Einheitliche Ausbildung für Canyoning-Guides
Canyoning-Leiter: Erste Kurse beginnen im Frühling
publiziert: Mittwoch, 2. Feb 2000 / 13:41 Uhr

Bern - Die Ausbildung von Canyoning-Guides soll vereinheitlicht werden. Entsprechende Richtlinien werden zurzeit erarbeitet: Vorgesehen ist eine dreistufige Ausbildung. In diesem Frühling soll ein Pilotkurs gestartet werden.

Nach der Katastrophe im Berner Oberland vom letzten Sommer wurde eine Kommission ins leben gerufen, die untersuchen soll, wie man den Abenteuer-Sport Canyoning sicherer machen könnte: Vor allem durch eine fundierte, einheitliche Ausbildung der Canyonîng-Guides, an die zum Teil ganz andere Anforderungen gestellt werden müssen, als an Bergführer. Die Expertengruppe, bestehend aus Vertretern des Bundesamtes für Sport (BASPO), der Canyoning-Anbieter, des Bergführerverbandes und der Beratungsstelle für Unfallverhütung, berichtete dem Bundesrat heute mittwoch von ihrer Arbeit.

Vor dem Hintergrund des Canyoning-Unglück im Saxetbach BE vom 27. Juli 1999, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen, hatte der Bundesrat Kantone und Organisationen eingeladen, vom Bund geprüfte Massnahmen im Zusammenhang mit Abenteuer-, Risiko- und Extremtätigkeiten in der Natur zu kommentieren. Auf einmütige Zustimmung stiess der Vorschlag des Bundes, auf weitere gesetzgeberische Massnahmen im Bereich Canyoning zu verzichten, wie das BASPO mitteilte. Begrüsst wurden einheitliche Ausbildungsrichtlinien, mit deren Ausarbeiten die Projektgruppe bereits im Oktober 1999 begonnen hatte. Als generelle Zielsetzung legte die Gruppe fest, dass die Ausbildung für Canyoninig-Guides ohne Bergführerdiplom drei Stufen beinhalten soll. Ein Pilotkurs für die obersten Kader soll im Frühling starten; die übrigen Stufen werden anschliessend sukzessive umgesetzt. Den Pilotkurs durchführen will der Schweizer Canyoning-Verband, den die drei grössten Anbieter im Oktober 1999 gegründet haben. Weitere 18 Veranstalter haben in der Zwischenzeit ebenfalls die Gründung eines Verbandes in die Wege geleitet. Auch sie wollen Ausbildungen für verschiedene Outdoor-Aktivitäten organisieren. Die Projektgruppe will zudem Lösungen erarbeiten, 'damit die Ausbildungen und weitere sicherheitsfördernde Massnahmen als Voraussetzungen für die kommerzielle Tätigkeit umgesetzt werden können'.

(ddb/news.ch)

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