Mitleid in der Geiselaffäre
Calmy-Rey: Merz wollte Realität nicht sehen
publiziert: Donnerstag, 27. Okt 2011 / 22:02 Uhr
Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey äussert ihr Mitleid (Archivbild).
Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey äussert ihr Mitleid (Archivbild).

Bern - Aussenministerin und Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hegt ein wenig Mitleid mit alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz nach dessen offenem Brief über die Geiselaffäre in Libyen. Sein Rechtfertigungswunsch zeige, dass er bei der Affäre die Realität nicht sehen wollte.

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Calmy-Rey wurde am Donnerstag vom Westschweizer Radio zu ihrer Ansicht über die Veröffentlichungen Merz' zu dessen missglückter Libyen-Mission im Sommer 2009 befragt. Merz hatte seinen offenen Brief am Donnerstag in der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» und in der «Weltwoche» veröffentlicht.

Laut der Aussenministerin drehte sich alles um ein Machtspiel. Obwohl er gegenüber Libyen im Vorteil war, habe Merz keine Chance gehabt. Erst als sich die Waagschale zugunsten der Schweiz senkte, habe sich eine Lösung abgezeichnet.

Weiter wollte sich Calmy-Rey zwei Monate vor ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat nicht auslassen. Das Wichtigste sei, dass die Geiseln frei und Libyen frei von Gaddafi sei.

Merz spricht von «Lug und Trug»

Merz bezeichnet ein Gespräch mit Muammar al-Gaddafi während der Verschleppung der Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani in Libyen als «Lug und Trug».

Der damalige Bundespräsident war auf dem Höhepunkt der Krise mit dem nordafrikanischen Land im August 2009 nach Tripolis gereist - um Göldi und Hamdani in die Schweiz zurück zu begleiten, wie ihm von höchster Stelle in Libyen zugesichert worden sei. Tatsächlich frei kamen die beiden allerdings erst später: Hamdani im Februar 2010 und Göldi im Juni.

(dyn/sda)

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