Bush vs. Ahmadinedschad
publiziert: Freitag, 9. Dez 2005 / 10:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 9. Dez 2005 / 10:57 Uhr

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Vergesst Alien vs. Predator. Nicht nur weil der Film Schrott war. Dies sind momentan die ultimativen Kontrahenten: George W. Bush und Mahmud Ahmadinedschad. Der iranische und der amerikanische Präsident sind zurzeit wahrscheinlich die beiden Politiker, die sich auf dieser Welt am extremsten hassen.

Die Frage ist nun allerdings – wer ist gefährlicher für unseren Globus? Der Iraner oder der Ami? Ein Vergleich ist fällig und im Folgenden wird der (zum Scheitern verurteilte) Versuch unternommen, die beiden zu bewerten.

Macht: Vom reinen Zerstörungspotential her liegt George natürlich weit vorne. Selbst wenn ein guter Teil der Armee im Irak und in Afghanistan gebunden ist – das Potential, das in den strategischen Nuklearwaffen, den Seestreitkräften und den Atom-U-Booten liegt, ist gewaltig und würde immer noch für eine globale Katastrophe reichen.

Mahmud hingegen hat vermutlich noch nicht einmal Atomwaffen, könnte aber innert 5 Jahren dazu kommen. Die Trägerraketen um zumindest Israel zu treffen, existieren schon. Trotzdem: Punkt für George.

Realitätsfremdheit. Sowohl George als auch Mahmud zeigen regelmässig Schwierigkeiten, den Kontakt mit der echten Welt aufrecht zu erhalten. Während George W. seine Politik tief im fundamentalen Christentum verankert und daher glaubt, die Erde sei 6000 Jahre alt, die Evolution nur eine Theorie, die Klimaänderung eine Erfindung böser Wissenschaftler, der Irak unter Kontrolle und alle seine Entscheide von göttlichen Eingebungen getragen, hat Mahmud ein anderes Problem.

Er leidet an Wahnvorstellungen, die ihn sogar vor der UNO-Vollversammlung Heim suchen. Zumindest schilderte er dies einem iranischen Theologen, dem er sagte, bei seiner Rede habe ihn ein Licht umgeben, die Häupter dieser Erde seien erstarrt und keiner habe auch nur mit der Wimper gezuckt. Kommt dazu, dass er ein hasserfüllter religiöser Eiferer und vermutlich sogar ein Mörder ist, der Gefangene persönlich erschoss. Knapper Punkt für Mahmud.

Konfliktbereitschaft. Ein schwieriger Punkt, den Mahmud nur verliert, weil er im Gegensatz zu George die Möglichkeiten nicht, oder nur beschränkt hat. George hingegen hat bewiesen, dass er einen lausig vorbereiteten Krieg ohne gute Planung und mit fabrizierten Gründen vom Zaun bricht, wenn er kann, während Mahmud das einfach gerne machen würde. Punkt für George.

Friedensbringer. Hier geht es um einen Minuspunkt. Von Mahmud ging noch keine einzige Friedensinitiative aus, die nicht die Vernichtung eines Staates beinhaltet hätte. George hingegen hat, wenn auch zögerlich, den Nahost-Prozess wieder mit angestossen. Minus eins für ihn.

Umwelt-Zerstörung: Mahmud weiss vermutlich nicht mal, wie man Ökologie schreibt und wenn, ist es ihm egal. George hingegen hält Umweltschutz für fast so schlimm wie Darwinismus und Abtreibungen. Er bekämpft und unterminiert daher jede Bemühung um wirksamen Klimaschutz, was gerade bei der Welt-Klimakonferenz in Montreal wieder klar wurde. Punkt für George.

Letzter Punkt: Dumm schwätzen. Auch dies wieder ein hart umkämpfter Punkt, doch mit seiner jüngsten Leugnung des Holocaust und der Forderung, Israel nach Deutschland zu verlegen hat Mahmud hier aufgeholt, auch wenn George immer wieder offensichtlichen Quatsch verzapft.

Ergebnis: 2 zu 2. Tja, leider ein Unentschieden – scheinbar sind die beiden eine ähnlich grosse Gefahr für die Welt, wobei Mahmuds Potential in seiner mentalen Instabilität liegt, Georges hingegen in seiner Fähigkeit, seine dummen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Fazit: Vermutlich wäre die Welt ein besserer Platz, wenn beide weg wären...

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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