Bush klammert den Irak-Krieg aus seiner Wahlkampagne aus
publiziert: Mittwoch, 10. Mrz 2004 / 09:48 Uhr

Washington - Als "Präsident in Kriegszeiten" wollte George W. Bush diesen Wahlkampf führen. Doch den Krieg, den er vor fast einem Jahr begann, scheint er zumindest vorerst weitgehend aus seiner Kampagne heraushalten zu wollen.

George W. Bush meidet in letzter Zeit das Thema Irak.
George W. Bush meidet in letzter Zeit das Thema Irak.
In den ersten Wahlspots, die das Bush-Team ausstrahlen liess, wurde Irak jedenfalls mit keinem Wort erwähnt - ein Anzeichen dafür, dass der Präsident das Thema derzeit wohl eher als Hindernis für seine Wiederwahl sieht. Denn zu gespalten ist die US-Öffentlichkeit über diesen Krieg, zu kontrovers sind seine Gründe, zu gross Chaos und Gewalt in dem besetzten Land. Nicht Irak, sondern der 11. September ist deshalb das Thema, das vom Bush-Lager ausgeschlachtet wird, um die Führungsstärke des Präsidenten im "Krieg gegen den Terror" zu unterstreichen.

Umstrittene Fernsehspots

Die umstrittenen Fernsehspots, die viele als wahltaktische Manipulation einer nationalen Tragödie kritisieren, zeigen Feuerwehrleute in den qualmenden Trümmern der New Yorker Zwillingstürme. "Beständige Führerschaft in Zeiten des Wandels" lautet der dazu gehörige Slogan - die Grösse der Tragödie soll auch dem Präsidenten historische Grösse verleihen. Aber auch wenn die Bush-Regierung die Invasion in Irak immer wieder mit dem 11. September begründet hat, spart sie diesen Zusammenhang im Wahlkampf bisher lieber aus: Die Resultate des Krieges seien dafür bisher zu "gemischt", sagt der Politologe Allan Lichtman von der American University in Washington.

Zwar ist Bush rasch zur Stelle, wenn es Fortschritte in Irak zu würdigen gilt - die Unterzeichung der Übergangsverfassung würdigte er am Montag als "wichtigen Schritt" auf dem Weg zur Souveränität. Doch die vielen Rückschläge werden von ihm nur spärlich kommentiert - so brauchte Bush ganze vier Tage, um die Anschlagsserie am schiitischen Aschura-Feiertag persönlich zu verurteilen.

Keine Soldatenleichen

Der Politologe James Pfiffner von der George Mason University in Alexandria spricht denn auch von einer ingesamt "defensiven" PR-Strategie des Präsidenten, wenn es um Irak geht. Dazu gehört auch, dass die Medien nicht über die Ankunft der Soldatenleichen berichten dürfen und Bush nicht an Beerdigungen von in Irak gefallenen Soldaten teilnimmt. Der Präsident wolle keinen der Toten über die anderen herausheben, lautet die offizielle Begründung.

Bush profitiert aber derzeit davon, dass das Interesse der US-Öffentlichkeit an Irak spürbar nachgelassen hat, seit die dortigen Angriffe sich weniger gegen die US-Truppen als gegen Iraker richten. Bedauerlicherweise sei es so, dass tote Iraker "hier nicht sehr registriert werden", sagt Lichtman.

Sollte die Gewalt jedoch weiter eskalieren und die Situation dort völlig ausser Kontrolle geraten, muss der Präsident nach Meinung vieler Experten negative Rückwirkungen auf die Wahl am 2. November befürchten.

Irak auch für Kerry heikel

Der Präsident kann sich derweil damit trösten, dass Irak auch für seinen Herausforderer John Kerry ein heikles Thema ist. Der Senator stimmte nicht nur für die Kongressresolution, die Bush freie Hand in Irak gab - und hat jetzt Schwierigkeiten, dieses Votum zu begründen. Kerry würde als Präsident auch eine Situation in Irak vorfinden, die ihm wenig Handlungsspielraum liesse. So hat er bereits klargemacht, dass auch er die US-Truppen bis auf Weiteres im Land belassen würde.

(Daniel Jahn/afp)

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