CNN-Umfrage: Es steht schlecht um die USA
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2008 / 21:47 Uhr / aktualisiert: Freitag, 15. Aug 2008 / 13:08 Uhr

Wirtschaftswissenschaftler haben elaborierte Messungsmethoden entwickelt, um Prognosen für die diesjährige US-Präsidentschaftswahl zu erstellen.

Bill Schneider, Senior Political Analyst bei CNN  International.
Bill Schneider, Senior Political Analyst bei CNN International.
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Welche Faktoren werden hierbei berücksichtigt? Die Wirtschaftslage (schlecht) die Popularität des Präsidenten (niedrig) die allgemeine Einstellung dem Irakkrieg gegenüber (schlecht).

Der Wunsch nach Veränderung (gross). Nimmt man all dies zusammen, muss die Prognose lauten: ein klarer Sieg für die Demokraten.

Da mutet es seltsam an, dass aktuelle Umfragen ein Kopf-an-Kopf Rennen ergeben. Warum? Aus zwei Gründen: John McCain und Barack Obama.

Man stelle sich vor, wie der Wahlkampf aussehen würde, wenn Präsident Bush noch einmal kandidierte, oder sein Vize-Präsident Dick Cheney.

Diese Wähler haben eine sehr schlechte Meinung von Bush

«Haushoch verloren» wäre da wohl noch untertrieben. Nun ist McCain aber kein Mitglied der Bush-Regierung. Er betont dies ständig. «Wir sind gegensätzlicher Meinung was die Kriegsführung angeht, was die Behandlung der Gefangenen angeht. Wir sind gegen die unerhörten Regierungsausgaben und Budget-Tricks und wir verfolgen eine andere Energie- und Umweltpolitik», sagte McCain im Juni.

Laut einer aktuellen CNN-Umfrage, durchgeführt von der Opinion Research Corporation, glauben dreiviertel der US-Bevölkerung, es stehe schlecht um ihr Land.

Diese Wähler haben eine sehr schlechte Meinung von Präsident Bush (nur 21% Akzeptanz). Diese Abneigung gegen Bush scheint sich aber nicht auf McCain zu übertragen: 56% sagen, sie mögen McCain.

Obama hat seinerseits ein Problem. Er ist neu, er ist jung, er ist relativ unerfahren und er hat keine Expertise vorzuweisen wenn es um nationale Sicherheit geht. Seine Hautfarbe? Die scheint sein geringstes Problem zu sein. Es scheinen mindestens soviel Weisse für Obama zu stimmen, gerade weil er schwarz ist – und damit der politische Aussenseiter – als die, die gegen ihn sind, weil er schwarz ist.

Obama ist für die Wähler ein Risiko

Dennoch sehen viele Wähler in Obama ein Risiko. Obama macht dafür die Republikaner verantwortlich. «Sie werden versuchen, mich als zu riskanten Kandidaten abzustempeln», sagte er letzten Monat. «Wir wissen, dass wir uns nicht mit Ruhm bekleckert haben, aber er ist einfach ein zu grosses Risiko.» Scheinen die Republikaner zu argumentieren.

McCains negative Kampagnen richten sich gegen Obama. Es ist Obama, der die Webseiten der Republikanischen Partei dominiert. Fast jeder zweite Wähler sagt, er/sie beobachte aufmerksamer, was für ein Präsident Obama sein würde, als wie McCain sich als Präsident schlagen würde. Die Wahl scheint ein Referendum über Obama zu werden.

Es sollte eigentlich ein Referendum über Präsident Bush und die aktuelle Lage des Landes sein. Die Stimmung im Land ist so schlecht wie 1980, als Jimmy Carter noch einmal antrat und Ronald Reagan die grossen Veränderungen versprach.

Auch Reagan war ein Risiko

Die Leute sahen auch in Reagan ein Risiko. Die Wahl 1980 war knapp bis zur letzten Wahlkampfwoche, als Reagan die Wähler fragte: «Geht es Euch heute besser als vor vier Jahren». Und nun fragt Obama letzte Woche in Florida: «Ich möchte eine einfache, den meisten vertraute Frage stellen: Geht es Euch heute besser als vor vier, oder vor acht Jahren?»

Obama verspricht Veränderung. Die Kehrseite von Veränderung ist Risiko. Wenn man Veränderung will, muss man Risiken in Kauf nehmen. Das eine geht nicht ohne das andere.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 15.8.08
Dieser Text stammt heute von Bill Schneider, Senior Political Analyst bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «The Campaign Trail» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(CNN-Kolumne von Bill Schneider)

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