CO2 heizt Atmosphäre über Jahrhunderte
publiziert: Montag, 9. Jul 2012 / 11:19 Uhr
Neun Prozent der globalen Temperaturerhöhung um 0,5 bis ein Grad Celsius seit 1850 geht auf CO2-Emissionen der Zeit davor zurück.
Neun Prozent der globalen Temperaturerhöhung um 0,5 bis ein Grad Celsius seit 1850 geht auf CO2-Emissionen der Zeit davor zurück.

Hamburg - Treibhausgase haben eine sehr langfristige Wirkung auf die Atmosphäre. Ein Teil des heutigen Klimawandels geht auf Emissionen zurück, die der Mensch schon vor Jahrhunderten ausgelöst hat.

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Originalartikel
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Das behaupten Forscher vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und der Carnegie Institution for Science in der Fachzeitschrift «Environmental Research Letters». Ihre Ergebnisse verdeutlichen, dass auch heutige Emissionen das Klima bis weit in die Zukunft verändern werden.

Entwaldung mit Folgen

Die Wissenschaftler um Julia Pongratz nahmen bisherige Forschung zur Landnutzung der Jahre 850 bis 1850 unter die Lupe. In dieser Zeit verfünffachte sich die Erdbevölkerung auf schlussendlich eine Mrd. Menschen, wobei die Entwicklung in China und Indien alleine die Hälfte des Wachstums ausmacht. «20 bis 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Geschichte dieser beiden Länder gehen auf die Zeit vor der industriellen Revolution zurück», sagt die Studienleiterin im pressetext-Interview.

Ins Gewicht fällt besonders die Veränderung der Landnutzung. «Der an Kohlenstoff reiche Wald wurde teils zur Flächengewinnung verbrannt, teils abgeholzt. CO2 kam dabei entweder im Laufe der Jahrzehnte durch die Verrottung frei oder im Falle einer Nutzung etwa als Bauholz erst über Jahrhunderte», erklärt die Forscherin. Das Ergebnis der Einspeisung der Landnutzungsdaten in Klimamodelle: Neun Prozent der globalen Temperaturerhöhung um 0,5 bis ein Grad Celsius seit 1850 geht auf CO2-Emissionen der Zeit davor zurück.

Politisch brisant

Relevant könnten derartige Ergebnisse für politische Diskussionen sein, etwa zur Verteilung der CO2-Reduktionen. Berücksichtigt man nämlich auch Emissionen vor 1850, verschiebt sich der Beitrag zum Klimawandel von den Industriestaaten hin zu den weniger entwickelten Ländern um zwei bis drei Prozent, sagen die Forscher. Fraglich ist allerdings, inwiefern man Nationen für ihre Emissionen verantwortlich machen und heutige Generationen für ihre Vorgeschichte belangen kann, wo die schädliche Wirkung doch früher unbekannt war.

(knob/pte)

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