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Cancellara hofft im WM-Poker auf den «Royal Flush»
publiziert: Freitag, 23. Sep 2011 / 14:12 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Sep 2011 / 15:23 Uhr
Fabian Cancellara will es endlich auf das Podium schaffen.
Fabian Cancellara will es endlich auf das Podium schaffen.

Nach der leisen Enttäuschung im Zeitfahren hofft Fabian Cancellara morgen Sonntag im WM-Strassenrennen in Kopenhagen/Rudersdal auf ein Glücksgefühl. Der Berner will es endlich auf das Podium schaffen.

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Die besten Aussichten, Strassenweltmeister zu werden, hatte Fabian Cancellara vor zwei Jahren in Mendrisio. Nur trat er an der Heim-WM so stark in Erscheinung, dass er durch die Gegner an seinem Hinterrad ausgetrickst wurde. Vor zwölf Monaten misslang in Geelong (Au) das Unterfangen, dem Olympia-Silber von Peking auch eine WM-Medaille im Strassenrennen folgen zu lassen, durch die einfache Tatsache, dass dem tempostarken Athleten das Benzin ausging.

Als Fabian Cancellara ankündigte, dass er auch im Kopenhagener Vorort Rudersdal das Podium des Strassenrennens im Visier habe, wunderten sich nicht wenige Beobachter. Sie fragten sich, wie «Spartakus» auf der vorwiegend flachen Strecke bei einer Massenankunft gegen die Sprinter bestehen wolle. Die Topografie, soviel ist klar, lässt sich in Dänemark nicht ändern. Doch die Techniker des Weltverbandes UCI haben nach der 26 km langen Anfahrt aus dem Zentrum Kopenhagens einem Rundkurs zugestimmt, der zahlreiche Richtungsänderungen und vor allen Dingen viele enge Passagen beinhaltet. Hinzu kommen der in Dänemark meist stark wehende Wind sowie eine ansteigende Zielgerade. Dies lässt erahnen, dass die reinen Sprinter vom Typ eines Mark Cavendish, Tyler Farrar, André Greipel oder Marcel Kittel nicht das letzte Wort haben werden. Zolder 2002 wird voraussichtlich die letzte Strassen-WM bleiben, die mit einer Massenankunft endete (und die von Mario Cipollini (It) gewonnen wurde).

Nach der Distanz von 266 km gibt es heutzutage nicht mehr viele Fahrer, die noch über die Kraft verfügen, um die Podestplätze zu kämpfen. Es sind in erster Linie jene Athleten, die in klassischen Eintagesrennen vorne sind. Da ist zuallererst Philippe Gilbert zu nennen. Der Belgier hat schon 18 Saisonsiege auf dem Konto. Gilbert zögerte allerdings lange, bevor er sich zum Captain des belgischen Teams ernennen liess. Der dreifache Weltmeister Oscar Freire (Sp) hat angekündigt, seine Karriere beenden zu wollen, falls er auf diesem Circuit nicht erneut das Regenbogentrikot hole.

Gefragt sind also Allrounder mit guten Spurtqualitäten. Zu ihnen zählt auch Thor Hushovd, der Weltmeister von Geelong (Au), dem es gelingen könnte, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen, obwohl der Norweger während der Grossbritannien-Rundfahrt Antibiotika nehmen musste. «Es handelte sich lediglich um eine leichte Erkrankung. Ich habe mich gut von der Tour de France erholt. Aber es wird schwierig werden, dieses WM-Rennen unter Kontrolle zu halten.» Italiens Selektionär Paolo Bettini kündete an, dass seine Fahrer im Gegensatz zu früheren Titelkämpfen keine Verantwortung für das Rennen übernehmen wollen. Bettini setzt in seinem Aufgebot auf vorwiegend endschnelle Leute, an deren Spitze Daniele Bennati steht. Als Geheimtipp wird nach seinen drei Etappensiegen in der Vuelta der Slowake Peter Sagan gehandelt.

«Ich freue mich auf eine schöne Schlacht. Vielleicht kommt es zu einer Entscheidung im Spurt, vielleicht aber auch nicht», sagte Fabian Cancellara mit Blick auf das Strassenrennen. Aufgrund des Reglements der UCI hat der Berner nur drei Helfer aus dem eigenen Lager zur Verfügung. Aus dem Trio Michael Albasini, Gregory Rast und Martin Kohler sollte es wenigstens einer schaffen, Cancellara auch im Finale unterstützen zu können. Ansonst weiss man im Vorfeld nie genau, welche Allianzen sich in einem WM-Rennen ergeben. Mit seiner langjährigen Erfahrung sollte Cancellara schlau genug sein, das Geschehen um ihn herum zu beobachten und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Der Berner musste in den Klassikern des Frühjahres allerdings auch erkennen, dass die Gegner eher gegen ihn als mit ihm fahren. Im Poker um eine WM-Medaille muss Cancellara also auf einen «Royal Flush» hoffen, die stärkste Wertung in diesem Spiel.

(joge/Si)

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