Cablecom schlägt zurück
publiziert: Dienstag, 8. Jun 2004 / 17:10 Uhr

Zürich - Nach dem angekündigten Einstieg der Swisscom ins TV-Geschäft schlägt Cablecom zurück: Die Kabel-TV-Betreiberin will die Festnetztelephonie aufmischen und bricht einen Preiskampf vom Zaun.

Cablecom will Swisscom die Kunden abwerben.
Cablecom will Swisscom die Kunden abwerben.
Trotz Konkurrenz von beispielsweise Sunrise oder Tele2 könne die Swisscom mit 65 Prozent aller Kunden satte 88 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 3 Mrd. Fr. einstreichen, sagte Cablecom-Chef Rudolf Fischer. Diese Situation solle sich jetzt ändern.

Cablecom will den Fernmeldekonzernen die Kunden über den Preis abwerben. Ab dem 1. Juli könnten die Festnetznutzer von abends sieben bis morgens um sieben Uhr und während des ganzen Wochenendes gratis telephonieren. Werktags kostet ein Gespräch 3 Rappen pro Minute und eine Einwahlgebühr von 8 Rappen.

Tiefere Preise

Für den ersten Anschluss verlangt die Kabelnetzbetreiberin monatlich 20 Franken, für die zweite Linie 10 Franken. Zum Vergleich: Die Swisscom will für einen Anschluss 25,25 Fr. pro Monat. Bei den bedeutendsten hiesigen Telekomkonzernen kostet die Minute zwischen 6,5 und 8 Rappen.

Laut dem Internet-Vergleichsdienst Comparis wird Cablecom mit diesen Preisen zum billigsten Festnetzanbieter der Schweiz: Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt müsse bei Cablcom monatlich für Gespräche und Anschlussgebühr 35,59 Fr. bezahlen. Bei Sunrise wären dafür 48,76 Fr. zu überweisen, bei Swisscom 50 Franken.

80 000 Kunden als Ziel

Ab etwas über 100 000 Kunden erreiche Cablecom im Telephongeschäft die Gewinnschwelle, sagte Fischer. Derzeit habe man rund 32 000 Kunden. Bis Ende Jahr sollen es 80 000 sein.

Allerdings kann nicht die ganze Schweiz von den billigen Tarifen profitieren: Insgesamt seien 1,4 Mio. Haushalte für die Telephonie über den TV-Anschluss erreichbar, davon 1,1 Mio. direkt über Cablecom und 300 000 über die 44 Partnernetze, sagte Fischer.

Weisse Löcher gebe es noch in der Westschweiz und in Basel. Die Swisscom habe dagegen Zugang auf 3,2 Millionen Privathaushalte.

(bsk/sda)

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