CO2-Abgabe: Debatte verschärft
publiziert: Mittwoch, 16. Feb 2005 / 18:30 Uhr

Bern - Die Debatte um eine CO2-Abgabe in der Schweiz verschärft sich mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls. Rund einen Monat vor dem Entscheid des Bundesrats untermauern Gegner und Befürworter ihre Positionen.

Der Bundesrat wird am 23. März über die Einführung einer CO2- Abgabe diskutieren.
Der Bundesrat wird am 23. März über die Einführung einer CO2- Abgabe diskutieren.
2 Meldungen im Zusammenhang
Der Bundesrat wird am 23. März über die Einführung einer CO2- Abgabe diskutieren, wie Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft, in einem in der Mittelland Zeitung erschienenen Interview sagte.

Roch selbst befürwortet eine CO2-Abgabe. Diese werde vom Gesetz verlangt, wenn die Klimaziele mit freiwilligen Massnahmen allein nicht erreicht würden, sagte er. Alle bisherigen Schätzungen zeigten, dass die Abgabe notwendig sei.

Gesetzlich verankert

Die CO2-Abgabe stehe eigentlich nicht zur Debatte, sagte auch der Berner Klimaforscher Thomas Stocker in einem Interview mit der Basler Zeitung. Diese sei gesetzlich verankert, da die Schweiz mit freiwilligen Massnahmen die Kyoto-Ziele nicht erreichen werde.

Die Politiker müssten immer noch lernen, dass es sich bei der Klimaerwärmung um ein sehr langfristiges Problem handle, sagte Stocker weiter. Dies kontrastiere mit der zeitlichen Wahrnehmung und Verpflichtung der Politiker.

Globale Erwärmung

Der UNO-Klimabeirat IPCC rechne bis Ende dieses Jahrhunderts mit einer global gemittelten Erwärmung von 1,4 bis 5,8 Grad. Es gebe jedoch neuere Studien, die davon ausgingen, dass die Erwärmung eher im oberen Bereich dieser Bandbreite liege. Diese Untersuchungen seien ernst zu nehmen.

Die global gemittelten Werte gäben jedoch nicht die ganze Dramatik wieder, sagte Stocker. Extremereignisse wie der Hitzesommer 2003 in der Schweiz könnten künftig zwei- bis dreimal pro Jahrzehnt stattfinden.

Echter Klimaschutz

Auch Greenpeace forderte in einem Communiqué einen echten Klimaschutz. Mit einer Protestaktion in Genf wollte die Umweltschutzorganisation auf die Kehrseite des Strassenverkehrs hinweisen. Sie deponierte anlässlich der Medienorientierung über den Autosalon drei Autowracks.

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse machte sich dagegen erneut für einen Klimarappen anstelle einer CO2-Abgabe stark. Letztere würde sich zum Nachteil der Wirtschaft und insbesondere des Werkplatzes Schweiz auswirken, heisst es in einem Communiqué.

Auch der Hauseigentümerverband Schweiz und der Verband der Immobilien-Investoren und -Verwaltungen lehnen eine CO2-Abgabe kategorisch ab. Stattdessen unterstützen sie den Klimarappen.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kyoto - Rund sieben Jahre nach der ... mehr lesen
Das Kyoto-Protokoll müsse laut Lucien Lux von allen Ländern unterstützt werden.
Klaus Töpfer verlangt weitere Anstrengungen für den Klimaschutz.
Nairobi - Nach jahrelangem Streit ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Weltweit leidet die Gesundheit von rund 200 Millionen Menschen unter Umweltverschmutzungen. (Symbolbild)
Weltweit leidet die Gesundheit von rund 200 ...
Top 10  Zürich - Blei, Öl, Quecksilber oder Pestizide: Weltweit leidet die Gesundheit von rund 200 Millionen Menschen unter Umweltverschmutzungen. mehr lesen 
ETH-Zukunftsblog Erfolgsgeschichte  In diesen Tagen werden in Stockholm wieder die Nobelpreise gesprochen. Grund genug, sich an zwei Preise im Bereich von Atmosphäre und Klima zu erinnern: 1995 für Chemie an Paul Crutzen, Mario Molina und Sherwood Rowland für ihre Arbeiten über die Ozonschicht; und 2007 der Friedensnobelpreis für die Klimaarbeiten von IPCC und Al Gore. mehr lesen  
ETH-Zukunftsblog Zwiespalt  Vergangenen Freitag erschien der erste von drei Teilen des fünften Weltklimaberichts. Die ... mehr lesen  
Anthony Patt ist Professor für Mensch-Umwelt-Systeme am Departement Umweltsystemwissenschaften. Er forscht insbesondere zu angewandten Fragen der Klimapolitik.
Pläne vorgelegt  Washington - Die US-Regierung macht ernst bei Präsident Barack Obamas Versprechen im Kampf gegen den Klimawandel: Die Umweltschutzbehörde EPA legte am Freitag einen Entwurf für die Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstosses bei neuen Kraftwerken vor. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 4°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 2°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 2°C 4°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee freundlich
Genf 2°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Lugano 5°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten