CERN-Experiment mit verblüffendem Ergebnis
CERN-Physiker rätseln über scheinbar überlichtschnelle Teilchen
publiziert: Freitag, 23. Sep 2011 / 07:27 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Sep 2011 / 15:21 Uhr
Teilchenkanal im europäischen Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf.
Teilchenkanal im europäischen Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf.

London/Genf - Winzige Elementarteilchen fliegen im Experiment anscheinend schneller als das Licht. Dieses Messergebnis verblüfft die Physiker am europäischen Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf, denn es hätte gravierende Folgen für das physikalische Weltbild.

2 Meldungen im Zusammenhang
Sogenannte Neutrinos, ultraleichte Elementarteilchen, scheinen in dem Experiment Opera rund 0,025 Promille schneller zu sein als das Licht, wie das Cern am Freitag mitteilte. Die Lichtgeschwindigkeit gilt nach Albert Einstein als die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum und ist bislang in keinem Experiment durchbrochen worden.

«Falls diese Messungen bestätigt werden, könnten sie unsere Sicht auf die Physik verändern», erklärte Cern-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci. «Aber wir müssen sicher sein, dass es keine anderen, banaleren Erklärungen gibt. Das erfordert unabhängige Messungen.»

«Das Ergebnis kommt völlig überraschend», sagte der Sprecher des Opera-Experiments, Antonio Ereditato von der Universität Bern. Allerdings sind die Forscher noch weit davon entfernt, in den Beobachtungen eine Verletzung von Einsteins Relativitätstheorie zu sehen.

«Die potenziellen Auswirkungen auf die Wissenschaft sind zu gross, um jetzt bereits Schlüsse zu ziehen oder eine physikalische Interpretation zu versuchen», betonte Ereditato. Möglich ist etwa, dass ein systematischer Fehler die Abweichung der Messwerte verursacht. Auch andere physikalische Erklärungen sind denkbar.

2,4 Millisekunden unterwegs

Die Opera-Forscher spähen in einem unterirdischen Labor in den italienischen Abruzzen nach Neutrinos, die im rund 730 Kilometer entfernten Cern erzeugt und auf die Reise geschickt werden.

Die Flugstrecke der Neutrinos ist laut Cern auf 20 Zentimeter genau vermessen. Die rund 2,4 tausendstel Sekunden (Millisekunden) lange Flugzeit lasse sich auf 10 milliardstel Sekunden (Nanosekunden) genau bestimmen.

Die Forscher haben die Flugzeit von rund 15'000 Neutrinos gestoppt und damit eine relativ hohe statistische Sicherheit erreicht. Die geisterhaften Elementarteilchen scheinen demnach im Mittel rund 60 Nanosekunden früher aufzutauchen als erwartet.

Keinen Fehler gefunden

«Wir wollten einen Fehler finden, einen trivialen Fehler, kompliziertere Fehler oder richtig fiese Effekte, aber das haben wir nicht», sagte Ereditato. In der Hoffnung auf eine Erklärung wollen die Forscher die Beobachtungen nun in der Fachöffentlichkeit diskutieren und haben sie dazu im Internet veröffentlicht.

(joge/sda)

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Tatsächlich...
"Mist im Quantenquadrat"....

"Etwas schelleres als Licht gibt es nicht" (schnelleres`?)

Das ist tatsächlich Mist im Quantenquadrat, schriftlich festgehalten von einem Grossmaul.

Licht ist nicht überall gleich schnell. Das Licht der Sonne benötigt ca. 8 Minuten für die grosse Entfernung zur Erde. Um die weit geringere Distanz vom Sonnenkern zur Oberfläche zurückzulegen, benötigen die Photonen hunderttausende von Jahren.
Hier geht es um die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit. Das Licht erreicht diese Konstante nur im Vakuum, in anderen Medien ist es langsamer.
Neutrinos sind elektrisch neutral, haben keine nachweisbare Ruhemasse und wechselwirken daher kaum mit anderen Teilchen. Ganz im Gegensatz dazu werden Photonen ständig absorbiert und remittiert.
Im Sonneninneren haben wir also ein Beispiel, wo Licht deutlich langsamer ist, als Neutrinos.

Jetzt darf "Grossmaul" dreimal raten, wie hoch die Lichtgeschwindigkeit innerhalb des Bondi-Radius' eines Schwarzen Lochs ist oder alternativ, wieso Schwarze Löcher Schwarze Löcher genannt werden.
Mist im Quantenquadrat
Etwas schelleres als Licht gibt es nicht. Und auch dieses offenbar so sensationelles Phänomen wird sich als Schwindel oder Irrtum erweisen. Bei der letzten Supernova kamen diese Teilchen nämlich exakt in der nach Einsteins Gesetzen vorberechneten Zeit auf der Erde an. Wieso die nun plötzlich scheller sein sollen, ist schon sehr merkwürdig.
Es gibt immer wieder Leute, die glauben, dass sie berühmt werden, wenn sie Einsteins Theorien widerlegen könnten, ist aber noch keinem gelungen.
Ich erinnere
mich noch an die Entdeckung des Tunneleffekts und die Musik von Mozart, die am Ende des Tunnels ankam, bevor sie vollständig am Beginn des Tunnels eingespiesen wurde.

Rasend geradeaus durch die Membranen, während die Dimensionsgebundenen den Falten entlang rechnen müssen? Bin gespannt, was die Wissenschaftler als Erklärung ausrechnen werden.
Gerade die Physik zeigt uns, dass wir nie ans Ende des Verstehens unserer Welt kommen werden, sondern nur die Grenzen unseres Verständnisses erweitern können.
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