sie getan haben, auch noch begrüssen.. und es der Welt als absolut notwendige Handlung verkaufen.. an diesem "Imageschaden" werden die USA (die mir in dieser Hinsicht ein bisschen leid tut, denn das gemeine Fussvolk hat das ja nicht getan oder?) noch lange zu nagen haben... wenn man bedenkt das die Kriege gemäss einer aktuellen Studie Milliarden von Dollar "verschlungen" haben sollen ... und wie gesagt der "Otto Normalbürger" die Zeche dafür zahlt.. dann werde ich einfach sauer..

Es sind nämlich nicht nur die Amerikaner die dafür grade stehen müssen, sondern auch wir (d.h. die Länder "ännet dem grossen Teich") müssen daran glauben..
Absoluter Tiefpunkt
Bush hat dem Ansehen der westlichen Welt und der USA unermesslichen Schaden zu gefügt! Es wird lange dauern, bis die Trümmer wegegräumt sind, die er in vielerlei Hinsicht hinterlassen hat.
Er hat nichts, aber auch gar nichts kapiert! Nicht die Menschenrechte, nicht die Demokratie, und schon gar nicht die Mentalitäten derer, die er als "Freunde" ansah!
Die Aera Bush war für die USA ein Tieffpunkt in jeder Hisicht.
Den grössten Trümmerhaufen hat er uns aber in der Wirtschaft hinterlassen. Eben, ein Rechter, die könnens einfach nicht. Nur krakelen andere schlecht machen, aber das ist eben zu wenig, viel zu wenig!.
Gutanamo Bay oder so
Und vielleicht noch als Nachtrag.. Seit der Bush Aera ist Gutanamo Bay ja in aller Munde und was dort mit den Leuten gemacht wird oder wurde... ist jenseits von Gut und Böse... da ist die Gaskammer oder der Tod via Spritze noch die humanere Art zu sterben.. gemäss diversen Berichten muss es da ja zu und her gegangen sein wie im tiefsten Mittelalter.. und damit hat der liebe Bush schlussendlich Null und Nichts erreicht nein im Gegenteil.. mit den Aktionen wurden die Terroristen in ihrem Tun noch bestärkt (bzw. haben sich vermutlich einen abgelacht, als der kleine Bushi mit seiner "Dampfwalzenmentalität" daher kam.. das hat die nämlich nicht im Geringsten beeindruckt) und wer zahlt nun den Preis für seine Politik?
Richtig, der Otto Normalverbraucher, der nun unter den Spätfolgen leidet
.
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