Busse für Credit Suisse
publiziert: Donnerstag, 28. Nov 2002 / 16:48 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Nov 2002 / 17:14 Uhr

Zürich - In der Affäre um die Gelder des nigerianischen Ex-Diktators Sani Abacha hat die Aufsichtskommission der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) der Credit Suisse eine Busse auferlegt.

Über die Höhe der Buse schweigt sich die Grossbank aus.
Über die Höhe der Buse schweigt sich die Grossbank aus.
Die Credit Suisse bestätigt zwar, dass die Aufsichtskommission in ihrem Urteil vom 21. August die Bank gebüsst habe. Über Urteilsbegründung und Höhe der Strafe schweigt sie sich aber aus. Laut einer Recherche der Weltwoche muss die Credit Suisse eine Konventionalstrafe von 750 000 Fr. und Verfahrenskosten von 50 000 Fr. tragen.

Weil es sich um ein vertrauliches Verfahren zwischen Banken und Bankiervereinigung handle, werde der Entscheid nicht kommentiert, sagte Martin Somogyi, Sprecher der Credit Suisse. Auch bei der Aufsichtskommission der Bankiervereinigung hüllt man sich in Schweigen.

Konkrete Fälle würden nicht erläutert, sagte deren Sprecher Georg Friedli und verwies auf die Tätigkeitsberichte, in denen Verfahren summarisch abgehandelt werden. Es läge an den Verfahrensbeteiligten zu informieren.

Die Aufsichtskommission wacht als Selbstregulierungsorganisation über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken. Gemäss der für alle Finanzinstitute verbindlichen Vereinbarung müssen die Banken zwingend ihre Kunden identifizieren und den wirtschaftlich Berechtigten kennen.

Das Verfahren gegen die Credit Suisse hatte die Eidg. Bankenkommission (EBK) mit einer Anzeige ausgelöst. Im August 2000 warf die EBK in ihrer Untersuchung zu den Abacha-Geldern in der Schweiz 6 von 19 Banken vor, sie hätten ihre Sorgfaltspflichten teilweise gravierend verletzt.

Laut dem Abacha-Bericht der EBK aus dem Jahr 2000 hat Sani Abachas Sohn Mohammed rund 214 Mio. Dollar auf dem Konto Seuze bei der Credit Suisse Privat Banking deponiert. Die Gelder sind nach wie vor gesperrt.

(bsk/sda)

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