Bush schwieg monatelang
publiziert: Freitag, 2. Jun 2006 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Jun 2006 / 23:34 Uhr

Bagdad/Washington - Ohnmacht oder politisches Kalkül? US-Präsident George W. Bush hat die Öffentlichkeit monatelang nicht über die Massaker-Vorwürfe gegen US-Soldaten im Irak informiert.

George Bush ist in einen Erklärungsnotstand geraten.
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Der Nationale Sicherheitsberater Stephen Hadley habe Bush bereits am 11. März über die Ermittlungen gegen die Marines in Kenntnis gesetzt.

Wie das Präsidialamt am Donnerstag in Washington mitteilte, wartete Bush mit seiner ersten öffentlichen Äusserung zu dem Fall bis Mittwoch, weil er die Untersuchung nicht behindern oder beeinflussen wollte.

24 Zivilisten erschossen

Den Soldaten wird vorgeworfen, 24 unbewaffnete Zivilisten in der westirakischen Stadt Haditha erschossen zu haben. Zuvor war einer der «Marines» bei einem Bombenanschlag in unmittelbarer Nähe ums Leben gekommen.

Die Vorermittlungen hatten im Februar begonnen, nachdem ein Artikel der Zeitschrift «Time» Zweifel an der offiziellen Darstellung der Tötungen veröffentlicht hatte. Dem Militär zufolge waren auch die Iraker bei dem Bombenattentat getötet worden.

Vorgänge vertuscht?

Die «Washington Post» berichtete aus laufenden Untersuchungen, es gebe Hinweise darauf, dass die US-Armee die Vorgänge zunächst vertuscht habe. Einige beteiligte Soldaten hätten ihren Vorgesetzten demnach falsche Informationen gegeben. Diese hätten es versäumt, die Angaben zu prüfen.

Der Vorfall in Haditha wird in US-Medien inzwischen mit dem Massaker von My Lai in Südvietnam 1968 verglichen. Wie My Lai damals zählt Haditha im Irak heute zu den Städten, die von der US-Armee als hartnäckiges Widerstandsnest bezeichnet werden.

In dem Gebiet rund 200 Kilometer westlich von Bagdad kämpfen vor allem sunnitische Aufständische gegen die von den USA unterstützte irakische Regierung.

(bsk/sda)

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