CVP will bezahlbare Krankenkasse-Prämien
publiziert: Freitag, 9. Apr 2010 / 12:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 9. Apr 2010 / 13:05 Uhr

Bern - Die CVP hat ihre Vorschläge zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen präsentiert. Sie möchte die Spitzenmedizin auf wenige Spitäler konzentrieren und den Leistungskatalog regelmässig überprüfen lassen.

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CVP will die Schweiz in fünf Gesundheitsregionen aufteilen.
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«Es kann nicht sein, dass die Prämienlast jedes Jahr wächst», sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay vor den Medien. Die CVP lege deshalb einen Plan vor, um das Gesundheitswesen wieder fit und bezahlbar zu machen.

Der Plan enthält Vorschläge, die in der einen oder anderen Form bereits diskutiert werden. Kernpunkt ist die Aufteilung der Schweiz in fünf Gesundheitsregionen. Anstelle der Kantone sollen diese das Angebot steuern, wobei jede Region ein Zentrumsspital mit Spitzenmedizin hätte.

Die Koordination soll dabei nicht den Kantonen überlassen werden: Der Bund müsse Vorschriften erlassen, sagte Ständerat Philipp Stähelin. Die medizinische Grundversorgung soll durch Arztpraxen, Gesundheitszentren und Regionalspitäler sichergestellt werden.

Genuss tieferer Prämien

Wer sich in einer Gruppenpraxis des integrierten Versorgungsnetzes behandeln lässt, soll in den Genuss tieferer Prämien kommen. Diesem Punkt hat die Gesundheitskommission des Nationalrates bereits zugestimmt.

Weiter schlägt die CVP vor, dass stationäre und ambulante Behandlungen in Spitälern und Arztpraxen neu nach demselben Kostenschlüssel finanziert werden. Die Kosten würden grundsätzlich von den Krankenkassen getragen, wobei die öffentliche Hand einen fixen Anteil von 30 Prozent übernähme.

Eine regelmässige Überprüfung

Auch der Leistungskatalog ist der CVP ein Dorn im Auge. Wenn er weiterhin einem Selbstbedienungsladen gleiche, werde es zu Rationierungen kommen, warnte Darbellay. Die CVP fordert eine regelmässige Überprüfung der Pflichtleistungen durch eine unabhängige Stelle.

Die CVP machte auch deutlich, was sie nicht will: Sie stellt sich gegen eine Einheitskasse oder kantonale Gesundheitskassen. Bei diesem Vorschlag handle es sich um eine Ablenkung von den wahren Problemen, schreibt die Partei.

(ade/sda)

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bezahlbare Krankenkasse-Prämien wollen wir alle.
Ich will mich zu den im Beitrag erwähnten Vorschläge gar nicht im Detail äussern, ausser vielleicht, dass ich sie für extrem gefährlich halte.
Gesundheitsregionen, Gruppenpraxis, nach demselben Kostenschlüssel finanziert, etc. das sind alles Begriffe, wenn ich die höre stellen sich mir die Nackenhaare!
Für mich läuft dies alles unter dem Begriff „Kontrolle“! Die Frage ist, wer die Kontrolle hat und vor allem, in wessen Interesse er handelt?
Die CVP Vorschläge aber auch alle Anderen die ich bis jetzt gehört oder gelesen habe, bringen letztlich gar nichts, im aller besten Fall, schaden sie nicht.
Bezahlbare Krankenkassen Prämien, das klingt doch gut, das will ja eigentlich jeder. Das bringt Wähler…. mehr nicht!
(Jetzt werden sicher schon die Ersten aufhören weiter zu lesen oder sich schon zumindest darauf vorbereiten in die Tasten zu hauen, um mir zu erklären was ich für einen Mist schreibe und statt nur kritisieren, solle ich doch DEN ultimativen Vorschlag machen)
…………. ( ! )
in aller bescheidenheit, (extra klein geschrieben) ich hab ihn.
Ob er auch umsetzbar ist, dürfte wieder eine andere Frage sein. Es dürfte genügend Leute geben die gar nicht so begeistert wären.
Das Prämienproblem ist dadurch entstanden, dass die Leistung, bzw. die Aufgabe der Krankenkasse falsch definiert wurde. Die Krankenkasse stellt lediglich sicher, dass die an dem Patienten erbrachten Leistungen bezahlt werden und ob im Leistungsumfang mögliches Sparpotential vorhanden sein könnte. So gesehen ist eine Krankenkasse ein Zwitter aus Vormundschaftsbehörde und Inkassoorganisation.
Sie handelt also weit mehr im Interesse der Pharmaindustrie, der medizintechnischen Industrien und natürlich auch der Ärzte, als im Interesse des Patienten.
Aus diesem Grund haben die „Leistungsgeber“ keine Veranlassung ihre geforderten Honorare den tatsächlich erbrachten Leistungen anzupassen. Wenn die angeblich erbrachte Leistung im Leistungskatalog enthalten ist, wird bezahlt.
Genau hier muss man ansetzten! Hier müssen die Kassen anfangen die Interessen von denen zu waren, die bezahlen und das ist letztlich „immer“ der Patient.
Das ginge aber nur, wenn die Krankenkassen personell völlig umstrukturiert würden. Weniger kaufmännisches, dafür mehr medizinisch ausgebildetes Personal. Die möglichen höheren Lohnkosten könnten durch Effizienz sicher egalisiert werden.
Die Aufgabe der Krankenkasse wäre es demnach nicht mehr dafür zu sorgen, dass möglichst viel Geld für Leistung bezahlt wird, sondern zu kontrollieren ob das geforderte Honorar auch den Leistungen entspricht.

