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CERN-Experiment erfolgreich: Dem Urknall so nahe wie nie
publiziert: Dienstag, 30. Mrz 2010 / 13:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 30. Mrz 2010 / 19:24 Uhr

Genf - Physiker des Teilchenforschungsinstituts CERN haben in Genf Atomkerne mit Rekordenergie aufeinander geschossen. Die Kollisionen markieren den Beginn einer neuen Ära in der Physik. Die Forscher hoffen, den Bedingungen beim Urknall so nahe zu kommen wie nie zuvor.

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Um 13.06 Uhr war der Weltrekord geknackt und Applaus brandete auf in den Kontrollräumen des CERN. Die Forscher hatten zwei Strahlen geladener Atomkerne, so genannte Protonen, mit einer Energie von je 3,5 Billionen Elektrovolt in gegenläufiger Richtung durch den 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger LHC gejagt und kollidieren lassen.

7 Billionen Elektrovolt

Jeder der Strahlen enthielt mehr als zehn Milliarden Protonen. Die Geschwindigkeit beim Aufprall war grösser als 99,99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Die Kollisionsenergie von 7 Billionen Elektrovolt liegt 3,5 Mal höher als jene, die der grösste amerikanische Teilchenbeschleuniger der Fermilabs in Chicago erreicht.

«Das ist ein fantastischer Moment für die Forschung und der Beginn einer neuen Ära für die Teilchenphysik», freute sich CERN-Generaldirektor Rolf Heuer, der per Videoübertragung aus Japan zugeschaltet war. Die Euphorie und die Erleichterung waren nach der erfolgreichen Kollision aus den Gesichtern aller Beteiligten im CERN abzulesen.

20 Jahre Arbeit

Der Rekord ist die Frucht von beinahe 20 Jahren Arbeit. Der LHC ist eine riesige, extrem komplexe Maschine. Ein Sandkorn kann sie ausser Gefecht setzen. Seit seinem ursprünglichen Start im Herbst 2008 hatte der Beschleuniger verschiedene Probleme, die viel Zeit und Geld kosteten.

Auch heute lief nicht alles reibungslos. Die Rekordkollision gelang erst im dritten Anlauf. Die ersten beiden waren am Morgen vom automatischen Sicherheitssystem abgebrochen worden. Solch kleine Pannen seien aber absolut normal, sagte Heuer. Beim LHC-Vorgänger LEP habe es eine Woche gedauert bis zur ersten Kollision.

Kleine Energie potenziert

Die im LHC kreisenden Partikel haben zwar nur etwa die Energie, mit der zwei Stechmücken ineinanderfliegen. Weil die Kollision aber in einem einzigen Proton konzentriert ist, hat sie extreme Auswirkungen. Beim Zusammenprall entstehen Abermillionen sekundärer Teilchen, die von den Forschern nun detailliert vermessen werden.

So lässt sich herausfinden, was sich bei Teilchenkollisionen abspielt, die jenen bei der Entstehung des Universums ähneln.

(fest/sda)

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