Cap Anamur darf mit 37 Flüchtlingen in Sizilien an Land
publiziert: Sonntag, 11. Jul 2004 / 16:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 11. Jul 2004 / 17:55 Uhr

Rom - Das Drama um die 37 afrikanischen Flüchtlinge vor der italienischen Mittelmeerküste ist vorerst beendet: Italien erlaubte dem Rettungsschiff Cap Anamur nach dreiwöchigen Streitereien mit Malta die Einfahrt in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle.

Cap Anamur hatte die Afrikaner am 20. Juni im Mittelmeer aufgelesen.
Cap Anamur hatte die Afrikaner am 20. Juni im Mittelmeer aufgelesen.
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Dies meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die Küstenwache hatte zuvor mitgeteilt, die Lage auf dem Flüchtlingsboot sei ausser Kontrolle geraten.

Kapitän Stefan Schmidt habe über Funk angekündigt, er werde eigenmächtig in den Hafen einlaufen, wenn die Behörden die Einfahrt noch länger verweigerten.

Die Afrikaner würden zunächst in einem Durchgangslager aufgenommen. Dann werde über ihr weiteres Schicksal entschieden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa weiter.

Nach Angaben der Kölner Hilfsorganisation hatten die Sudanesen bereits auf dem Schiff Asylantrag für einen Aufenthalt in Deutschland gestellt. Der Kapitän habe die handschriftlichen Asylanträge entgegen genommen.

Die deutsche Hilfsorganisation Cap Anamur hatte die Afrikaner am 20. Juni im Mittelmeer aufgelesen. Die überwiegend sudanesischen Flüchtlinge waren nach Angaben der Organisation von Libyen aus in See gestochen, um nach Italien zu gelangen.

Weil das Flüchtlingsboot aber zunächst in Maltas Hauptstadt Valetta vor Anker gegangen war, wiesen sich Italien und Malta gegenseitig die Verantwortung für die 37 Afrikaner zu. Cap Anamur war 1979 zur Rettung von vietnamesischen Bootsflüchtlingen gegründet worden.

(bert/sda)

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