Calmy-Rey in Spanien von Königsfamilie empfangen
publiziert: Montag, 11. Jun 2007 / 19:41 Uhr

Madrid - Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ist am ersten Tag ihres zweitägigen offiziellen Besuches in Spanien königliche Ehre erboten worden. In Madrid wurde sie mit viel Pomp von König Juan Carlos, Königin Sofia und Prinz Felipe empfangen.

Der spanische Kronprinz Felippe und Micheline Calmy-Rey schauten sich gestern das Spiel Federer gegen Nadal an.
Der spanische Kronprinz Felippe und Micheline Calmy-Rey schauten sich gestern das Spiel Federer gegen Nadal an.
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Juan Carlos erwartete Calmy-Rey im Zarzuela-Palast zu einer Unterredung. Im luxuriösen Hauptsaal der Privatresidenz der Königsfamilie erklärte der König, es sei eine «wahre Ehre», die Bundespräsidentin zu empfangen.

Er konnte sich jedoch Bemerkungen zum Finalspiel des Tennisturniers von Roland Garros am Sonntag in Paris nicht verkneifen, das der Spanier Rafael Nadal gegen den Schweizer Roger Federer gewonnen hatte. «Ein guter Match.» Calmy-Rey hatte sich den Match im Stadion angesehen. Sie sass dabei neben Prinz Felipe.

Kein Hofknicks

Calmy-Rey, die dem König offenbar nicht wie üblich mit einem Hofknicks die Ehre erweisen wollte, betonte nach dem Gespräch die starken Beziehungen zwischen Spanien und der Schweiz.

Sie seien vor allem durch die gegenseitige Einwanderung geschmiedet worden. Die spanische Gemeinschaft in der Schweiz zähle derzeit 90'000 Mitglieder, die Schweizer Gemeinschaft in Spanien 23'000, betonte sie.

Auch Juan Carlos sprach von engen Beziehungen. Der America's Cup, der Ende Juni in Valencia stattfinde, habe es den beiden Ländern erlaubt, zusammen einen mitreissenden Wettkampf zu organisieren, sagte der passionierte Segler. «Sie leihen uns das Meer, das wir nicht haben», fügte Calmy-Rey hinzu.

Des Königs Bindung zur Schweiz

Eskortiert durch Sicherheitskräfte wurde die Bundespräsidentin anschliessend in einer Limousine in den Königspalast chauffiert, was den Madrider Verkehr vorübergehend lahm legte. Im Palast gaben der König, die Königin und der Prinz zu ihren Ehren ein Mittagessen.

Bevor sie zu Tisch gingen, unterstrich der König seine persönliche Bindung zur Schweiz. Die Königsfamilie hatte unter der Franco-Diktatur mehrere Jahre im Exil verbracht. Der König selbst verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Lausanne.

(smw/sda)

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