Ich möchte das an zwei erlebten Beispielen verdeutlichen.
Ich bin vor ein paar Jahren die Treppe heruntergestürzt, Bänderriss (nahm ich an, tat unheimlich weh) und weil ich so ein paar med. Grundkenntnisse habe, habe ich bis mich meine Frau in den Notfall fahren konnte, sofort richtig reagiert und den Fuss im Bad so lang wie möglich gekühlt. Im Spital hiess es; nein das ist kein Bänderriss, nur eine Verstauchung. Wenn es ein Bänderriss wäre, wäre es an den entsprechenden Stellen blau und schwarz. Im Röntgenbild sieht man auch nichts. Ja aber ich habe den Fuss sofort gekühlt und der Schmerz war auch wesentlich stärker als bei einer Verstauchung, ich musste mich sogar übergeben.
Nein kein Bänderriss nehmen sie diese Salbe und hier was für die Schmerzen. Das legt sich nach zwei drei Tagen
Zuhause bastelte ich mir eine Schiene aus Karton und Scotchband die meinen Fuss fixierte nach zwei Tagen starken Schmerzen rief ich einen Spezialisten an. Es war natürlich ein Bänderriss meine Symptome, waren auch entsprechend und auf dem Röntgen war es auch ersichtlich. Jetzt kommt Der Witz an der Sache, meine Papschiene war die richtige Reaktion, der Arzt gab mir eine Kunststoffschiene, mit der ich den Fuss fixieren konnte.
Fazit zweimal Arzt, zweimal Röntgen, zweimal administrative Spesen.
Ich hätte gar keine Möglichkeit nicht zu zahlen, den wenn die Kasse entschieden hat, dass die Rechnung bezahlt wird, ist bezahlt.
Zweites Beispiel Entspricht auch den Tatsachen.
(angenommen es gäbe eine Auto-Krankenkasse)
Meine Frau war mit unserem schon älteren Audi100 unterwegs als sie mich anrief, es tropft etwas vorne bei den Pedalen ins Auto. Glücklicherweise ist nur ein paar hundert Meter weiter eine ASAG Garage, also eine Audi Vertretung. Kostenvoranschlag SCHRIFFTLICH! Um die Fr. 1400.- exklusive Arbeit!!!
Zufällig hatte ich Besuch von einem Rumänen, der früher mal für mich arbeitete und von dem ich wusste, dass er ein technisches Genie ist. Er schaute sich die Sache an.
Kann nicht sein schlimm. Fahr Auto in Garage ich schaue. Nach 20 Minuten, ist nur eine Dichtung, wir nur müssen holen Dichtung. Die einzelne Dichtung konnte man natürlich nicht kaufen, sondern es gab nur das ganze Set zu etwa Fr. 60.-
Nach gut 1 ½ Std war alles in Butter Materialkosten Fr.60.- plus ein grosszügiges Dankeschön. Der Audi lief danach noch über zwei Jahre.
Wäre er aber bei einer Krankenkasse versichert gewesen, wäre er in der Garage repariert worden.
Und die Kasse hätte bezahlt!
Redimensionierung und Einheitskasse
Teilweise einverstanden, aber dann müsste die CVP gleichzeitig den Föderalismus abschaffen und den Zentralismus einführen. Helmut Hubacher hat in der BaZ vom 27.02.2004 u.a. geschrieben:

Der Waadtländer Spitalexperte François de Wolff hat Folgendes
ausgerechnet: Es gibt in der Schweiz 261 Spitäler. 38 würden genügen. Auch so wäre von jedem Punkt der Schweiz aus
das nächstliegende Spital in 60 Autominuten erreichbar. Das ist eine technokratische Rechnung, die politisch nicht
aufgeht. Denn es gibt keine gesamtschweizerische Spitalplanung. Zudem ist es bekanntlich schwer bis fast unmöglich,
bestehende Strukturen abzubauen. François de Wolff kommt klar zum Befund, dass wir in der Schweiz viel zu viele
Spitalbetten haben.

Und weiter in seinen Ausführungen:

Eine Vorstellung über den Spitalluxus, den wir uns leisten, vermittelt der St. Galler Gesundheitsexperte Willy Oggier. Er
hat es schon oft wiederholt: Der Kanton Bern hat gleich viele Spitalbetten wie ganz Schweden! Niemand hat je
aufgejault und erklärt, Oggier behaupte Unsinn. Schweden ist nach unserem Wissensstand kein Entwicklungsland in der
Dritten Welt. Es ist auch nicht so, dass der allgemeine Gesundheitszustand und die durchschnittliche Lebenserwartung
der schwedischen Bevölkerung hinter schweizerischen Werten figurieren. Im Gegenteil, Schweden ist mindestens
ebenbürtig. Obschon die Spitalversorgung um einiges bescheidener ist als bei uns. Sogar um ein Mehrfaches
bescheidener.

Eine radikale Redimensionierung unseres Gesundheitsangebots und eine Einheitskasse wären aus meiner Sicht die Lösung. Aber bei unserer politischen Konstellation bleibt dies Wunschdenken.
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