Carlos Mesa als neuer bolivianischer Präsident vereidigt
publiziert: Samstag, 18. Okt 2003 / 15:28 Uhr

La Paz - Nach wochenlangen Protesten ist Boliviens Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada zurückgetreten. Das Parlament nahm seinen Rücktritt an und erklärte Carlos Mesa zum Nachfolger.

Carlos Mesa (links) erklärte, dass er eine Regierung ohne Parteienvertreter bilden werde.
Carlos Mesa (links) erklärte, dass er eine Regierung ohne Parteienvertreter bilden werde.
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Der 50-jährige Journalist Mesa geniesst auch in der Opposition einen gewissen Rückhalt. Der parteilose Politiker war bis vor wenigen Vizepräsident; nach der blutigen Unterdrückung der wochenlangen Proteste mit mehr als 70 Toten hatte er sich aber von der Regierung losgesagt.

In seiner Antrittsrede sagte Mesa, er wolle eine Regierung ohne Parteienvertreter bilden. Das Volk traue den Parteien nicht mehr, fügte er unter dem Beifall der Abgeordneten hinzu, bei denen es sich fast durchweg um Mitglieder von Parteien handelte.

Mesa kündigte einen Volksentscheid zur Erdgasausfuhr des lateinamerikanischen Staates an. Als Vorsitzender einer Übergangsregierung werde er nicht nur ein bindendes Referendum zum Erdgas abhalten, sondern auch ein Verfassungsabkommen organisieren.

Zugleich kündigte Mesa an, er werde die bis 2007 laufende Amtszeit seines Vorgängers nicht zu Ende führen, sondern die Regierungsgeschäfte nur solange leiten, bis das Referendum und das Verfassungsabkommen abgeschlossen seien und Neuwahlen anberaumt würden.

Nach seinem Rücktritt traf Sánchez de Lozada am Samstagmorgen (Ortszeit) im US-Bundesstaat Florida ein. Nach Angaben des bolivianischen Konsuls wollte der 73-Jährige mit sechs Familienmitgliedern und drei ehemaligen Ministern nach Washington weiterfliegen. Sánchez de Lozada war in den USA ausgebildet worden.

In La Paz und vielen anderen Städten kam es nach Sánchez de Lozadas Rücktritt zu spontanen Strassenfesten. Endlich ist dieser Kriminelle gestürzt, sagte Gewerkschaftsführer Roberto de la Cruz.

(tr/sda)

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