Calmy-Rey glücklich über Betancourts Freilassung
publiziert: Donnerstag, 3. Jul 2008 / 10:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jul 2008 / 18:23 Uhr

Zürich - Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ist erfreut über die Befreiung der kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt aus den Händen der FARC. Die Aussenministerin erinnerte aber an das Schicksal der immer noch rund 700 Geiseln.

Micheline Calmy-Rey war über die Befreiungsaktion nicht im Vorfeld informiert.
Micheline Calmy-Rey war über die Befreiungsaktion nicht im Vorfeld informiert.
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«Ich gratuliere der kolumbianischen Regierung, Präsident Alvaro Uribe und allen, die auf diesen Erfolg hingearbeitet haben», sagte sie in einem Interview des Westschweizer Radios. Nun müssten die Anstrengungen weitergehen, um die anderen Menschen, die sich noch in Geiselhaft befänden, zu befreien.

Die Schweiz, die sich zusammen mit Frankreich und Spanien seit längerem für eine humanitäre Lösung der Geiselfrage engagiert, war nicht über die Befreiungsaktion in Kolumbien informiert. Die beiden Emissäre, der Schweizer Jean-Pierre Gontard und der Franzose Noel Saez, befanden sich seit Freitag in Kolumbien und suchten seither den Kontakt zur FARC-Spitze.

Die Schweiz werde ihre Bemühungen in Kolumbien aber fortsetzen, sagte Calmy-Rey am Rande der Bundesratsreise - «in breiter Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Regierung».

Mit allen Parteien Kontakte pflegen

Calmy-Rey nahm auch zur Kritik der Wochenzeitung «Weltwoche» Stellung, die in ihrer Ausgabe der Bundesrätin vorwarf, dass sich die Schweiz bei den FARC fast angebiedert habe. Die Rolle eines neutralen Landes sei die eines «Fazilitatoren», der mit allen Parteien Kontakte pflegen müsse, sei es nun die Regierung oder die FARC.

Die kolumbianische Botschafterin in der Schweiz, Claudia Jimenez, bedankte sich im Westschweizer Radio für das Schweizer Engagement. Die Schweiz habe sich immer angestrengt, ihre Unabhängigkeit gegenüber den beiden Parteien aufrecht zu erhalten. Die gleichberechtigten Kontakte der Schweiz hätten manchmal aber zu Spannungen geführt.

So habe ihre Regierung Mühe gehabt, dass die Schweiz eine Terroristengruppe gleichberechtigt behandelt habe wie eine legitim gewählte Regierung.

(smw/sda)

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