Das Schweizer Bankgeheimnis macht wieder Schlagzeilen
CS-Konzernchef Mühlemann verteidigt Bankgeheimnis
publiziert: Montag, 22. Jan 2001 / 16:34 Uhr

Genf - CS-Konzernchef Lukas Mühlemann hat am Montag vor der Handelskammer Schweiz-USA in Genf eine Lanze für das Schweizer Bankgeheimnis gebrochen. Laut Mühlemann ist das Bankgeheimnis der Ausdruck eines liberalen Verständisses der Rolle des Staates.

Das Bankgeheimnis garantiere den Bankkunden, dass ihre Privatsphäre respektiert werde. Das entsprechende Gesetz habe aber keine absolute Geltung. So biete es Kriminellen keinen Schutz. «Wir wollen auch nicht, dass die Schweiz zu einer Drehscheibe der Geldwäscherei wird», fügte er hinzu.

Internationaler Druck

Das Schweizer Bankgeheimnis mache wieder Schlagzeilen. Der internationale Druck für eine Auflockerung oder gar Aufhebung des Bankgeheimnisses sei in letzter Zeit stärker geworden. Gewissen Ländern sei das Bankgeheimnis ein Dorn im Auge, weil sie dahinter eine Möglichkeit zur Steuerflucht sähen.

Nach Ansicht des CS-Konzernchefs könnte die Verrechnungssteuer eine annehmbare Lösung für Alle sein. Mit der Verrechnungssteuer könnte die Steuerflucht uninteressant gemacht und trotzdem die Privatsphäre der Bankkunden gewahrt werden. «Die Schweiz muss diese Möglichkeit bei den Verhandlungen mit der EU in den Vordergrund stellen», forderte Mühlemann.

Dagegen hält Mühlemann wenig vom Informationsaustausch zwischen den Banken und den verschiedenen Steuerbehörden, wie es die EU fordert.

(sda)

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