Calmy-Rey fordert Klage gegen Gaddafi-Regime
publiziert: Sonntag, 6. Mrz 2011 / 08:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 11:43 Uhr
Will, dass man in der Schweiz eine Strafuntersuchung gegen das Gaddafi-Regime einleitet: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey
Will, dass man in der Schweiz eine Strafuntersuchung gegen das Gaddafi-Regime einleitet: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey

Bern - Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ruft die Schweizer Justiz auf, das Gaddafi-Regime für die Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani zur Rechenschaft zu ziehen. Die Schuldigen sollten vor den Richter gebracht werden, erklärte sie in Interviews mit dem «Sonntag» und der «NZZ am Sonntag».

6 Meldungen im Zusammenhang
«Ich könnte mir vorstellen, dass man in der Schweiz eine Strafuntersuchung einleitet, um die Umstände der Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani im Herbst 2009 zu untersuchen und die Schuldigen vor den Richter zu bringen», sagte die Bundespräsidentin gegenüber beiden Zeitungen.

«Die Lage hat sich für uns grundlegend verändert: Die beiden Geiseln sind wieder zu Hause, die Schweizer Botschaft in Tripolis ist geschlossen und kann nicht mehr angegriffen werden, wie das schon geschehen ist. Heute sind wir wieder frei in unseren Handlungen», sagte die Aussenministerin.

Hamdani begrüsst Erklärung

Rachid Hamdani sagte am Sonntag gegenüber dem Westschweizer Radio RSR, er sei «erleichtert» über die Erklärung der Bundesspräsidentin. Er hoffe, die Ungerechtigkeit, der Max Göldi und er ausgesetzt waren, werde anerkannt. Er stehe als Zivilkläger zur Verfügung.

In einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehen TSR sagte Calmy-Rey zudem, die Repression des Volksaufstandes in Libyen durch das Regime von Gaddafi sei ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Der libysche Machthaber müsse vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden.

Massnahmen ergriffen

Die Schweiz habe bereits eine Reihe von Massnahmen ergriffen, sagte Calmy-Rey gegenüber den Sonntagszeitungen weiter. So habe die Schweiz das Schiedsgericht zur Affäre Gaddafi suspendiert, die Vermögenswerte des libyschen Machthabers blockiert und den «mutigen Menschen, die für Menschenrechte und Demokratie auf die Strasse gehen», ihre Unterstützung zugesagt.

Zudem werde die Schweiz die Mission des UNO-Menschenrechtsrates unterstützen, welcher die Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung vor Ort untersuchen soll. «Wir sollten uns jetzt auch wehren gegen das, was damals den beiden Schweizern angetan wurde», sagte Calmy-Rey.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Bundesanwaltschaft kann ... mehr lesen
Max Göldi bei der Pressekonferenz nach der über 700 Tage langen Gefangennahme (Archivbild).
Micheline Calmy-Rey zeigte sich besorgt über die Lage der Zivilbevölkerung.
Bern - Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hat am Mittwoch in Bern einen Vertreter des Nationalen libyschen Übergangsrats zu einem Gespräch empfangen, wie das Eidgenössische ... mehr lesen
Berlin/Kairo - Regierungstruppen ... mehr lesen
Gaddafi-Anhänger haben wieder etwas Oberwasser.
Tamoil.
Bern - Der Bundesrat will sicherstellen, dass über Firmen wie Tamoil keine Gelder an den Gaddafi-Clan fliessen. Er hat am Freitag die Sanktionen der Schweiz gegen Libyen verschärft. Neu sind auch ... mehr lesen
Genf/Tripolis/Berlin - Die Schweiz hat Hannibal al-Gaddafi, einem Sohn des ... mehr lesen 8
Die libysche Botschaft in Bern.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bundespräsidentin Calmy-Rey: «Diese Ereignisse sind inakzeptabel».
Genf - Die libysche Führung um Muammar al-Gaddafi muss aus Sicht der internationalen Gemeinschaft für Gewalttaten an ihrem Volk vor Gericht gestellt werden. Das wurde am Montag zur ... mehr lesen
Witzfigur
Zuerst in den Hintern kriechen und anschliessend verklagen. Dies ist mir zu kompliziert.

Ach so Michelin heult ja immer mit den Wölfen. Das arme Mädchen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Bedürfnisse der Einheitsregierung  Wien - Die internationale Gemeinschaft hat sich zur Aufhebung des seit fünf Jahren gegen Libyen bestehende UNO-Waffenembargos bereit erklärt. Damit soll den Bedürfnissen der kürzlich gebildeten Einheitsregierung im Kampf gegen islamistische Milizen Rechnung getragen werden. mehr lesen  
Ministerpräsident kehrt zurück  Tripolis - Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat nach eigener Darstellung zugunsten der von den UNO vermittelten ... mehr lesen
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch soll der Bürgerkrieg beendet werden.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -4°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Basel -1°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen -3°C 0°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Bern -4°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Luzern -2°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf -1°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 0°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten